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Sigrid Kaag

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Datei:Deputy Prime Minister of the Netherlands Sigrid Kaag at the State Department in Washington, D.C. on November 15, 2023 (cropped).jpg
Sigrid Kaag (2023)

Sigrid Agnes Maria Kaag (* 2. November 1961 in Rijswijk, Zuid-Holland) ist eine niederländische Diplomatin und ehemalige Politikerin. Kaag ist seit Januar 2024 Koordinatorin der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe und Wiederaufbau im Gazastreifen<ref name=":0" /> und seit Januar 2025 zugleich Sonderkoordinatorin der Vereinten Nationen für den Nahost-Friedensprozess.<ref name=":5">Ms. Sigrid Kaag of the Netherlands - United Nations Special Coordinator for the Middle East Peace Process (UNSCO) ad interim | United Nations Secretary-General. In: UN. 17. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025.</ref><ref name=":6">UNSCO Leadership. In: UNSCO. 1. Februar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zuvor war Kaag in den Niederlanden von 2017 bis 2021 Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit und 2018 und 2021 geschäftsführende Außenministerin im Kabinett Rutte III sowie von 2022 bis 2024 Ministerin der Finanzen und stellvertretende Ministerpräsidentin im Kabinett Rutte IV.<ref>S.A.M. (Sigrid) Kaag MA, MPhil. Abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":2" /> Vor ihrem Wechsel in die Politik hatte Kaag bereits als Diplomatin bei den Vereinten Nationen gearbeitet.<ref name=":0" /><ref name=":2" /><ref name=":1">Thomas Latschan: Sigrid Kaag: Wer ist Gazas neue Nothilfe-Chefin? In: Deutsche Welle. 28. Dezember 2023, abgerufen am 10. Februar 2025.</ref>

Leben[Bearbeiten]

Studium[Bearbeiten]

Kaag begann ihr Studium der Arabistik und Philologie an der Universität Utrecht, bevor sie zur American University in Cairo wechselte, wo sie 1985 ihren Bachelor of Arts in Nahoststudien erwarb.<ref name=":2">Ministerie van Algemene Zaken: Curriculum Vitae of Sigrid Kaag (German) - Publication - Government.nl. 10. Januar 2022, abgerufen am 10. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1987 erlangte sie einen Master of Philosophy in internationalen Beziehungen am St Antony’s College der University of Oxford und 1988 einen Master of Arts in Nahoststudien an der Universität Exeter.<ref name=":2" /> Zudem studierte Kaag an der französischen École nationale d’administration in Paris und absolvierte den Lehrgang für Auslandsbeziehungen am Clingendael-Institut in Den Haag.<ref>Sigrid Kaag opent 70e Leergang Buitenlandse Betrekkingen. In: Clingendael. 17. September 2015, abgerufen am 15. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Berufseinstieg[Bearbeiten]

Ihre berufliche Laufbahn begann Kaag von 1988 bis 1990 bei Shell International in London. Anschließend war sie von 1990 bis 1993 in der Abteilung Politische UN-Angelegenheiten beim niederländischen Außenministerium in Den Haag tätig.

Internationale Diplomatie[Bearbeiten]

Ab 1994 übernahm Kaag verschiedene internationale Positionen innerhalb der Vereinten Nationen.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Zunächst war sie Programmmanagerin und Leiterin der Abteilung Geberbeziehungen beim Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) in Jerusalem.<ref name=":2" /> 1998 wechselte sie zur Internationalen Organisation für Migration (IOM) nach Genf.<ref name=":2" />

Ab 2004 war Kaag als Beraterin der Vereinten Nationen in Khartum und Nairobi tätig, bevor sie 2005 zum UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) wechselte.<ref name=":2" /> Dort übernahm sie verschiedene leitende Funktionen, darunter als stellvertretende Leiterin der Programmdirektion und später als Stabschefin in New York. Anschließend leitete sie die Regionaldirektion Nahost und Nordafrika mit Sitz in Amman.<ref name=":2" />

2010 trat Kaag dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in New York bei und wurde Assistentin des Generalsekretärs.<ref name=":2" />

2013 wurde sie zur Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen ernannt und übernahm die Leitung der gemeinsamen Mission der UN und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen.<ref>Niederländerin soll Chemiewaffenmission in Syrien leiten. In: ORF.at. 14. Oktober 2013, abgerufen am 15. Februar 2018.</ref> Nach Abschluss dieser Mission wurde sie 2015 zur UN-Untergeneralsekretärin im Libanon berufen, wo sie insbesondere für die Umsetzung der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates.<ref name=":2" />

Für ihren Einsatz im Nahen Osten wurde Kaag mehrfach ausgezeichnet: 2015 verlieh ihr die University of Exeter die Ehrendoktorwürde für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der internationalen Entwicklung<ref>Debbie Robinson: University of Exeter. Abgerufen am 10. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und 2016 erhielt sie den Carnegie-Wateler Friedenspreis der Carnegie-Stiftung für ihre Arbeit im Nahen Osten.<ref>Sonja Huijgens: Top diplomat Sigrid Kaag awarded Peace Prize. In: UNSCOL. 5. September 2016, abgerufen am 10. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Niederländische Politik[Bearbeiten]

Am 26. Oktober 2017 wurde Kaag zur Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit im dritten Kabinett Rutte ernannt. 2021 war Kaag zudem vorübergehend Außenministerin. Am 16. September 2021 nahm das Parlament einen Missbilligungsantrag gegen sie an. Eine Mehrheit warf ihr Versäumnisse bei der Evakuierungsmission aus der afghanischen Hauptstadt Kabul vor.<ref>Klaus Max Smolka: Rückkehrerin zu den UN. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Januar 2024, S. 8.</ref> Als Reaktion auf den Missbilligungsantrag kündigte Kaag an, dass sie ihren Rücktritt als Ministerin einreichen werde.<ref>Niederländische Außenministerin – Rücktritt nach Chaos in Kabul. In: Tagesschau.de. 17. September 2021, abgerufen am 17. September 2021.</ref>

