Simsenlilien
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| Simsenlilien | ||||||||||||
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| Datei:Illustration Tofieldia calyculata0.jpg
Illustration der Gewöhnlichen Simsenlilie (Tofieldia calyculata), links (A) und der Kleinen Simsenlilie (Tofieldia pusilla), rechts (B) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Tofieldia | ||||||||||||
| Huds. |
Die Simsenlilien (Tofieldia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Simsenliliengewächse (Tofieldiaceae). Die etwa zwölf Arten gedeihen hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel.
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Die Simsenlilien sind ausdauernde krautige Pflanzen. Als Überdauerungsorgane bilden sie Rhizome.<ref name="FoC2000" /><ref name="FoNA2002" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl.<ref name="FoC2000" />
Ihre zweizeilig angeordneten Laubblätter sind schmal-schwertförmig und reitend, wie bei den Schwertlilien (Iris).
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Die Blüten stehen über einem endständigen Blütenstandsschaft in ährigen, traubigen, seltener rispigen Blütenständen zusammen. Die Blüten sind gestielt oder fast sitzend.
Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Es gibt zwei Kreise mit je drei haltenbaren Blütenhüllblättern, die an ihrer Basis verwachsen sind. Die sechs Staubblätter besitzen kahle Staubfäden. Der drei Fruchtblätter sind unten zu einem oberständigen, eiförmigen Fruchtknoten verwachsen und oben frei; sie enden in drei kurzen, bleibenden Griffeln.
Die kugeligen bis ellipsoiden Kapselfrüchte öffnen sich bei Reife septizid mit Nähten und enthalten zahlreiche Samen. Die kleinen Samen sind rötlich-braun und besitzen keine Anhängsel.<ref name="FoNA2002" />
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 15.<ref name="FoNA2002" />
Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten]
Die Gattung Tofieldia wurde 1778 durch William Hudson in seiner Flora Anglica, 2. Auflage, Seite 157 (175) aufgestellt.<ref name="FoNA2002" /> Der Gattungsname Tofieldia ehrt den englischen Wasserbauingenieur und Botaniker Thomas Tofield (1730–1779).<ref name="Burkhardt2016" /> Tofield arbeitete 1765–1777 an der Trockenlegung von Marsch- und Sumpfgebieten und lernte dadurch die Flora solcher Biotope kennen.<ref name="Burkhardt2016" /> Synonyme für Tofieldia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Huds. sind: Isidrogalvia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ruiz & Pav. nom. superfl., Cymba Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Dulac nom. superfl., Asphodeliris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Möhring ex Kuntze nom. superfl., Narthecium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gérard nom. rej., Heriteria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schrank, Hebelia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.C.Gmel., Conradia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Leptilix Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf.<ref name="POWO" />
Die erste Art aus dieser Gattung wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 311 unter dem Namen (Basionym) Anthericum calyculatum veröffentlicht. Da Hudson diese Art bei der Veröffentlichung der Gattung Tofieldia erwähnt, ist dies die Typusart der Gattung Tofieldia.<ref name="Wisskirchen1998" /> In Großbritannien – das Gebiet der Flora Anglica von Hudson – kommt nur eine Art der Gattung Tofieldia vor, sie trägt den Namen Tofieldia pusilla; sie wurde 1803 von André Michaux unter dem Basionym Narthecium pusillum erstveröffentlicht und wurde 1805 durch Christian Hendrik Persoon in die Gattung Tofieldia gestellt. Erst Göran Wahlenberg stellte in seiner Flora Lapponica 1812 formal die Tofieldia calyculata in diese Gattung Tofieldia. In dieser Zeit, als es noch keine strengen Nomenklaturregeln gab, bildete Hudson neu für seine neue Gattung den Namen Tofieldia palustris, obwohl er besser den Namen Tofiedia calyculata gewählt hätte. Tofiedia palustris ist also ein überflüssiger und illegitimer Name. Im Jahr 1806 bildete auch Karl Christian Gmelin für die Tofieldia calyculata einen ganz ähnlich überflüssigen Namen, Hebelia allemannica (in Flora Badensis-Alsatica, Band 2, Seite 117), weil er seinem Freund Johann Peter Hebel, dem Dichter und Verehrer des alemannischen Dialekts, diese Art widmen wollte<ref name="Voggesberger1998" />, auch dieser Name ist nicht regelgerecht.
