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Staffelde (Stendal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Staffelde
Stadt Stendal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(158)&title=Staffelde 52° 36′ N, 11° 57′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(158) 52° 36′ 10″ N, 11° 57′ 28″ O
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  }}
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 12,09 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 158 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1998
Postleitzahl: 39576
Vorwahl: 03931
Lage von Staffelde in Sachsen-Anhalt
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Staffelde ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Hansestadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Staffelde, ein gebogenes Straßendorf mit Kirche, liegt an der östlichen Stadtgrenze von Stendal, drei Kilometer westlich der Elbe in der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Nachbarorte sind Stendal mit der Haferbreite im Westen, Arnim und Wischer im Norden, Storkau (Elbe) im Nordosten, Hämerten im Südosten, Langensalzwedel, Charlottenhof und Bindfelde im Südwesten.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten]

Die Ortschaft Staffelde bildet sich durch die Ortsteile Arnim und Staffelde.<ref name="Hauptsatzung" />

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1208 wurde ein Hermannus de Staphfeld als Zeuge in Sandau in einer Urkunde genannt.<ref name="Krabbo Regesten-a" /> Der Ort wurde 1215 erstmals als Stafvelde erwähnt, als Hermannus de Stafueld als Zeuge im campo pro Stafvelde auftrat.<ref name="Krabbo Regesten-b" /><ref name="Riedel-15" /> Weitere Nennungen sind 1330 villam In Staffelde,<ref name="HOB-12" /> 1539 staffelt, 1540 staffeldhe, staffelth,<ref name="Zahn-1928" /> 1687 Staffelde<ref name="HOB-12" /> und auch 1804 Staffelde.<ref name="Bratring-1" />

Windmühle[Bearbeiten]

Am 26. April 1653 war auf dem heutigen Windmühlenberg im Nordwesten des Dorfes eine Bockwindmühle errichtet worden, die Mitte des 20. Jahrhunderts einstürzte. Ihre Flügel ließen interessante Inschriften erkennen.<ref name="HP" />

Datei:Fotothek df rp-e 0170070 Stendal-Staffelde. Windmühle aus, Die Mühle vom 8. Sept. 1932.jpg
Windmühle Staffelde (1932)

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Heinrich Sültmann leitete den Ortsnamen vom althochdeutschen staph für Staffel ab. Er bezeichnet das hügelige Gelände, worauf der Ort liegt.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Sültmann-1932" />

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Datei:Staffelde Stendal Grabhügel Bodendenkmal.jpg
Grabhügelgruppe bei Staffelde
  • Nördlich des Dorfes am Rande des Windmühlenberges befinden sich drei undatierte Grabhügelgruppen, die aus 34 Hügeln bestehen.<ref name="Fritsch" />
  • Bei Staffelde wurden auf drei Fundplätzen aus spätrömischer Zeit Reste einer Siedlung geborgen, wie ein Perle aus Bernstein und ein Brennofen mit einer Abdeckung aus Rotlehm. Die Fundstücke werden im Altmärkischen Museum in Stendal aufbewahrt.<ref name="Leineweber-1997" />
  • Scherbenfunde deuten auf eine alt- und jungslawische Siedlung in der Nähe hin.<ref name="HOB-12" />

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte das Dorf Staffelde zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Kanton Tangermünde auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde Staffelde ab 1816 zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Arnim nach Staffelde eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />

Am 25. Juli 1952 kam Staffelde zum Kreis Stendal und am 1. Juli 1994 zum heutigen Landkreis Stendal.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Am 1. Januar 1998 wurde die Gemeinde Staffelde in die Hansestadt Stendal eingemeindet<ref>Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998. StBA</ref> und wurde dadurch zu einer Ortschaft und einem Ortsteil von Stendal.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1734 1772 1798 1790 1801 1818 1840 1864 1871 1885 1892 1895 1900 1905
Staffelde 123 105 111 102 108 130 139 154 158 187 188<ref name="Zahn-1928" /> 197 198<ref name="Zahn-1928" /> 181
Bahnhof Hämerten 004 006 004 004
Jahr Einwohner
1925 237
1939 217
1946 331
1964 294
1971 296
Jahr Einwohner
1981 253
1993 229
2013 [00]165<ref name="EW-2012-2014" />
2014 [00]166<ref name="EW-2012-2014" />
2018 [00]159<ref name="EW-2019" />
Jahr Einwohner
2019 [00]159<ref name="EW-2019" />
2021 [00]165<ref name="EW-2021" />
2022 [00]161<ref name="EW-2022" />
2023 [0]158<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993:<ref name="HOB-12" />

Religion[Bearbeiten]

Datei:Staffelde Stendal Dorfkirche NW.jpg
Dorfkirche von Nordwesten

Die evangelische Kirchengemeinde Staffelde, die früher zur Pfarrei Staffelde bei Hämerten gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird betreut vom Pfarrbereich St. Jacobi in Stendal im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Bindfelde stammen aus dem Jahre 1679.<ref name="Machholz" />

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin[Bearbeiten]

Ute Matthies ist die Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Staffelde.<ref name="HP" />

Ortschaftsrat[Bearbeiten]

