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Stephen Miller (Politikberater)

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Stephen Miller (2025)

Stephen Miller (* 23. August 1985 in Santa Monica, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Politikberater. Seit Januar 2025 ist er stellvertretender Stabschef im Weißen Haus und Homeland Security Advisor.

Er war während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump einer seiner engsten Berater (Senior Advisor to the President of the United States) und dessen Redenschreiber. Miller prägte den Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2016 entscheidend mit. Zuvor war der rechtsextreme Ideologe<ref name="Parmar 2023">Inderjeet Parmar, Thomas Furse: The Trump administration, the far-right and world politics. In: Globalizations. Band 20, Nr. 6, 2023, S. 799–813, doi:10.1080/14747731.2021.1991660.</ref><ref>Trumps rechtsextreme Ideen gegen Europa und die Welt. In: Frankfurter Rundschau, 10. Dezember 2025. Abgerufen am 6. Januar 2026.</ref> u. a. Berater von US-Senator Jeff Sessions.

Werdegang[Bearbeiten]

Herkunft und Bildung[Bearbeiten]

Der aus einer liberal-jüdischen Familie – mit Wurzeln mütterlicherseits in Belarus<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Stephen Miller, meet your immigrant great-grandfather.] The Jewish Journal of Greater Los Angeles, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 22. Juli 2018 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> – stammende Stephen Miller wuchs in Santa Monica auf.<ref name="faz2017-01-19">Daniel C. Schmidt: Redenschreiber des Präsidenten - Trumps Flammenwerfer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. Januar 2017, abgerufen am 10. Februar 2017.</ref> Miller besuchte zunächst die Santa Monica Highschool. In einem Lokalradio beschwerte er sich regelmäßig über seine liberale Highschool, in Zeitungskolumnen wetterte er gegen Political Correctness.

Er kritisierte die Ausgabe von Kondomen an Minderjährige, die Zulassung eines Clubs für Homosexuelle und den aus seiner Sicht zu nachlässigen Umgang mit dem Pledge of Allegiance, dem an US-Schulen üblichen Treuegelöbnis auf Nation und Flagge.<ref name=":0">Christian Weisflog: Trumps Scharfmacher Stephen Miller ist der Architekt der Migrationspolitik des amerikanischen Präsidenten und der Souffleur seiner nationalistischen Rhetorik In: Neue Zürcher Zeitung, 19. April 2025, Seite 5</ref> Ferner begeisterte sich Miller als Schüler für Folter – anstatt Todesstrafen; Folter sei ein Fest des Lebens und der menschlichen Würde.<ref>Taylor Odisho: 'Evil' Stephen Miller Calls Torture a 'Celebration of Human Life' in Resurfaced Clip From His Teens, BreakThrough News, veröffentlicht am 17. Juli 2025; abgerufen am 18. Juli 2025.</ref> Nach seiner Schulzeit studierte Miller Politikwissenschaften an der Duke University in North Carolina.

Während seines Studiums erlangte Miller durch seine öffentlichen Auftritte im sogenannten Duke-Lacrosse-Fall überregionale Bekanntheit. Crystal Mangum, eine afroamerikanische Stripperin, behauptete 2006, drei weiße Lacrosse-Spieler ihrer Universität hätten sie vergewaltigt. Die Öffentlichkeit, Universitätsleitung und Medien verurteilten die Spieler, sahen den Fall als Beweis für Rassismus und Sexismus. Miller hingegen beharrte auf der Unschuldsvermutung und zweifelte öffentlich Mangums Darstellung an. Er wurde daraufhin regelmäßig in TV-Sendungen eingeladen, in denen er die Vergewaltigungsgeschichte infrage stellte. Später erwiesen sich Mangums Vorwürfe als falsch.<ref>Alaa Elassar: Duke lacrosse scandal: Crystal Mangum admits to false rape allegations. 14. Dezember 2024, abgerufen am 19. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jenna West: Crystal Mangum, who accused Duke lacrosse players of rape in 2006, says she lied. In: The New York Times. 15. Dezember 2024, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 19. Mai 2025]).</ref> Miller nutzte den Fall als Beweis für eine angeblich linke Voreingenommenheit an Universitäten.<ref name=":0" /> Er beendete sein Studium 2007 mit einem Bachelor. In einem Artikel für eine Studentenzeitung beschrieb sich Miller als „zutiefst überzeugter Konservativer, der es als seine Pflicht empfindet, der Linken die Stirn zu bieten“.<ref name="heute2017-01-19">Jill Colvin: Redenschreiber Stephen Miller: Der Mann, der hinter Trumps Rhetorik steckt. Associated Press / heute.de, 19. Januar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Februar 2017; abgerufen am 17. Februar 2017.</ref>

