Zum Inhalt springen

Silbercyanat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Silberion   Cyanation
Allgemeines
Name Silbercyanat
Andere Namen
  • cyansaures Silber
  • Silber(I)-cyanat
Summenformel AgOCN
Kurzbeschreibung

beige bis graues Pulver<ref name="Sigma" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 222-006-4
ECHA-InfoCard 100.020.007
PubChem 516935
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 149,88 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,0 g·cm−3 (25 °C)<ref name="Sigma" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Silver cyanate, 99 % bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​332
P: 280<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Silbercyanat ist das Cyanatsalz des Silbers mit der Formel AgOCN; es ist mit Silberfulminat (AgONC), dem Salz der Knallsäure, isomer. An diesen beiden Verbindungen entdeckten Justus Liebig und Friedrich Wöhler in den 1820er Jahren die Isomerie.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Silbercyanat kann durch Reaktion von Kaliumcyanat oder Harnstoff mit Silbernitrat gewonnen werden.<ref name="buch">Willy Kühne: Lehrbuch der physiologischen Chemie. 1868 (Seite 470 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{AgNO_3 + KOCN \longrightarrow AgOCN \downarrow +\ KNO_3}</math>
<math>\mathrm{AgNO_3 + H_2N\text{-}C(O)\text{-}NH_2 \longrightarrow}</math> <math>\mathrm{AgOCN \downarrow +\ NH_4NO_3}</math>

Die zweite Reaktionsgleichung entspricht der Umkehrreaktion der ersten Synthese von Harnstoff im Jahre 1828 durch Friedrich Wöhler.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Silbercyanat ist ein beiges bis graues Pulver. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P21/m (Raumgruppen-Nr. 11)Vorlage:Raumgruppe/11 mit den Gitterparametern a = 547,3 pm, b = 637,2 pm, c = 341,6 pm und β = 91°. In der Elementarzelle befinden sich zwei Formeleinheiten.<ref>D. Britton, J. D. Dunitz: The crystal structure of silver cyanate, Acta Cryst. (1965). 18, 424–428, doi:10.1107/S0365110X65000944</ref> Laut dieser Kristallstruktur überbrücken die Stickstoffatome des Cyanatanions zwei Silberatome, so dass sich eine zick-zack Kette mit linear koordinierten Silberatomen ergibt. Der Ag-N Abstand beträgt 211,5 pm. Die Sauerstoffatome koordinieren nur schwach mit Silberatomen der nächsten zick-zack Kette. Entsprechend lang ist mit 299,6 pm der Ag-O Abstand. Zum Vergleich: der Ag-O Abstand in Silber(I)-oxid beläuft sich auf 205 pm.<ref name="Sutton">L. E. Sutton: Interatomic Distances. London: The Chemical Society (1958). </ref>

Silbercyanat wird durch Säureeinwirkung zersetzt, wobei Kohlendioxid und das entsprechende Ammoniumsalz entstehen:<ref name="Milbauer">J. Milbauer: Bestimmung und Trennung der Cyanate, Cyanide, Rhodanide und Sulfide in Fresenius’ Journal of Analytical Chemistry 42 (1903) 77–95, doi:10.1007/BF01302741.</ref>

<math>\mathrm{AgOCN + 2HNO_3 + H_2O \longrightarrow}</math>
<math>\mathrm{AgNO_3 + CO_2 \uparrow +\ NH_4NO_3}</math>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>