Zum Inhalt springen

Stadtkirche Hohnstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Hohnstein Stadtkirche 2017-07-18.jpg
Stadtkirche Hohnstein
Datei:Hohnstein interiér kostela.JPG
Altarraum
Datei:Taufbecken aus Vollholz.jpg
Taufbecken aus Vollholz

Die Stadtkirche Hohnstein ist die evangelisch-lutherische Stadtkirche in Hohnstein in der Sächsischen Schweiz. Der Barockbau ist einer der bedeutendsten in Sachsen.<ref name="DuMont">Walter Fellmann: Sachsen: Kultur und Landschaft zwischen Vogtland und Oberlausitz, Leipziger Tiefland und Erzgebirge. DuMont, 2012, ISBN 978-3-7701-4093-0.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

1381 fand erstmals eine Pfarrkirche in Hohnstein urkundliche Erwähnung. Im Zuge der 1539 im Herzogtum Sachsen-Wittenberg eingeführten Reformation wurde die Kirche evangelisch-lutherisch.

Am 22. September 1724 wurde das Gebäude durch einen Stadtbrand zerstört. Im gleichen Jahr wurde der Wiederaufbau geplant. Auf den Grundmauern des Vorgängerbaues begann nach Plänen des Dresdner Ratszimmermeisters George Bähr am 1. Mai 1725 der Wiederaufbau. Am 4. Oktober 1728 wurde die Kirche geweiht. 1730 wurde der Kirchturmbau vollendet und 1736 der Altar eingeweiht. 1881 erfolgte eine größere Erneuerung im Stil des Historismus. Von 1962 bis 1967 wurde im Zuge einer weiteren Renovierung die barocke Fassung freigelegt und rekonstruiert. 2010 erfolgte eine Sanierung des Gebäudes.<ref>Kultur und Geschichte. Stadtverwaltung Hohnstein, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2017; abgerufen am 20. August 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hohnstein.de</ref>

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Bährs Handschrift von einem gerichteten Zentralraum ist auch in der Hohnsteiner Kirche zu finden. Der Zentralbau gilt als ein Vorläufer der Dresdner Frauenkirche.<ref>Bernd Wurlitzer, Kerstin Sucher: Sachsen. Mit Dresden, Leipzig, Erzgebirge und Sächsischer Schweiz. Trescher Verlag, 2013, ISBN 978-3-89794-319-3, S. 325.</ref> Die Grundfläche des Gebäudes ist quadratisch. Die zweigeschossige ornamental bemalte Empore erstreckt sich über drei Seiten. Das Schiff ist flachgedeckt und mit einer schlichten Kassettenbemalung versehen. Kanzel, Altar und Orgel stehen übereinander im Chor mit Kreuzgratgewölbe. Der Bildhauer Johann Gottlieb Kirchner schuf 1726 den hölzernen Portikusaltar, der vom Hofmaler Carl Christian Reinow farblich gestaltet wurde.

Orgel[Bearbeiten]

Die 1678 von Georg Oehme für die Dorfkirche Stöntzsch gefertigte Orgel mit fünf Registern wurde bei einem Umbau durch Johann Christoph Schmieder auf zehn Register erweitert und am 12. November 1731 sowie am 4. Februar 1732 von Johann Sebastian Bach geprüft.<ref>Christoph Wolff, Markus Zepf: Die Orgeln J. S. Bachs. Ein Handbuch. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2006, ISBN 3-374-02407-6, S. 98 f.</ref> 1860 folgte ein Umbau durch Wilhelm Berger. 1935 wurde das Instrument von Hermann Eule restauriert und die Disposition erweitert. 1965 wurden Dorf sowie Kirche wegen eines Braunkohletagebaues devastiert und die Orgel in die Kirche Hohnstein versetzt und nochmals verändert.<ref>Werner Neumann: Bach-Dokumente, Bd. 4: Bilddokumente zur Lebensgeschichte Johann Sebastian Bachs. Bärenreiter, 1979, ISBN 978-3-7618-0250-2.</ref> Die Vorgängerorgel von 1843 wurde in der Stadtkirche Radeberg aufgestellt. Die heutige Disposition umfasst 15 Register, von denen noch vier von Oehme/Schmieder stammen:<ref>Orgel Databank: Orgel in Hohnstein, Evangelische Stadtkirche, abgerufen am 21. August 2017.</ref>

Datei:Hohnstein Stadtkirche Orgel 2017-07-18.jpg
Orgel der Stadtkirche
I Manual C–c3
Spitzprinzipal 8′
Rohrflöte 8′
Praestant 4′
Gedackt 4′
Nasard 2 2⁄3′
Octave 2′
Terz 1 3⁄5′
Sifflöt 1′
Mixtur IV 1 1⁄3′
Trompete 8′
Pedal C–c1
Subbass 16′
Principalbass 8′
Rauschpfeife V
Lieblich Posaune 16′
Singend Cornett 4′

Die Kirchgemeinde Hohnstein unterm Hakenkreuz[Bearbeiten]

In der NS-Zeit war Pfarrer in Hohnstein der am 11. September 1901 in Glashütte geborene Walter Schumann. Schumann war in der Bekennenden Kirche aktiv. Er protestierte gegen die unmenschliche Behandlung der Häftlinge, die im KZ in der Burg Hohnstein gefangen gehalten wurde. Er hielt Gottesdienste im KZ und betete für die Gefangenen. Dafür wurde er vom NS-Staat und der eigenen Kirche schikaniert. Nur dem Mut der Gemeinde, die sich hinter ihren Pfarrer stellte, ist es zu verdanken, dass Walter Schumann seinen Bekennermut und seine Nächstenliebe nicht – wie viele Andere – mit dem Leben bezahlen musste. 1946 wurde er Rektor des Evangelisch-Lutherischen Diakonenhauses in Moritzburg. Walter Schumann starb bei einem Autounfall am 10. Dezember 1957.<ref>gedenkplaetze.info | Ein Dokumentations- und Erinnerungsprojekt an die Zeit des Nationalsozialismus. Abgerufen am 9. Juli 2026.</ref> In der Burg erinnert in der Ausstellung über die Geschichte der Burg ein Foto an diesen mutigen Christen. (Stand August 2025)

Datei:Grabtafeln und Wandepitaphe an der Außenfassade (Nordseite) der Kirche.jpg
Grabtafeln und Wandepitaphe an der Außenfassade (Nordseite) der Kirche

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Stadtkirche Hohnstein – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 50° 58′ 50″ N, 14° 6′ 33,7″ O

 {{#coordinates:50,980568|14,109351|primary
   |dim=250
   |globe=
   |name=
   |region=DE-SN
   |type=building
  }}