Gefängnis Spaç
Das Gefängnis Spaç (albanisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) war bis 1991 ein Straflager für politische Gefangene zur Zeit der Volksrepublik in Nordalbanien. Das Gefängnis lag sehr abgelegen in den Bergen beim Dorf Spaç (ehemalige Gemeinde Orosh) in der Mirdita. Die Gefangenen mussten in den Kupfer- und Pyrit-Minen, die Teil der Anlage waren, arbeiten. Spaç galt als eines der schlimmsten Gefängnisse des Landes, wo Tausende – vermeintliche – Gegner des kommunistischen Regimes lange Haftstrafen verbüßen mussten.<ref>Thomas Roser: Albanien: Wo man für Klagen über das Essen zehn Jahre Haft erhielt. In: Die Presse. Wien 8. August 2013 (diepresse.com [abgerufen am 13. April 2017]).</ref>
Lage des Gefängnisses in Nordalbanien |
Als solches ist das ehemalige Gefängnis Spaç ein „Symbol des Schreckens“<ref>Vilma Filaj-Ballvora, Johan von Mirbach: Albanien: Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit. Deutsche Welle, 13. August 2013, abgerufen am 13. April 2017 (Video).</ref> und ein Mahnmal der Verbrechen der kommunistischen Diktatur und ihrer Aufarbeitung.<ref name="Graf" /><ref>Ambassador Lu’s Reflections on Spaç Prison. In: Cultural Heritage without Borders. 3. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Mai 2019; abgerufen am 13. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Erste Bergbauaktivitäten begannen in Spaç im Jahr 1954.<ref>Spac Copper Project Feasibility Study Results. (PDF) Albania Tete Mining, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Mai 2019; abgerufen am 13. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Das Gefängnis wurde 1968 eröffnet,<ref>Spaç Prison. In: World Monuments Fund. Abgerufen am 13. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> dem stalinistischen Gulag-System folgend. Es gab einfachste Unterkünfte für die Gefangenen, die dort schwer unter der sommerlichen Hitze und der Kälte des Winters litten, getrennt stehende Isolationszellen, einen Esssaal, ein Verwaltungsgebäude sowie Unterkünfte für die wachhabenden Offiziere und Soldaten. Im Arbeitslager waren bis zu 1400 Personen eingesperrt, wobei es nur für 400 Gefangene errichtet worden war. Die Insassen wurden täglich unter schwierigsten Bedingungen zu vielen Stunden Sklavenarbeit in den Minen unter gesundheitsschädigenden Bedingungen bei sehr schlechter Luft gezwungen. Eine Brücke führte über einen eingeschnittenen Bach zu den Stollen.<ref name="Berfrois">Vincent W.J. van Gerven Oei: Vincent W.J. van Gerven Oei visits Spac. The Unoffical View of Tirana (96). In: Berfrois. 9. Oktober 2015, abgerufen am 13. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="MuzeuMemories">Muzeu i Memories. Abgerufen am 12. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Anita Niegelhell, Gabriele Ponisch: Wir sind immer im Feuer. Berichte ehemaliger politischer Gefangener im kommunistischen Albanien (= Zur Kunde Südosteuropas. Albanologische Studien. Band 2). Böhlau, Wien 2001, ISBN 3-205-99290-3, S. 45, 217.</ref> Viele der Gefangenen wurden misshandelt und getötet, andere verletzten sich schwer bei der Arbeit oder starben an Erschöpfung, die meisten waren erkrankt aufgrund der schlechten Ernährung und fehlender medizinischer Versorgung.<ref name="Graf" />
Im Mai 1973 erhob sich ein Aufstand unter den Insassen. Die Revolte gilt als erster Aufstand gegen das kommunistische Regime in Albanien. Dabei wurde eine Fahne ohne kommunistischen Stern gehisst.<ref name="Berfrois" /><ref>Gazeta Shqip: Burgu i Spaçit, nis projekti i kthimit në muze. In: Info Arkiva. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Mai 2019; abgerufen am 12. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref name="Panorama/2014-10-27">„Spaç 1985, bisedat e të burgosurve për krijimin e Partisë Demokratike“. Vdekja e Enverit, si e rrahën Dom Simonin në Spaç. In: Panorama. 27. Oktober 2014, abgerufen am 13. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Spezialkräften gelang es nach drei Tagen, das Gefängnis wieder unter Kontrolle zu bringen. In der Folge wurden vier Häftlinge erschossen und rund 100 Häftlinge zu langjährigen Zusatzstrafen verurteilt.<ref>Agim Musta: Burgjet e diktaturës komuniste në Republikën e Shqipërisë. Mirgeeralb, Tirana 2005, Burgu minierë i Spaçit, Mirditë, S. 44.</ref> Im Mai 1985 erhoben sich die Insassen gegen die schlechten Bedingungen und die Gewalt der Aufseher. Spezialkräfte des Innenministeriums wurden als Unterstützung per Hubschrauber eingeflogen. Drei Gefangene erhielten Todesstrafen, viele langjährige Gefängnisstrafen und einige starben unter den Schlägen und Misshandlungen der Sigurimi.<ref>Anita Niegelhell, Gabriele Ponisch: Wir sind immer im Feuer. Berichte ehemaliger politischer Gefangener im kommunistischen Albanien (= Zur Kunde Südosteuropas. Albanologische Studien. Band 2). Böhlau, Wien 2001, ISBN 3-205-99290-3, S. 217–219.</ref>
1991 wurden die Arbeitslager für politische Gefangene in Albanien und somit auch das Gefängnis Spaç geschlossen, nachdem das kommunistische System zusammengebrochen war.<ref name="Graf">Marianne Graf: Albanien nördlich des Shkumbin. Herbert Weishaupt Verlag, Gnas 2003, ISBN 3-7059-0166-4, Spaç – es war die Hölle, S. 66–69.</ref>
