Stauden-Rapsdotter
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| Datei:Rapistrum perenne sl5.jpg
Stauden-Rapsdotter (Rapistrum perenne) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Rapistrum perenne | ||||||||||||
| (L.) All. |
Der Stauden-Rapsdotter (Rapistrum perenne), auch Ausdauernder Rapsdotter oder Ausdauernder Windsbock genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Der Stauden-Rapsdotter ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 30 bis 100 Zentimeter erreicht. Der Stängel ist unten dicht steifhaarig. Er ist oberhalb der Mitte meist stark verzweigt.<ref name="Markgraf1958" /> Die Stängelblätter sind wechselständig angeordnet. Die unteren Laubblätter sind tief lappig bis fiederspaltig.<ref name="EfÖLS2008"/> Sie sind gestielt und etwa 10 bis 15 Zentimeter lang und 3 bis 6 Zentimeter breit.<ref name="Markgraf1958" /> Sie besitzen auf jeder Seite etwa 6 länglich-lanzettliche, ungleich eckig gezähnte Seitenlappen.<ref name="Markgraf1958" /> Die mittleren Stängelblätter sind kurz gestielt und besitzen weniger Seitenlappen, die obersten sind ungeteilt und nur schwach gelappt.<ref name="Markgraf1958" />
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Die Blütezeit des Stauden-Rapsdotters reicht in Mitteleuropa von Mai bis August. Die Blütenstiele sind 1,5 bis 2,5 mal so lang wie der Kelch. Die Blüten weisen 4 Kelchblätter, 4 sattgelbe und untereinander gleich große Kronblätter, 6 Staubblätter und einen oberständigen Fruchtknoten mit einem Griffel auf. Die Kelchblätter sind 2,5 bis 3 Millimeter lang.<ref name="Markgraf1958" /> Die Platte der Kronblätter ist etwa 2 Millimeter breit.<ref name="Markgraf1958" /> Der Griffel ist kurz kegelförmig und kürzer als die Frucht, d. h., die Narbe ist fast sitzend.<ref name="EfÖLS2008"/>
Die kahlen, 7 bis 10 Millimeter langen<ref name="Markgraf1958" /> Früchte sind sogenannte Gliederschötchen und aus zwei Teilen zusammengesetzt. Das untere Glied ist walzlich, das obere kugelig bis zwiebelförmig.<ref name="EfÖLS2008"/>
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie[Bearbeiten]
Beim Stauden-Rapsdotter handelt es sich um einen Hemikryptophyten.<ref name="EfÖLS2008"/>
Die Pflanze ist ein Steppenroller: sie bricht zur Reifezeit an der Basis ab und wird durch den Wind verweht. Auf diese Art können die Diasporen über größere Distanzen ausgebreitet werden.<ref name="EfÖLS2008"/>
Vorkommen[Bearbeiten]
Der Stauden-Rapsdotter ist in Europa in Ostmittel-, Südost- und Osteuropa heimisch.<ref name="Euro+Med"/> Er kommt ursprünglich vor in Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn, Liechtenstein, Kroatien, Bulgarien, Italien, Nordmazedonien, Serbien, Rumänien, Moldawien, in der Ukraine und im europäischen Russland.<ref name="Euro+Med"/> In Frankreich, Norwegen, Finnland, Lettland, Estland, Litauen, Belarus, in der Slowakei und in Slowenien kommt er nur eingeschleppt vor.<ref name="Euro+Med"/> In Mitteleuropa gedeiht er in Gesellschaften der Klassen Festuco-Brometea, Agropyretea oder des Verbands Sisymbrion.<ref name="Oberdorfer2001" />
In Österreich tritt der Stauden-Rapsdotter im pannonischen Gebiet, wo er heimisch ist, zerstreut, sonst nur selten und unbeständig auf Löss-Trockenrasen und alten Böschungen in der collinen bis submontanen Höhenstufe auf. Die Vorkommen beschränken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Aus Oberösterreich, der Steiermark, Salzburg, und Nordtirol sind nur unbeständige Vorkommen bekannt.<ref name="EfÖLS2008"/>
Inhaltsstoffe[Bearbeiten]
Die grünen Teile der Pflanze enthalten Gluconapin.<ref name="Markgraf1958" />
Taxonomie[Bearbeiten]
Der Stauden-Rapsdotter wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, S. 640 als Myagrum perenne erstbeschrieben. Die Art wurde 1785 von Carlo Allioni in Flora Pedemontana sive Enumeratio Methodica Stirpium Indigenarum Pedemontii, Band 1, S. 258 als Rapistrum perenne Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) All. in die Gattung Rapistrum gestellt. Ein Synonym ist Rapistrum diffusum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Crantz.<ref name="Euro+Med" />
Bilder[Bearbeiten]
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Lösstrockenrasen sind das natürliche Habitat des Stauden-Rapsdotters.
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Blätter
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Teil des Blütenstandes: erkennbar sind die sattgelben Kronblätter.
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Der endständige Blütenstand entwickelt zahlreiche Früchte.
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Abgestorbene und abgebrochene Pflanzen werden als Steppenroller vom Wind verblasen.
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Dabei brechen die oberen Fruchtteile der Reihe nach ab und werden so ausgebreitet.
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Der obere Teil der Frucht enthält jeweils einen Samen.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="EfÖLS2008"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Brassicaceae: Datenblatt Rapistrum perenne In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 442.</ref> <ref name="Markgraf1958">Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Seite 489–490. Verlag Carl Hanser, München 1958.</ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
- Stauden-Rapsdotter auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb.
- Rapistrum perenne (L.) All. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Beschreibung bei „Botanik im Bild“ (Naturhistorisches Museum Wien)