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Sonnengott des Himmels

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Der Sonnengott des Himmels (heth. nepišaš Ištanu<ref>Calvert Watkins: The Golden Bowl: Thoughts on the New Sappho and its Asianic Background. In: Classical Antiquity. Band 26, 2007, S. 309.</ref>) ist eine hethitische Sonnengottheit. Er ist neben der Sonnengöttin von Arinna die zweite von den Hethitern verehrte Sonnengottheit.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 90 f.</ref> Der Sonnengott des Himmels wurde mit dem hurritischen Sonnengott Šimige gleichgesetzt.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 127.</ref>

Der Sonnengott des Himmels im hethitischen Großreich[Bearbeiten]

Darstellung des Sonnengottes des Himmels im großreichszeitlichen Felsheiligtum von Yazılıkaya, links, daneben der hurritische Mondgott Kušuḫ, hethitisch Arma

Der Sonnengott des Himmels diente seit der Zeit von Hethiterkönig Tudḫaliya II. als Schutzgottheit des Großkönigs, verdeutlicht durch eine geflügelte Sonnenscheibe auf den Königssiegeln,<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 89.</ref> und wurde schließlich Gott des Königtums par excellence.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 90.</ref> Seit Großkönig Šuppiluliuma I., vielleicht auch eher, nahm der Sonnengott des Himmels eine bedeutende Rolle als oberster Schwurgott der Staatsverträge ein.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 88.</ref>

In Anlehnung an den mesopotamischen Sonnengott Šamaš gewann auch der Sonnengott des Himmels eine gesteigerte Bedeutung als Gott des Rechts, der Gerechtigkeit und der Wahrheit.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 89.</ref>

Weitere Sonnengötter Altanatoliens[Bearbeiten]

Tiwad[Bearbeiten]

Sonnengott Tiwad (l.) und Mondgott Arma (r.) auf einem Löwen (neo-hethitische Darstellung aus Karkemiš)

Tiwad (im Nominativ: Tiwaz) ist der Sonnengott der Luwier.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 107.</ref> Er hatte, anders als der mesopotamische Šamaš, keine Verbindung zur Unterwelt. Dieser Aspekt der Sonne wurde im luwischen Glauben durch die Sonnengöttin der Erde verkörpert.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 109.</ref>

In der Stadt Tauriša bildete Tiwad eine Triade mit der Göttin Kamrušepa und ihrem gemeinsamen Sohn, einem Schutzgott (Sumerogramm KAL) mit dem luwischen Beinamen wašḫazza- („geweiht, heilig“).<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 100.</ref> Tiwad wurde auch noch in den neo-hethitischen Staaten luwischer Sprache der Eisenzeit verehrt.<ref>Calvert Watkins: The Golden Bowl: Thoughts on the New Sappho and its Asianic Background. In: Classical Antiquity. Band 26, 2007, S. 321 f.</ref>

Tiyaz[Bearbeiten]

Tiyad (Nominativ: Tiyaz), ist der Sonnengott, den die Palaer verehrten.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 58.</ref> Er wurde als Vater und Mutter des Königs bezeichnet.<ref>Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Wiesbaden 2009, S. 88.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Piotr Taracha: Religions of Second Millennium Anatolia. Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05885-8.
  • Calvert Watkins: The Golden Bowl: Thoughts on the New Sappho and its Asianic Background. In: Classical Antiquity. Band 26, 2007, S. 305–324.
  • Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients: Hethiter und Iran. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-51695-9.
  • Maciej Popko: Völker und Sprachen Altanatoliens. Harrassowitz, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-447-05708-0.

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references />