Bei der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 gewann die „Freie Wählergemeinschaft Staffelde/Arnim“ (100 Prozent) und damit alle 5 Sitze. Gewählt wurden 2 Männer und 3 Frauen. Von 263 Wahlberechtigten hatten 200 ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung betrug damit 76,05 Prozent.<ref name="Wahl-2024" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Datei:Staffelde Stendal Staffelder Hauptstraße 10.jpg
Bauernhaus von 1788 neben der Kirche
Datei:Staffelde Stendal Kriegerdenkmal.jpg
Gefallenendenkmal in Staffelde
  • Die evangelische Dorfkirche Staffelde, eine ursprünglich dem heiligen Bartholomäus geweihte Chorturmkirche, ist ein romischer Feldsteinbau inmitten des Ortsfriedhofes, der mit einer Feldsteinmauer umgeben ist.<ref name="Altmarkkirchen" /> Eine dendrochronologische Untersuchung des Eichen-Dachwerkes des Kirchenschiffs lieferte ein Fälldatum um etwa 1179.<ref name="Frommhagen/Schöfbeck" /> Da der Turm im Osten steht, gilt sie als eine der sieben verkehrten Kirchen der Altmark.
  • Mehrere Bauernhäuser und das Pfarrhaus stehen unter Denkmalschutz.
  • Der Feuerwehrverein Staffelde e. V. unterstützt die Freiwillige Feuerwehr im Ort.
  • In Staffelde steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Form eines Tempels.<ref name="denkmalprojekt" />

Das Mordkreuz bei Staffelde[Bearbeiten]

Vor dem südlichen Ortseingang stand früher ein Stein, der den Sockel eines Kreuzes bildete. Das Kreuz stand auf einer bewaldeten Höhe etwa 50 Meter westlich des Weges nach Tangermünde.<ref name="kreuzstein" /> Wilhelm Zahn berichtete 1899, dass der letzte Rest vor einem Jahrzehnt beseitigt wurde.<ref name="Stendaler Beiträge I" /> Beckmann berichtete 1753, dass sich an der Stelle zwei Adelige duellierten und dabei ihr Leben verloren. Sie sollen unter dem Kreuz begraben liegen.<ref name="Beckmann-2" /> Nach einer jüngeren Erzählung soll das Duell 1806 zwischen französischen Offizieren stattgefunden haben.<ref name="kreuzstein" />

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Ruder-Olympiasiegerin Carola Hornig (* 1962) wurde in Staffelde geboren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Staffelde – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 274 (PDF).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Beckmann-2">Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Fünfter Teil, I. Buch, II. Kapitel. Berlin 1753, Spalte 266 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 10. Oktober 2020.</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 297 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00319~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="denkmalprojekt">Staffelde, Stadt Stendal. In: www.denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. Juni 2020, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>

<ref name="EW-2012-2014">Bernd-Volker Brahms: Erstmals seit der Wende ein Plus. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2015, S. 13.</ref>

<ref name="EW-2019">Donald Lyco: Nach zehn Jahren wieder unter 40.000. In: Stendaler Volksstimme. 10. Januar 2020, S. 13.</ref>

<ref name="EW-2021">Donald Lyko: Und es werden immer weniger. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 11. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 13.</ref>

<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>

<ref name="EW-2023">Leon Zeitz: Einwohnerzahl geht zurück. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 16. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 13.</ref>

<ref name="Fritsch">Barbara Fritsch: Städte - Dörfer - Friedhöfe. Archäologie in der Altmark. Band 2. Vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit. Burgwälle, Steinkreuze und Großsteingräber. Hrsg.: Hartmut Bock (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 8). dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, ISBN 978-3-935358-36-1, S. 509.</ref>

<ref name="Frommhagen/Schöfbeck">Ulf Frommhagen, Steffen-Tilo Schöfbeck: Städte - Dörfer - Friedhöfe. Archäologie in der Altmark. Band 2. Vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit. Baumringdatierung - Verfahren der »Datierung von Bauhölzern« in der Altmark (= Hartmut Bock [Hrsg.]: Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 8). dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, S. 487.</ref>

<ref name="Hauptsatzung"> Hansestadt Stendal: Hauptsatzung der Hansestadt Stendal. Lesefassung vom Stand 2. März 2024. 2. März 2024 (stendal.de [PDF; abgerufen am 30. Juni 2024]). </ref>

<ref name="HP">Hansestadt Stendal: Ortschaften der Hansestadt Stendal. In: stendal.de. 9. Juli 2020, abgerufen am 3. August 2020.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="kreuzstein">Andreas Martin: Steinkreuz Stendal. In: kreuzstein.eu. 2013, abgerufen am 3. August 2020.</ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 176–178.</ref>

<ref name="Krabbo Regesten-a">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 111, Nr. 536 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="Krabbo Regesten-b">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 117, Nr. 556 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="Leineweber-1997">Rosemarie: Die Altmark in spätrömischer Zeit (= Siegfried Fröhlich [Hrsg.]: Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie – Landesmuseum für Vorgeschichte – Sachsen-Anhalt. Band 50). Halle (Saale) 1997, S. 390–391, 65–67.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Stendal, St. Jacobi. In: ekmd.de. Abgerufen am 7. April 2023.</ref>

<ref name="Riedel-15">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Stendaler Beiträge I">Wilhelm Zahn: Die Mordkreuze in der Altmark. Hrsg.: Paul Kupka im Auftrag des Altmärkischen Museumsvereines zu Stendal (= Beiträge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde der Altmark. Band I., Heft 2). 1899, ZDB-ID 212026-4, S. 47.</ref>

<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>

<ref name="Wahl-2024">Der Stadtwahlleiter: Öffentliche Bekanntmachung Feststellung des endgültigen Wahlergebnisses der Ortschaftsratswahl in der Ortschaft Staffelde in der Hansestadt Stendal am 9. Juni 2024. Hrsg.: Hansestadt Stendal. 15. Juni 2024 (stendal.de [PDF]).</ref>


<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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