Stadttheater Meran
Das Stadttheater Meran ist ein dem Jugendstil angehöriges Theater in Meran. Es wurde vom Münchener Architekten Martin Dülfer entworfen und 1900 eröffnet.
Geschichte[Bearbeiten]
Um Meran als Kurort attraktiver zu machen, beabsichtigte seit 1884 ein eigens gegründetes Theaterbaukomitee, ein repräsentatives Theater zu errichten. Nach der Klärung von Finanzierungs- und Standortfragen wurde ein Bewerb ausgeschrieben, den der Münchner Architekt Martin Dülfer gewann. Die Ausführung oblag Pietro Delugan. Die Baukosten beliefen sich auf 240.000 Gulden und der Spatenstich erfolgte im August 1899.<ref name=":0">Veröffentlicht von admin: Dieses noble Baudenkmal als Meraner Stadttheater. In: die BAZ. 9. April 2019, abgerufen am 1. September 2026.</ref>
Die Eröffnung wurde am 1. Dezember 1900 mit Goethes Faust gefeiert.<ref name=":0" /> Unter den Gästen befand sich unter anderem Hermann Sudermann. Für die Heimfahrt der Besucher der Abendvorstellung boten sowohl die Überlandstraßenbahn Lana–Meran<ref>tecneum.eu</ref> als auch die städtische Straßenbahn Meran nach regulärem Betriebsschluss spezielle Theaterwagen an. Bis 1915 fanden pro Saison über 200 Aufführungen statt. Kriegsbedingt wurde das Theater in jenem Jahr geschlossen.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs blieben die Touristen aus, erst in den 1920er Jahren eröffnete das Theater wieder. 1937 wurde das Stadttheater im Zuge der Italianisierungsmaßnahmen des Faschismus in Teatro Puccini umbenannt. Im selben Jahr dirigierte Riccardo Zandonai hier seine Oper Francesca da Rimini.
In den 1960er Jahren wurde das Theater als Kino genutzt. Nach einem Brand beschloss die Stadtverwaltung, das Theater renovieren zu lassen. Das ursprüngliche äußere Erscheinungsbild sollte erhalten bleiben, im Inneren waren insbesondere die Bühnentechnik und die Bestuhlung zu erneuern. Die inzwischen zerstörten, von Georg Schreyögg gefertigten Puttengruppen an der Fassade wurden durch Repliken ersetzt.
1978 fand die Neueröffnung statt, 1980 wurde das Theater unter Denkmalschutz gestellt.<ref>Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts</ref>
Seit 1993 liegt die Leitung beim Meraner Stadttheater- und Kurhausverein. Aus dem historischen Fundus wird ein Kostümverleih angeboten.
2024 wurde der Theaterraum dank einer behutsamen, konservativen Renovierung auf sein ursprüngliches, dem Jugendstil verpflichtetes Erscheinungsbild zurückgeführt. Die Neueröffnung wurde am 29. August 2025 mit der Oper Don Giovanni gefeiert.<ref>va / ni: Renoviertes Stadttheater Meran: Jugendstil-Sensation. 14. Juli 2025, abgerufen am 1. September 2026.</ref>
Im Stadttheater Meran werden seitdem regelmäßige Theater- und Opernaufführungen geboten, im September einige Konzerte des Südtirol Festival Meran. Der Saal bietet 296 Sitzplätze.<ref>Kurhaus Meran: Stadttheater Meran. Abgerufen am 1. September 2026.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Albert Ellmenreich: Das Meraner Stadttheater. Beilage zur Meraner Zeitung, Nr. 144, 2. Dezember 1900 (Digitalisat).
- Dieter Klein: Martin Dülfers Meraner Stadttheater. In: Südtirol in Wort und Bild. Band 26–27, 1982/1983, S. 6–12.
- Renate Abram: Das Meraner Stadttheater. Tappeiner, Lana 1989, OCLC 634706826.
- Renate Abram: 100 Jahre Stadttheater Meran 1900–2000. Festschrift. Meraner Stadttheater- und Kurhausverein, Meran 2000, OCLC 638449059.
- Patrick Rina: „Glücklich ist, wer vergisst …“: Merans Stadttheater zwischen Spleen und Ideal 1900–1925, in: Leo Andergassen (Hrsg.): Liebe, Tod und Teufel. Theater in Tirol. Ausstellungskatalog, Schloss Tirol 2022, S. 153–177.
- Das Stadttheater Meran – Il Teatro Puccini di Merano: 1900 – 1978 – 2025. Hrsg. vom Meraner Stadttheater- und Kurhausverein. Meran 2025.
Weblinks[Bearbeiten]
- Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts
- Meraner Stadttheater- und Kurhausverein
- Beilage zur Meraner Zeitung vom 2. Dezember 1900, Digitalisat der Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“
- A Theater Returns to Its Multicolor Art Nouveau Glory, Online-Ausgabe der New York Times, 12. Juni 2025.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 46° 40′ 14,1″ N, 11° 9′ 35,3″ O
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