„Sie hielten mich danach zwölf Jahre lang im Straflager von Spaç fest – ein Gefängnis, das durchaus mit dem Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Mauthausen verglichen werden könnte. Es befand sich in der Nähe eines Bergwerkes, in dem die Gefangenen zu unaufhörlicher, gefährlicher Arbeit gezwungen wurden. Tatsächlich starben viele.“
Heutige Situation[Bearbeiten]
Nach 1995 war das Gefängnis komplett verlassen und verfiel allmählich. Eisen und anderes Metall wurden entfernt und verkauft.<ref name="Berfrois" /><ref>Besar Likmeta: Thieves Plunder Historic Albanian Labour Camp. In: Balkan Insight. 15. Februar 2013, abgerufen am 13. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das ehemalige Gefängnis ist als Denkmal der zweiten Kategorie eingetragen.<ref name="MuzeuMemories" /> Es gibt Pläne von internationalen Organisationen und ehemaliger politischer Gefangener in Albanien, die Anlage in eine Gedenkstätte mit Museum zu verwandeln.<ref name="Shekulli/2016-01-13" /><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Burgu i Spaçit: zbardhet projekti që i kthen imazhin e viteve ‘70-‘80 ( vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)</ref><ref>AP: Albania’s broken men fear prison horrors will be forgotten. In: Mail Online. 19. Juni 2016 (dailymail.co.uk [abgerufen am 13. April 2017]).</ref> 2015 nahm die New Yorker Organisation World Monument Fund das Gefängnis in seine Liste der 50 am meisten gefährdeten Denkmäler der Welt auf.<ref>2016 World Monuments Watch. (PDF) In: World Monuments Fund. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2020; abgerufen am 12. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Im Sommer 2017 erklärte die albanische Kulturministerin die Absicht, die Anlage in ein Museum verwandeln und den alten Bauzustand wiederherstellen zu wollen.<ref>Spac labor camp turns into a museum. In: Top Channel. 6. Juni 2017, abgerufen am 8. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Trotz des Status als Denkmal und Gedenkstätte wurde 2015 der Minenbetrieb in Spaç wieder aufgenommen.<ref name="Berfrois" /> Eine türkische Firma plant, die Mine, die sie als zweitgrößte Kupfermine Albaniens bezeichnet, zu betreiben.<ref>Copper in Albania. In: Tete Mining. Abgerufen am 12. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bekannte Insassen[Bearbeiten]
- Simon Jubani (1927–2011), katholischer Priester, von 1964 bis 1989 inhaftiert, darunter in Spaç<ref name="Panorama/2014-10-27" />
- Osman Kazazi (1917–1999), 42 Jahre inhaftiert, darunter in Spaç<ref name="Panorama/2017-03-29">Ndue Dedaj: Burgu i Spaçit, apo „Shtëpia e Gjetheve“? In: Panorama. 29. März 2017, abgerufen am 13. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Zaimra Kazazi: Shembet pa asnjë urdhër shtëpia e Mandelës shqiptare Osman Kazazit. In: voal-online.ch. 10. September 2009, abgerufen am 13. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Fatos Lubonja (* 1951), Autor und Dissident, von 1974 bis 1991 inhaftiert, davon elf Jahre in Spaç<ref>Izaura Ndoj: Spaci, deshmia e gjalle e vuajtjeve te Fatos Lubonjes. In: Info Arkiv. Koha Jonë, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Mai 2019; abgerufen am 12. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- Spartak Ngjela (* 1948), Jurist und Politiker, von 1979 bis 1990 inhaftiert, darunter in Spaç<ref name="Panorama/2017-03-29" />
- Zef Pllumi (1924–1997), katholischer Priester, von 1967 bis 1989 inhaftiert, darunter in Spaç
- Bashkim Shehu (* 1955), Autor und Sohn von Mehmet Shehu, von 1981 bis 1991 inhaftiert, darunter in Spaç<ref name="Shekulli/2016-01-13">Valeria Dedaj: Spaçi i ditëve tona pasqyron tranzicionin dhe rrënimin gradual. In: Shekulli. 13. Januar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. April 2019; abgerufen am 13. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- Ernest Simoni (* 1928), katholischer Kardinal, von 1963 bis 1981 inhaftiert, davon zehn Jahre in Spaç<ref>Simoni, Ernest. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
- Zef Simoni (1928–2009), katholischer Bischof, 1967–1979<ref name="nök">Weihbischof Zef Simoni, ein wandelnder Märtyrer, pilgert zum Papst. In: Nachrichtendienst Östliche Kirchen. 23. September 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Oktober 2007; abgerufen am 13. April 2017.</ref>
- Maks Velo (1935–2020), Künstler und Autor, 1978–1986
Literatur[Bearbeiten]
- Marianne Graf: Albanien nördlich des Shkumbin. Herbert Weishaupt Verlag, Gnas 2003, ISBN 3-7059-0166-4, Spaç – es war die Hölle, S. 66–69.
Weblinks[Bearbeiten]
- Burgu i Spaçit/ Spaç Prison auf YouTube
- Gefängnis Spaç auf der Website des World Monument Fund
- Albanien – Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit. (Video; Deutsche Welle, 13. August 2013)
- Spaç – unterwegs-reiseblog.de
- The Dialogues Project Spaç
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 41° 53′ 57″ N, 20° 2′ 46″ O
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