Stegel

Stegel oder niederdeutsch Steggelsch sind Trittstufen zum Überqueren eines Grabens, eines Zaunes oder einer Wallhecke.<ref>Querfeldein über Hürden aus Stein</ref>
Die Trittstufen aus Stein oder Holz ermöglichten, die für die Viehhaltung errichteten Hindernisse zu überwinden, ohne dass Tiere durch offen gelassene Pforten ausbrechen konnten.<ref>Mein Schulweg von Eslingholz nach Thumby (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> In den Hamburger Vier- und Marschlande tragen Wege den Namen Stegel, die von den Deichen aus im rechten Winkel vom Gewässer weg führen.<ref>Plattdeutsch - Hochdeutsch beim Kulturkreis Finkenwerder</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Vor dem Ausbau des Straßennetzes und der Nutzung von Pferdewagen und Automobil begingen Menschen viele Strecken zu Fuß und für den Weg ins nächste Dorf, zur Schule oder zur Kirche wurde oft der der direkteste Weg quer über die Koppeln genutzt. Als Hindernis auf diesen häufig begangenen Pfaden erwiesen sich Knicks, Gräben und Zäune, die das Vieh zusammenhielten. Die Stelle, die die Menschen zum Übersteigen nutzten, aber für das Vieh unüberwindbar war, nannte man Stegel. Diese bestanden aus einfachen Holzkonstruktionen oder aus einer hochkant gestellten Steinplatte sowie mehreren Trittplatten. Im Laufe der Jahrhunderte verschwanden die Stegel durch die Flurbereinigung oder die Bewirtschaftung der Felder.
Lüneburger Stegel[Bearbeiten]
Der Lüneburger Stegel ist ein Sportgerät, das aus zwei Böcken, mehreren Schwebebalken, einer Leiter und einer Rutsche besteht. Er wurde in den 1950er Jahren von Lenchen Kunow und Friedrich Preugschat an der Pädagogischen Hochschule in Lüneburg entwickelt<ref>Sportunterricht auf dem Lande und der „Lüneburger Stegel“</ref> und wird beim Kinderturnen und in der Bewegungserziehung zum Klettern, Turnen, Balancieren, Schwingen, Überspringen oder Durchkriechen eingesetzt.
Literatur[Bearbeiten]
- Harald Ammann / Manfred Otto Niendorf: Buwinghe-Bonge-Holzbunge: Chronik, Eigenverlag, Druck: Wachholtz, 1999
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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