Als Millers politischer Mentor galt seit seiner Schul- und Studienzeit David Horowitz (1939–2025), der ebenfalls erzkonservative Gründer der Students for Academic Freedom.<ref name=":0" /><ref>Julia Ioffe: The Believer. In: Politico. 27. Juni 2016, abgerufen am 17. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Während seines Studiums und der gemeinsamen Zeit in einer konservativen Studentenorganisation begann Millers bis heute anhaltende Freundschaft zu Richard B. Spencer, dem Publizisten und Gründer der rechtsnationalen Bewegung Alt-Right.<ref name="haaretz2017-01-23">Who Is Stephen Miller, the Jewish Adviser Behind Trump's 'American Carnage'? In: Haaretz. 23. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Verheiratet ist Stephen Miller seit dem 16. Februar 2020 mit Katie Miller geborene Waldman, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hat (geboren 2020, 2022 und 2023). Ihre politische Karriere verlief parallel zu der Millers. Sie diente zuerst als stellvertretende Pressesprecherin im Department of Homeland Security, dann als Pressesprecherin und später Kommunikationsdirektorin für Mike Pence. 2025 war sie zunächst als Kommunikationsdirektorin für die DOGE-Abteilung tätig und folgte Elon Musk bei dessen Ausscheiden Anfang Juni nach Kalifornien.<ref>Paulina Rodriguez: Elon Musk unfollows Stephen Miller on X as he takes his wife, The Daily Beast, 5. Juni 2025; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref> Im August 2025 gab sie ihre privatwirtschaftliche Tätigkeit für Musk auf und widmet sich seither ihrem Podcast.<ref>Katie Miller leaves Elon Musk to launch her own bold new podcast aimed at shaking up MAGA media, The Economic Times, 8. August 2025; abgerufen am 4. Januar 2026.</ref> Sie gehört dem President’s Intelligence Advisory Board (PIAB) an.<ref>Rob Crilly: The woman stuck between Trump and Musk, The Daily Telegraph, 6. Juni 2025; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref>

Berufstätigkeit bis 2016[Bearbeiten]

Nach seinem Studium ging Miller 2009 nach Washington, D.C. Dort arbeitete er zunächst als Pressereferent für die damalige, der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung nahestehende republikanische Abgeordnete Michele Bachmann. Anschließend stellte der als Hardliner bekannte Senator Jeff Sessions Miller als Kommunikationsdirektor ein. Als Sessions’ Berater kämpfte Miller etwa gegen eine Lockerung der Einwanderungsgesetze und warnte vor den Gefahren eines radikalen Islam. Zudem beschäftigte er sich mit den von Sessions angeprangerten Defiziten der Republikanischen Partei in der Kommunikation mit den amerikanischen Arbeitern.<ref name="heute2017-01-19" /><ref name="focus2017-01-20">Joseph Hausner: Stephen Miller - Trumps Brandbeschleuniger - Der Mann hinter Donalds Reden. In: Focus Online. 20. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017.</ref> Damit war Miller eine der Personen, die seit 2009 die von den Republikanern zugleich dringlich geforderte Reform der Einwanderungsgesetzgebung in den USA verhinderten.<ref name="CR20250504" />

Berater von Donald Trump ab 2016 und anderweitige Tätigkeiten[Bearbeiten]

