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Steinkirchen (Obertaufkirchen)

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Steinkirchen
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Einwohner: 61 (25. Mai 1987)<ref name="Ortsverzeichnis1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 115 (Digitalisat).</ref>
Postleitzahl: 84419
Vorwahl: 08082
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Steinkirchen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Obertaufkirchen im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Indikulus Arnonis vom Jahre 790, das älteste Güterverzeichnis der Kirche Salzburg, hergestellt im Auftrage des Erzbischofs Arno, wird Steinkirchen als eine der drei Kirchen an der Ornau erstmals erwähnt. Die beiden anderen waren in Oberornau und Paffenkirchen. Nach den Ungarneinfällen und deren Verwüstungen ist zu Ehren des Hl. Ulrich von Augsburg, des Ungarnbefreiers (Schlacht auf dem Lechfeld vom 8. bis 10. August 955), eine Kirche aus Stein erbaut worden.

Im Mittelalter nannte sich ein dortansässiges Adelsgeschlecht nach dem Ort. Um 1135 bezeugen Adelbero de Steinenkirchen und sein Bruder Ruodiger eine Urkunde. Um 1200 wurden in klösterlichen Urkunden Walchunus de Stainchirchen und um 1210 bis 1230 Ruodigerus de Stainchirchen erwähnt. Dieses Geschlecht erlosch um die Mitte des 13. Jahrhunderts, und seine Güter kamen wahrscheinlich an die nahe gelegenen Klöster Gars und Au.<ref>Filial Steinkirchen und Edelsize Steinkirchen und Schwindach. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, herausgegeben von dem historischen Vereine von und für Oberbayern. Band 21. München, 1859–1861. Druck von Dr. C. Wolf & Sohn. In Commiffion bei G. Franz. S. 291.</ref>

Ursprünglich gehörte der Ort zur Obmannschaft Obertaufkirchen im kurfürstlichen Landgericht Mühldorf am Inn, aus der 1818 weitgehend die bis zur Gebietsreform 1972 gültige Gemeinde Obertaufkirchen gebildet wurde. Eine Schule in Steinkirchen wird im Jahre 1713 erstmals erwähnt. Diese wurde in einer Stube im Mesnerhaus (jetziges Hundschellhaus, Hausnummer 19) untergebracht. Die Schulzeit dauerte einige Wintermonate, im Sommer brauchte man die Kinder zum Arbeiten. Ein neues Schulhaus wurde 1804 errichtet. Die Schule wurde 1830 vorübergehend geschlossen. Erst 1861 wurde das jetzige „alte“ Schulhaus gebaut. In den 50er Jahren wurde ein Anbau zwischen „Alter Schule“ und Schmid erstellt. 1968 wurde der Schulbetrieb eingestellt und das Anwesen von der Gemeinde Obertaufkirchen verkauft. Im Mai 1987 lebten dort 61 Einwohner in 16 Wohngebäuden, von denen eines in zwei Wohnungen aufgeteilt war.<ref name="Ortsverzeichnis1987" />

Lage[Bearbeiten]

Das Kirchdorf Steinkirchen liegt im linken Talbereich des Ornauer Bachs, der die südliche und östliche Begrenzung des Gattergebirges bildet und über die Goldach zur Isen fließt. Die den Ort tangierende Ortsverbindungsstraße verbindet den Hauptort Obertaufkirchen mit dem ehemaligen Gemeindehauptort Oberornau.

Die nächstgelegenen größeren Städte sind im Osten die Kreisstadt Mühldorf am Inn rund 22 km entfernt, im Westnordwesten Dorfen 14 km entfernt, im Nordnordwesten Landshut 48 km entfernt sowie im Westsüdwesten die Landeshauptstadt München mit einer Entfernung von 60 km.

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten]

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Die Katholische Filialkirche St. Ulrich (Steinkirchen 21) ist ein kleiner barocker Saalbau mit eingezogenem Chor und Westturm, ehemals bezeichnet mit dem Jahr 1672, 1908 verlängert.<ref name="denkmalliste">Regierungsbezirk Niederbayern, Landkreis Landshut, Gemeinde Obertaufkirchen: Baudenkmäler, D-1-83-135-26 und D-1-83-135-24.</ref>


Datei:Steinkirchen 8 (1).jpg
Ehemalige Mühle

Die ehemalige Mühle (Steinkirchen 8) ist ein zweigeschossiger Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss, Bundwerk und Traufschrot aus dem 18. Jahrhundert.

Die Filialkirche und die ehemalige Mühle sind in die Liste der Baudenkmäler in Obertaufkirchen eingetragen.<ref name="denkmalliste" /> Bereich der Katholischen Filialkirche St. Ulrich in Steinkirchen und ihres Vorgängerbaus gibt es darüber hinaus untertägige spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde, die als Bodendenkmal kategorisiert sind.<ref>Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Aktennummer D-1-7739-0080.</ref>

