Stefan Raue
Stefan Raue (* 11. Dezember 1958 in Wuppertal)<ref>Stefan Raue zum neuen Intendanten des Deutschlandradios gewählt. (medienkorrespondenz.de [abgerufen am 9. Juni 2017]).</ref> ist ein deutscher Journalist. Seit 1. September 2017 ist er Intendant des Deutschlandradios. Zuvor – seit November 2011 – war er trimedialer Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks.
Leben[Bearbeiten]
Der Sohn eines Oberamtsrats der Bauberufsgenossenschaft wuchs mit zwei Geschwistern in Wuppertal-Elberfeld auf.<ref>Mit dem Intendanten Stefan Raue durch Wuppertal, deutschlandfunkkultur.de vom 25. August 2019, abgerufen am 9. Oktober 2021</ref> Nach dem Abitur am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal absolvierte Raue ein geisteswissenschaftliches Studium, jobbte währenddessen lange als Taxifahrer und schloss ein Volontariat an.
Er arbeitete von 1987 bis 1990 für den WDR als Reporter. Danach war er als Politikredakteur und Chef vom Dienst bei RIAS-TV in Berlin tätig. Ab 1992 leitete er die Ressorts Aktuelles und Nachrichten bei Deutsche Welle TV. Danach arbeitete er beim ZDF in verschiedenen journalistischen Schnittstellen, zuletzt als stellvertretender Leiter der Hauptredaktion Außen-, Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik.<ref>Theo Koll ist der starke Mann. In: kress. (kress.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> Ebenfalls war er seit 1997 Redaktionsleiter des ZDF-Magazins blickpunkt, das Reportagen und Berichten aus Ostdeutschland sendete. Anfang 2011 ernannte Udo Reiter, damaliger Intendant des MDR, ihn zum ersten trimedialen Chefredakteur der Landesrundfunkanstalt.<ref>Von owy: Stefan Raue: ein trimedialer Chefredakteur für den MDR. In: FLURFUNK. 5. März 2011, abgerufen am 9. Juni 2017.</ref> Als Verantwortlicher des trimedialen Newsdesks koordinierte er die Berichterstattung in Fernsehen, Hörfunk und Neuen Medien.<ref>„Profil, Kompetenz, Gestaltungswille“. (tagesspiegel.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref>
Bei einem Fachgespräch des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages im Januar 2016, das die Gewalt gegen Journalisten durch rechtspopulistische und rechtsextremistische Demonstranten zum Thema hatte, appellierte Raue an die Presse, deren „Kriegserklärung“ nicht annehmen und weiterhin mit journalistischer Distanz zu berichten.<ref>Weinlein, Alexander: Deutscher Bundestag - Mehr Übergriffe gegen Journalisten. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> Da die „Bürgerkriegsrhetorik“ der rechtspopulistischen Akteure zur Gewalt gegen Journalisten aufstachele und das Aufkommen von Pegida messbar zu einem Anstieg der Gewalt gegen Journalisten geführt habe, werde der MDR nur noch erfahrene Journalisten auf freiwilliger Basis und mit Personenschutz auf solche Veranstaltungen schicken.<ref>Alexander Weinlein: Kriegsrhetorik. Journalisten werden bei Pegida-Kundgebungen zunehmend häufiger attackiert - verbal und körperlich. In: www.das-parlament.de. Deutscher Bundestag, 18. Januar 2016, abgerufen am 30. Oktober 2025.</ref><ref>"Wir weichen nicht". In: kress. (kress.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref>
Anfang Juni 2017 wählte ihn der Hörfunkrat des Deutschlandradios zum neuen Intendanten. Am 1. September 2017 trat er die Nachfolge von Willi Steul<ref>Neuer Deutschlandradio-Intendant - „Die Programme für die Zukunft fest machen“. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> an. Der achtköpfige Verwaltungsrat des Hörfunkbetreibers hatte Raue einstimmig vorgeschlagen, im Hörfunkrat bekam er dann aber mit 26 Stimmen die knappstmögliche Mehrheit (Wahl erfordert Zwei-Drittel-Mehrheit). Es gab sowohl Kritik an der Personalie, aber mehrheitlich auch am Auswahlverfahren.<ref>Ein Streit unter Bildungsbürgern – WELT. Abgerufen am 8. Juni 2017.</ref><ref>Massage und Mauschelei. (tagesspiegel.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> Der Dissens wurde öffentlich vom Chef der baden-württembergischen Staatskanzlei in Stuttgart, Klaus-Peter Murawski geäußert. Er sagte, dass Raue auf Drängen des nordrhein-westfälischen Medienstaatssekretärs Marc Jan Eumann und des Berliner Staatskanzleichefs Björn Böhning als Intendant nominiert wurde.<ref>Stefan Raue Kandidat für Intendantenposten beim Deutschlandradio, doch es gibt offenbar einen Dissens. (medienkorrespondenz.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> Raue beschreibt die von ihm gesehenen Entwicklungschancen des Senders bei der Profilierung der Programmangebote, der Weiterentwicklung der digitalen Formate, die in Ästhetik und Dramaturgie mehr den Nutzungsgewohnheiten auch jüngerer Zielgruppen entsprechen sollen, als auch beim Zusammenwachsen der zwei aktuellen Standorte sowie der Diskussion über die Zukunft des Auftrags und der Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland umfassten.<ref>Stefan Raue wird Intendant des Deutschlandradios. (tagesspiegel.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref>
Am 3. März 2022 wurde Raue für eine weitere fünfjährige Amtszeit als Intendant des Deutschlandradios (ab 1. September 2022) mit 34 von 34 Stimmen wiedergewählt.<ref>Deutschlandradio Pressemitteilung vom 3. März 2022: Hörfunkratssitzung am 3. März 2022: Stefan Raue als Deutschlandradio-Intendant wiedergewählt, abgerufen am 3. März 2022</ref>
Raue ist Mitglied der SPD.<ref>Ein Streit unter Bildungsbürgern – WELT. Abgerufen am 6. August 2021.</ref>
Werke[Bearbeiten]
- Zusammen mit Andreas Elter: Politik: Basiswissen für die Medienpraxis, von Halem, Köln 2013, ISBN 978-3-86962-016-9
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Stefan Raue im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Fachgespräch im Bundestag „Gewalt gegen Journalisten“ mit Stefan Raue am 13. Januar 2016
- Podiumsdiskussion „Macht und Medien“ mit Stefan Raue (im Rahmen der Buchveröffentlichung), Juli 2013
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Navigationsleiste Intendanten des Deutschlandradios
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Raue, Stefan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist |
| GEBURTSDATUM | 11. Dezember 1958 |
| GEBURTSORT | Wuppertal |