Bei der Parlamentswahl im März 2021 führte sie die Partei Democraten 66 (D66) als Spitzenkandidatin an und erzielte mit 24 Sitzen das beste Ergebnis seit 1994.<ref name=":3">Jeroen Dobber: Niederlande: D66-Parteiführerin Sigrid Kaag: Neuer Stern am liberalen Himmel der Niederlande? In: Friedrich Naumann Stiftung. 14. April 2021, abgerufen am 10. Februar 2025.</ref> Erstmals in der Parteigeschichte wurde D66 zur zweitstärksten Kraft im niederländischen Parlament.<ref name=":3" /> Am 10. Januar 2022 trat sie als Ministerin der Finanzen und erste stellvertretende Ministerpräsidentin dem Kabinett Rutte IV bei.<ref name=":2" />

Anfang 2022 erstattete Kaag Anzeige gegen den Anti-Covid-Aktivisten Willem Engel, nachdem dieser ihre Privatadresse und Telefonnummer bei Twitter veröffentlicht hatte. Engel bezeichnete außerdem Kaags positiven Corona-Test als „Fälschung“. Bereits wenige Tage zuvor war in der Nähe von Kaags Haus ein Mann verhaftet worden, der in bedrohlicher Form eine brennende Fackel geschwenkt hatte.<ref>Anti-Covid campaigner Willem Engel puts Sigrid Kaag’s adress on Twitter. Auf dutchnews.nl vom 10. Januar 2022 (englisch), abgerufen am 12. Januar 2022.</ref><ref>Gerrit Hoekman: Neuanfang mit alter Spitze. In junge Welt vom 11. Januar 2022, S. 7 (online auf jungewelt.de, abgerufen am 13. Januar 2022).</ref> Im Juli 2023 gab sie „aus Sorge um das Wohlergehen ihrer Familie“ ihren Rückzug aus der Politik nach den Neuwahlen 2023 bekannt, nachdem sie und ihre Familie immer wieder bedroht worden waren.<ref name=":1" /> Sie erklärte diesbezüglich, sie höre nicht auf, weil ihre Sicherheit ein Problem für sie ist, sondern weil es für ihre Familie eines ist.<ref>Niederlande: Finanzministerin Sigrid Kaag verlässt nach Drohungen die Politik. In: Der Spiegel. 13. Juli 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Juli 2023]).</ref>

Rückkehr zu den Vereinten Nationen[Bearbeiten]

Im Dezember 2023 beauftragten die Vereinten Nationen aufgrund der humanitären Krise im Gazastreifen infolge des Krieges in Israel und Gaza Kaag mit der Koordination ihrer dortigen humanitären Hilfe entsprechend der Sicherheitsrat-Resolution 2720. Sie soll, unterstützt vom Büro für Projektdienste der Vereinten Nationen (UNOPS), mit einem Team Hilfslieferungen in das Gebiet erleichtern, koordinieren, überwachen und überprüfen. Zudem soll sie einen UN-Mechanismus etablieren, um Hilfslieferungen über Staaten, die nicht am Konflikt beteiligt sind, zu beschleunigen. Kaag trat die Aufgabe am 8. Januar 2024 an.<ref name=":0">https://www.un.org/sg/en/content/sg/personnel-appointments/2023-12-26/ms-sigrid-kaag-of-the-netherlands-senior-humanitarian-and-reconstruction-coordinator-for-gaza-pursuant-security-council-resolution-2720-(2023)</ref><ref>https://www.tagesschau.de/ausland/asien/un-hilfe-gaza-koordination-100.html</ref> Am 16. Januar 2025 wurde sie zudem kommissarisch als UN-Sonderkoordinatorin für den Nahost-Friedensprozess ernannt.<ref name=":5" /><ref name=":6" /><ref>M.I: Appointment of Sigrid Kaag (Kingdom of the Netherlands) as Special Coordinator for the Middle East Peace Process and Personal Representative of the Secretary-General to the Palestine Liberation Organization and the Palestinian Authority ad interim. In: Question of Palestine. Abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am gleichen Tag gab die US-Regierung die Ernennung Kaags als Mitglied des Gaza Executive Board bekannt.<ref>White House reveals board members tasked with temporary rule over Gaza. In: Euronews. 17. Januar 2026, abgerufen am 17. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Privates[Bearbeiten]

Kaag ist mit Anis al-Qaq verheiratet. Al-Qaq war unter Jassir Arafat stellvertretender Außenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland und führte zuvor 20 Jahre lang eine Zahnarztpraxis in Ostjerusalem.<ref name=":4">Christoph Schmutz: Die tanzende Finanzministerin Sigrid Kaag sorgt für frischen Wind. In: Neue Zürcher Zeitung. 13. Januar 2022, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 10. Februar 2025]).</ref> 2003 wurde al-Qaq zum Generaldelegierten Palästinas in der Schweiz ernannt.<ref name=":4" /> Kaag und al-Qaq haben gemeinsam vier erwachsene Kinder.<ref name=":4" /> Kaag ist bekennende Katholikin, al-Qaq ist Atheist.<ref>Sjoukje Dijkstra (Katholiek Nieuwsblad): „Catholic politician in the Netherlands seeks leadership of left-wing party“ auf cruxnow.com vom 7. August 2020, abgerufen am 27. Dezember 2023 (englisch)</ref>

Kaag spricht Niederländisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch.<ref name=":4" /><ref name=":6" />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Sigrid Kaag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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