Die Gattung Tofieldia enthält seit 2020 etwa 13 Arten:<ref name="POWO" />
- Gewöhnliche Simsenlilie (Tofieldia calyculata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Wahlenb.): Sie ist in Europa von Schweden bis zu den Pyrenäen und zur Ukraine verbreitet.<ref name="POWO" />
- Tofieldia cernua Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sm.: Sie von Sibirien bis Russlands Fernem Osten verbreitet.<ref name="POWO" />
- Tofieldia coccinea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Richardson: Sie ist mit zwei Unterarten und sieben Varietäten auf der Nordhalbkugel von Sibirien bis Japan und Korea, den Aleuten, Alaska, Grönland und Kanada verbreitet<ref name="FoC2000" /><ref name="FoNA2002" /><ref name="POWO" /> und kommt im nördlichen europäischen Russland vor.<ref name="Euro+Med" />
- Tofieldia divergens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bureau & Franch.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1000 bis 4300 Metern in den chinesischen Provinzen westliches Guizhou, südwestliches Sichuan sowie Yunnan.<ref name="FoC2000" />
- Tofieldia furusei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hiyama) M.N.Tamura & Fuse (Syn.: Tofieldia nuda var. furusei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hiyama): Den Rang einer Art hat sie seit 2011.<ref name="Tamura2011" /> Dieser Endemit kommt nur im südlichen-zentralen bis südlichen Teil der japanischen Insel Honshu.<ref name="POWO" />
- Tofieldia glabra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nutt.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 200 Metern in den US-Bundesstaaten North Carolina und South Carolina.<ref name="FoNA2002" /><ref name="POWO" />
- Tofieldia himalaica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baker: Sie ist zentralen und östlichen Himalaja verbreitet.<ref name="POWO" />
- Tofieldia nuda Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Maxim.: Sie kommt auf den japanischen Inseln Honshu sowie Kyushu vor.<ref name="POWO" /><ref name="Tamura2011" />
- Tofieldia okuboi Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Makino: Sie ist in Japan und auf den Kurilen verbreitet.<ref name="POWO" />
- Kleine Simsenlilie (Tofieldia pusilla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Michx.) Pers.): Sie ist auf der Nordhalbkugel in Eurasien und im nördlichen Nordamerika weitverbreitet.<ref name="FoNA2002" /><ref name="POWO" />
- Tofieldia thibetica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Franch.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 700 bis 2300 Metern in den chinesischen Provinzen Guizhou, Sichuan sowie nordöstliches Yunnan.<ref name="FoC2000" />
- Tofieldia ulleungensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hyerun Jo: Sie wurde 2020 aus dem südöstlichen Südkorea erstbeschrieben.<ref name="POWO" />
- Tofieldia yoshiiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Makino:<ref name="Tamura2011" /> Es gibt seit 2011 drei Varietäten:<ref name="POWO" />
- Tofieldia yoshiiana var. hyugaensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.N.Tamura & Fuse:<ref name="Tamura2011" /> Dieser Endemit kommt nur im östlichen Teil der japanischen Insel Kyushu vor.<ref name="POWO" />
- Tofieldia yoshiiana var. koreana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Ohwi) M.N.Tamura, Fuse & N.S.Lee:<ref name="Tamura2011" /> Sie kommt nur im zentralen Korea vor.<ref name="POWO" />
- Tofieldia yoshiiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Makino var. yoshiiana:<ref name="Tamura2011" /> Dieser Endemit kommt nur auf der japanischen Insel Yakushima vor.<ref name="POWO" />
- Die Naturhybride Tofieldia ×hybrida Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Kern. ex Asch. & Graebn. aus Tofieldia calyculata × Tofieldia pusilla kommt in den Alpen in Österreich und Italien vor.<ref name="POWO" />
Quellen[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- William Thomas Stearn: Tofieldia Hudson. S. 15–16. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea, Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones). Cambridge University Press, Cambridge, 1980, ISBN 0-521-20108-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.
- Chen Xinqi 陈心启, Minoru N. Tamura: Tofieldia. In:
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="POWO"> Tofieldia. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC2000"> Chen Xinqi 陈心启, Minoru N. Tamura: Tofieldia Hudson. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2000, ISBN 0-915279-83-5. S. 76. </ref> <ref name="FoNA2002"> John G. Packer: Triantha (Nuttall). In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales. Oxford University Press, New York und Oxford, 2002, ISBN 0-19-515208-5. Datenblatt Tofieldia Hudson. S. 60–61 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Wisskirchen1998"> R. Wisskirchen, H. Haeupler: Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3360-1, S. 524. </ref> <ref name="Voggesberger1998"> M. Voggesberger: Tofieldia Hudson 1778. In: O. Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 7, S. 95–98, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3316-4. </ref> <ref name="Tamura2011"> Minoru N. Tamura, Shizuka Fuse, Nam Sook Lee, Jin Ohk Kim, Jun Yamashita, Takaaki Ishii: Biosystematic studies on the family Tofieldiaceae III. Classification of Tofieldia nuda into three species and three varieties. In: Taxon, Volume 60, 2011, S. 1339–1348. Abstract. </ref> <ref name="Burkhardt2016"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2016. ISBN 978-3-946292-10-4. doi:10.3372/epolist2016 </ref> <ref name="Euro+Med"> Eckhard von Raab-Straube (2020+): Tofieldiaceae. Datenblatt Tofieldia coccinea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>