Spermin
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| Struktur von Spermin | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | Spermin | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C10H26N4 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
hygroskopische Kristalle<ref name="Römpp">Eintrag zu Spermin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 202,34 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
55–60 °C<ref name="Römpp" /> | |||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
141–142 °C (bei 66,5 Pa)<ref name="Römpp" /> | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
leicht löslich in Wasser und Ethanol<ref name="Römpp" /> | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
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Spermin ist ein natürlich vorkommendes Polyamin, das unter anderem in menschlichem Sperma vorkommt und ihm seinen charakteristischen Geruch und Geschmack verleiht. Es ist als Polykation im zellulären Stoffwechsel aller Eukaryoten in verschiedenen Gewebetypen beteiligt (z. B. Blockade der Kaliumkanäle während der Initiationsphase des Aktionspotentials). Eine technische Verwendung ist möglich aufgrund seiner Eigenschaft, mit Stickstoffmonoxid (NO) wasserlösliche Komplexe zu bilden, wodurch das Gas leichter handhabbar wird. Es dient außerdem als Ausgangsstoff zur Synthese medizinisch interessanter Derivate.
Gewinnung[Bearbeiten]
Ein Syntheseweg zum Spermin führt von Succinonitril durch Reduktion zu 1,4-Diaminobutan, anschließender Cyanoethylierung mit Acrylnitril zum Dicyanovorläufer und anschließender nochmaliger Reduktion.<ref>Harry P. Schultz: The Preparation of Spermine Tetrahydrochloride1 (1,12-Diamino-4,9-diazadodecane Tetrahydrochloride). In: J. Am. Chem. Soc. 70 (8), 1948, S. 2666–2667.</ref>
Biochemie[Bearbeiten]
Spermin entsteht in Säugetierzellen durch Übertragung einer Aminopropylgruppe von decarboxyliertem S-Adenosylmethionin auf Spermidin, katalysiert durch Spermin-Synthase.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Sowohl Spermidin als auch Spermin konnten in Ribosomen, tRNA<ref>L. Jovine, S. Djordjevic, D. Rhodes: The crystal structure of yeast phenylalanine tRNA at 2.0 angstrom resolution: Cleavage by Mg2+ in 15-year old crystals. In: Journal of Molecular Biology. 301, 2000, S. 401–414.</ref> und in Viren nachgewiesen werden. In wachsenden Zellen dient es zur Stabilisierung von räumlichen Strukturen von Ribonukleinsäuren und Proteinen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Verringerung der Polyaminsynthese durch spezifische Hemmung der Ornithindecarboxylase führt zu einem Wachstumsstopp von Krebszellen und Tumoren.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Forschungsgeschichte[Bearbeiten]
1677 erwähnte Antoni van Leeuwenhoek erstmals das Vorkommen von Kristallen in Sperma und anderen Körperflüssigkeiten des Menschen.<ref>A. van Leeuwenhoek: Observationes D. Anthonii Leeuwenhoek, de natis e semine genitali animalculis. Letter dated November 1677. In: Philos. Trans. Roy. Soc. London. 12, 1678, S. 1040–1043.</ref>
1870 isolierte Philipp Schreiner Spermin aus Sperma und wies nach, dass die bei Leukämie im Körper vorkommenden Charcotschen Kristalle das Phosphat dieser Base sind.<ref name="koeln">Mitteilung auf digitalis.uni-koeln.de, S. 387.</ref> Das Ergebnis veröffentlichte er 1878 unter dem Titel Ueber eine neue organische Basis in thierischen Organismen in Justus Liebigs Annalen der Chemie.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Base wurde 1891 von Alexander Poehl aus Rinderhoden hergestellt.<ref name="koeln" />
Die chemische Struktur des Spermins wurde zwischen 1923 und 1927 von Harold Dudley, Otto Rosenheim und F. Wrede aufgeklärt; in dieser Zeit gelang auch die Synthese.<ref>H. W. Dudley, O. Rosenheim, W. W. Starling: The chemical constitution of spermine. III. Structure and synthesis. In: Biochem. J. 20, 1926, S. 1082–1094. PMID 16743746.</ref><ref>F. Wrede: Über die aus menschlichem Sperma isolierte Base Spermin. In: Dtsch. Med. Wochenschr. 51, 1925, S. 24.</ref>
Verwendung[Bearbeiten]
In der Kosmetik wird Spermin in Anti-Aging-Produkten zur Faltenreduktion zugesetzt.<ref>Patent WO2005013932: Use of Spermine and/or Spermidine against skin ageting in dietary, pharmaceutical or cosmetic compositions. Veröffentlicht am , Erfinder: Fabio Rinaldi, Elisabetta Sorbellini, Sergio Baroni, Anna Benedusi.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Alexander Poehl: Die physiologisch-chemischen Grundlagen der Spermintheorie nebst klinischem Material zur therapeutischen Verwendung des Sperminum-Poehl. Hirschwald, Berlin 1896 (Digitalisat)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
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- Ätzender Stoff
- Wikipedia:Fehlerhafte Gefahrstoffkennzeichnung
- Alkylamin
- Stoffwechselintermediat
- Kosmetischer Inhaltsstoff
- Kaffeeinhaltsstoff