Industrie[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren entwickelte sich rasant eine kleine Spenglerei zum größten Arbeitgeber der Region mit über 400 Beschäftigten. Die Firma Grundner, die vorrangig Lüftungskanäle aus Blech produzierte und weltweit den Markt belieferte. Anfang der 1990er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Lebenswerk der Eheleute Grundner zerschlagen und es entstanden die heute am Betriebssitz firmierenden Firmen als GmbH mit etwa 100 Mitarbeitern, die sich Anlagen- und Luftleit-Systembau, Kamin- und Druckbehälterbau sowie Entstaubungstechnik fokussiert,<ref name="asl">www.als-gmbh.de</ref> sowie die Berliner Luft Technik GmbH, die mit 39 Beschäftigten Lüftungs- und Klimatechnik anbietet.<ref name="BLT">BerlinerLuft. Technik GmbH RegionalCenter Süd.</ref>

Haus- und Flurnamen[Bearbeiten]

Adresse Hausnamen Namensherkunft Foto
Steinkirchen 1 Wagneranwesen ⚭ um 1689, Steinkirchen, Barbara Wagner und Kaspar Wagner<ref name="Heiratsregister">Josef Kiening: Genealogie und Häuser im Gebiet nordwestlich von München und Hahnbach/Opf. – Heiratsregister Pfarrei Steinkirchen.</ref>
Steinkirchen 3 Schneideranwesen
Steinkirchen 4 Christlanwesen Christoph
Steinkirchen 5 Wimmeranwesen
Steinkirchen 6 Kronberger Kfz- und Landtechnik<ref>Kronberger Kfz- und Landtechnik e.K.</ref>
Steinkirchen 7, 9 und 11 Grundner und Fabrikgelände Die Grundner Metallverarbeitung KG ist am 28. März 1979 erloschen.<ref>Grundner Metallverarbeitung KG (Obertaufkirchen-Steinkirchen).</ref> Jetzt nutzt die Berliner Luft Technik GmbH das Gebäude Steinkirchen 7 für den Vertrieb von Lüftungs- und Klimatechnik.<ref name="BLT" /> Datei:Fabrik in Steinkirchen (Obertaufkirchen).jpg
Steinkirchen 8 Bapistanwesen Ehemalige Mühle Datei:Steinkirchen 8 (2).jpg
Steinkirchen 10, 10a Waldherrn-Häuser
Steinkirchen 11 als GmbH: Anlagen- und Luftleit-Systembau, Kamin- und Druckbehälterbau sowie Entstaubungstechnik<ref name="asl" />
Steinkirchen 12 Mesnerhaus, Altes Schulhaus
Steinkirchen 13 Mühlneranwesen
Steinkirchen 14 Schmidanwesen
Steinkirchen 14, 14a Neues Schulhaus Datei:Steinkirchen 12+14a.jpg
Steinkirchen 15 Grundner-Haus
Steinkirchen 16 Schedanwesen ⚭ 3. Juli 1752, Steinkirchen, Melchior Schid S.d. Melchior u. Margarethe<ref name="Heiratsregister" />
⚭ 1. Okt. 1760 Steinkirchen, Melchior Schid S.d. Melchior u. Margarethe<ref name="Heiratsregister" />
Steinkirchen 17 Rachl-Bauernhof Raichnl
⚭ 29. Okt. 1878, Rachl Maria T.d. Bernhard Rachl und Kathar<ref name="Heiratsregister" />
Datei:Steinkirchen 17 Remise.jpg
Steinkirchen 18 Feuerwehrhaus
Steinkirchen 19 Waldherrn-Bauernhof Walther Datei:Steinkirchen 19 (2).jpg
Steinkirchen 20 Hundschell-Wirtshaus Georg Hundschell (* 18. Feb. 1855; † 23. Dez. 1927), Gastwirt und Krämer, Steinkirchen<ref>Totenzettel – Sterbebilder.</ref>
Steinkirchen 21 Filialkirche St. Ulrich mit Friedhof Ulrich von Augsburg Datei:St. Ulrich (Steinkirchen, Obertaufkirchen) 1.jpg
Steinkirchen 22 Eibl-Bauernhof<ref>Ehrung mit lautem Knall: Uschi Eibl ist jetzt Altbürgermeisterin. Merkur, 21. Sept 2021.</ref> Alban
Steinkirchen 23 Baumgartner-Bauernhof ⚭ um 1722, Steinkirchen, Benedikt Baumgartner, Eltern: Baumgartner Gregor und Riedmayr Maria<ref name="Heiratsregister" />
⚭ 17. Sept. 1743, Steinkirchen, Johann Baumgartner, Eltern: Baumgartner Gregor und Riedmayr Maria<ref name="Heiratsregister" />
Steinkirchen 24
Steinkirchen 25, 25a Brünninger-Bauernhof mit Neubau Datei:Steinkirchen 25 (1).jpg
Steinkirchen 26, 28 Ehgarten
Steinkirchen 27
Weiler
Höllhof Höll (Hüll, Hill), ein Anwesen an einem sumpfigen Platze Datei:Höllhof Schuppen.jpg
Neuhausen
Reuth (Köppelreit) Gebhartreut Datei:Reuth alter Stallstadel.jpg
Weinberg (Weinbergerhof) Datei:Weinberg 1.jpg

Flurnamen in und um Steinkirchen sind Herlberg; Anger; Ungererfeld: Weinberg; Rimbachfeld; Stoabründl; Schweibefeld, Schweibeholz; Gemeindewiesen; Forsthuberberg; Unterfeld; Schmidwiesen und Neuhauserwiesen.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Steinkirchen (Obertaufkirchen) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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