Sigmund Anton Steiner
Sigmund Anton Steiner (* 26. April 1773 in Weitersfeld, Niederösterreich; † 28. März 1838 in Wien) war ein österreichischer Musikverleger und Kunsthändler.
Leben[Bearbeiten]
1784 kam er als Sängerknabe in die Schule zu Langenlois, 1794 als Schreiber in eine Rechtsanwaltskanzlei nach Wien. Später Sekretär von Joseph Hartl von Luchsenstein, der ihm half selbständig zu werden und 1805 die lithographische Anstalt ("Wiener k.k. priv. Chemische Druckerey") von Alois Senefelder zu erwerben. Nun erschienen Noten der berühmtesten Komponisten und auch Bildnisse mit Hilfe dieser neuen, kostengünstigen Drucktechnik. 1813 trat Tobias Haslinger in das Unternehmen ein, wurde 1815 Teilhaber und führte den Verlag zu neuer Blüte. Unter anderem betrieb er die Rückkehr zum Notenstich. 1826 übernahm Haslinger die Firma als alleiniger Inhaber und Rechtsnachfolger. Um 1813 kam Steiner in Kontakt zu Ludwig van Beethoven und veröffentlichte 1815 mit der Klaviersonate op. 90 zum ersten Mal ein Werk des Komponisten im Druck. Im selben Jahr schlossen Steiner und Beethoven einen Vertrag über die Herausgabe weiterer Werke, u. a. die Orchesterwerke Wellingtons Sieg op. 91 und die Siebte und Achte Symphonie, die nicht nur in Partitur und Stimmen, sondern auch in etlichen Bearbeitungen für Klavier und verschiedene Kammermusikbesetzungen erschienen. Bis in die 1820er Jahre erschienen bei Steiner über 10 Werke des Komponisten als Erstausgaben, neben den genannten Orchesterwerken z. B. auch das Streichquartett op. 95, das "Erzherzog-Trio" op. 97 und die Klaviersonate op. 101. Steiners und Haslingers Geschäft wurde zum beliebten Treffpunkt für Beethoven und seine Freunde.
1819 unternahm Steiner den Versuch, für Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart auf Subskriptionsbasis ein Denkmal an einer öffentlich zugänglichen Stelle in Wien errichten zu lassen, wobei er als Standort eine namhafte Kirche vorschlug. Das Unternehmen kam jedoch, vermutlich aus zu geringem Interesse, nicht zustande.<ref>Rudolph Angermüller: Das Salzburger Mozart-Denkmal. Eine Dokumentation (bis 1845) zur 150-Jahre-Enthüllungsfeier. Salzburg, Internationale Stiftung Mozarteum, 1992, S. 15–17.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Constantin von Wurzbach: Steiner, Sigmund Anton. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 38. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1879, S. 81 (Digitalisat).
- Matthias Haenisch: Steiner, Sigmund Anton. In: Das Beethoven-Lexikon, hrsg. von Heinz von Loesch und Claus Raab, Laaber 2008, ISBN 978-3-89007-476-4, S. 720f.
- Th. Aigner: Steiner, Sigmund Anton. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 13, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2010, ISBN 978-3-7001-6963-5, S. 178 f. (Direktlinks auf S. 178, S. 179).
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Steiner, Sigmund Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Musikverleger und Kunsthändler |
| GEBURTSDATUM | 26. April 1773 |
| GEBURTSORT | Weitersfeld, Niederösterreich |
| STERBEDATUM | 28. März 1838 |
| STERBEORT | Wien |