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Silvia Codreanu-Windauer

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Silvia Codreanu-Windauer (* 1955 in Brașov (deutsch Kronstadt), Rumänien) ist eine Mittelalterarchäologin und war Referatsleiterin für die Oberpfalz und Niederbayern beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Sie hatte ihren Amtssitz in der Königlichen Villa in Regensburg.

Jugend und Bildung[Bearbeiten]

Silvia Codreanu wurde in Kronstadt geboren, ging dort zur Grundschule und absolvierte am deutschsprachigen Honterus-Gymnasium 1974 ihr Abitur. Nach einigen Semestern des Geschichts- und Anglistikstudiums an der Lucian-Blaga-Universität in Sibiu (deutsch Hermannstadt) übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Deutschland und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Kunstgeschichte des Mittelalters und mittelalterliche Archäologie, Vor- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie. 1981 setzte sie ihr Studium an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg fort, wohin ihr Lehrer und Mentor Walter Sage gewechselt war. Für die Arbeit Der romanische Schmuckfußboden in der Klosterkirche Benediktbeuern erhielt sie 1982 ihren Master,<ref>Silvia Codreanu-Windauer: Der romanische Schmuckfussboden in der Klosterkirche Benediktbeuern (= Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 36). Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 1988.</ref> und 1987 wurde sie unter Walter Sage mit der Arbeit Das bajuwarische Gräberfeld und die frühmittelalterlichen Siedlungsfunde aus Pliening, Oberbayern promoviert, nachdem sie sich zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn mit dem Gräberfeld von Pliening, Landkreis Ebersberg Oberbayern, intensiv beschäftigt hatte.<ref>Silvia Codreanu-Windauer: Pliening im Frühmittelalter. Bajuwarisches Gräberfeld, Siedlungsbefunde und Kirche (= Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte 74). Bodendenkmalpflege am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Kallmünz 1997, ISBN 978-3-7847-5074-3.</ref><ref name="Sommer">C. Sebastian Sommer: Abschied von der Königlichen Villa. Zum Dienstende von Silvia Codreanu-Windauer. In: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 61, 2020, S. 9–21 (Digitalisat).</ref>

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Königliche Villa – Zweigstelle des BLfD für Niederbayern und Oberpfalz

Im Jahr 1987 wurde Silvia Codreanu-Windauer als Wissenschaftliche Angestellte an der damaligen Außenstelle Regensburg im Referat Oberpfalz unbefristet angestellt. Seit diesem Jahr war sie an Grabungen in Regensburg beteiligt. Die größte Grabung mit dem aufsehenerregendsten Ergebnis war die Ausgrabung auf dem Neupfarrplatz, bei der die ehemalige mittelalterliche Synagoge freigelegt wurde. Das war ein wesentlicher Beitrag zur Geschichte des Judentums in Regensburg. Für die Öffentlichkeit wird dies auch weiterhin im „document Neupfarrplatz“<ref>„document Neupfarrplatz“ auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Regensburg, abgerufen am 15. September 2026.</ref> sichtbar gehalten. 1992 wurde sie Konservatorin auf Probe, 1993 Konservatorin, 1995 Oberkonservatorin und 2007 wurde sie zur Hauptkonservatorin berufen. Ein weiterer Höhepunkt ihres wissenschaftlichen Schaffens waren die Ausgrabungen auf einer Fläche von über 60 Hektar im Regensburger Stadtteil Burgweinting, wo neben Siedlungen und Gräberfeldern der Urnenfelderkultur auch römische Villae rusticae sowie frühmittelalterliche Dörfer und Nekropolen untersucht werden konnten. Im Jahr 2020 wurde Silvia Codreanu-Windauer pensioniert. Privat war sie Mutter von 1989 geborenen Zwillingen.<ref name="Sommer" />

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

2021 wurde sie für „besonderes Engagement für die Bayerische Archäologie, weit über den dienstlich beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gesteckten Rahmen hinaus“ mit der Rainer-Christlein-Medaille der Gesellschaft für Archäologie in Bayern ausgezeichnet. Seit 2021 ist sie gewähltes Mitglied im Vorstand der Gesellschaft.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der romanische Schmuckfussboden in der Klosterkirche Benediktbeuern (= Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 36). Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 1988.
  • Die frühe Kirche in der Diözese Regensburg. Betrachtungen zu den archäologischen und schriftlichen Quellen bis zum Ende des 8. Jahrhunderts. In: Peter Morsbach (Hrsg.): 1250 Jahre Kunst und Kultur im Bistum Regensburg : Berichte und Forschungen. Schnell & Steiner, Regensburg 1989, ISBN 3-7954-0650-1, S. 9–45.
  • (mit anderen): Ein jüdisches Ritualbad an der Holzlände in Regensburg (= Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 129). Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1989, S. 139–198 (Digitalisat).
  • Pliening im Frühmittelalter. Bajuwarisches Gräberfeld, Siedlungsbefunde und Kirche (= Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte 74). Bodendenkmalpflege am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Kallmünz 1997, ISBN 978-3-7847-5074-3.
  • Der Goldschatz vom Neupfarrplatz. Ein spätmittelalterlicher Münzfund in Regensburg. Museen der Stadt Regensburg, Regensburg 1997, ISBN 978-3-925753-55-8.
  • Die städtebauliche Entwicklung Regensburgs von der Spätantike bis ins Hochmittelalter. In: Peter Schmid (Hrsg.): Geschichte der Stadt Regensburg 2. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 978-3-7917-1682-4, S. 1013–1053.
  • (mit Heinrich Wanderwitz): Das Regensburger Judenviertel. Geschichte und Archäologie. In: Peter Schmid (Hrsg.): Geschichte der Stadt Regensburg 1. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 978-3-7917-1682-4, S. 607–633.
  • (mit Andreas Büttner): Vom „finsteren Mittelalter“ und dem Aufbruch in eine neue Zeit. In: C. Sebastian Sommer (Hrsg.): Archäologie in Bayern. Fenster zur Vergangenheit. Pustet, Regensburg 2006, ISBN 978-3-7917-2002-9, S. 268–317.
  • (mit Stefanie Zuber): Die Ausgrabungen in St. Kassian zu Regensburg. In: Beiträge zur Archäologie der Oberpfalz 9. Dr. Faustus, Büchenbach 2011. S. 265–310.
  • Klein aber fein. Frühmittelalterliche Gräberfelder in Burgweinting. In: Andreas Boos, Maximilian Ontrup, Gertraud Wolf, Joachim Zuber (Hrsg.): Die Spuren der Jahrtausende. Archäologische Funde und Ergebnisse der Großgrabung von Regensburg-Burgweinting (= Regensburger Studien und Quellen zur Kulturgeschichte 24). Universitätsverlag Regensburg, Regensburg 2020, ISBN 978-3-86845-158-0, S. 303–357.

Literatur[Bearbeiten]

  • C. Sebastian Sommer: Abschied von der Königlichen Villa. Zum Dienstende von Silvia Codreanu-Windauer. In: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 61, 2020, S. 9–21 (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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