Miller im Jahr 2016 auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump

Im Januar 2016 wechselte Miller zunächst als Senior Policy Advisor ins Wahlkampfteam von Donald Trump. Miller war Chief Speechwriter (Redenschreiber) während Trumps Wahlkampfkampagne im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016.<ref>Dan Marica: White House policy director: From campaign hype-man to Oval Office influence. In: CNN. 1. Februar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="haaretz2017-01-23" /><ref>Robert Costa: Top Sessions aide joins Trump campaign. In: The Washington Post. 25. Januar 2016, abgerufen am 20. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laut Trump spielte Miller im Wahlkampf eine „zentrale und weitreichende Rolle“.<ref name="haaretz2017-01-23" /> Im August 2016 ernannte Trump Miller zusätzlich zum Leiter des Wirtschaftsrates (Economic Advisory Council) seiner Wahlkampagne.<ref>Jim Tankersley: Donald Trump’s new team of billionaire advisers could threaten his populist message. In: The Washington Post. 5. August 2016, abgerufen am 17. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Dezember 2016, nach Trumps Wahlsieg, berief Trump Miller und seinen Schwiegersohn Jared Kushner zum Senior Advisor to the President of the United States (Chefberater des US-Präsidenten). Unter anderem schrieb Miller mit dem damaligen Trump-Berater Steve Bannon die umstrittene und dystopische Begriffe enthaltende Rede zur Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2017.<ref name="haaretz2017-01-23" /><ref>David A. Graham: Alternative Facts - The Needless Lies of the Trump Administration. In: The Atlantic. 22. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Chloe Farand: Donald Trump did not write his inauguration speech, White House admits. In: The Independent. 22. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Logo der Organisation America First Legal, die von Miller gegründet wurde

Nach Donald Trumps Ausscheiden aus dem Amt im Januar 2021 und seinem Umzug nach Mar-a-Lago gehörte Miller weiterhin zur Umgebung des Politikers.<ref>Bastian Brauns: Was macht eigentlich Donald Trump den ganzen Tag? In: t-online.de, 2. Mai 2021, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Im Jahr 2021 gründete er die Organisation America First Legal (AFL).<ref>Stephen Miller to launch a new legal group to give Biden fits. 23. März 2021, abgerufen am 11. November 2024.</ref> Die AFL hat den Zweck, rechtlich gegen solche Verordnungen und Gesetze vorzugehen, die sie als linksradikal betrachtet, und etablierte sich als einer der juristischen Hauptwidersacher der Biden-Regierung.<ref>America First Legal. Abgerufen am 11. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl 2024 betonte Russell Vought im heimlich mitgeschnittenen Gespräch, dass eine enge Vertrauensbasis zwischen den Autoren des Project 2025 mit den Personen im republikanischen Übergangsteam zur Übernahme der Amtsgeschäfte (presidential transition team) nach einem Wahlsieg Trumps bestehe, was einen raschen und effizienten Beginn der Umsetzung der darin vorgezeichneten Maßnahmen ermöglichen werde.<ref>Tom Costello, Lawrence Carter: Undercover in Project 2025. 15. August 2024, abgerufen am 19. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im November 2024, nachdem Donald Trump als künftiger 47. Präsident die Wahl gewonnen hatte, wurde gemeldet, dass sich Trump in seiner zweiten Amtszeit erneut von Miller beraten lassen wolle.<ref>Regierungsbildung in den USA: Trump plant Rückkehr von Hardliner Stephen Miller ins Weiße Haus. In: Der Spiegel. 11. November 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 11. November 2024]).</ref><ref>A. Treene: Trump expected to announce Stephen Miller as deputy chief of staff for policy. Bei CNN vom 11. Nov. 24; engl.</ref>

Trump ernannte ihn 2025 zu einem der stellvertretenden Stabschefs des Weißen Hauses,<ref>Stephen Miller re-emerges as an ‘untouchable’ force in Trump’s White House. nbcnews.com, 15. Mai 2025, abgerufen am 11. Juni 2025.</ref> sowie zum Homeland Security Advisor. Dieses Amt baute Miller zu einer Schlüsselfunktion innerhalb der Regierung aus, da es ihm direkten Zugang zum Präsidenten erlaubt. In der Neudefinition von Regierungsleitlinien und der ideologischen Besetzung von Beamten (sogenannte Schedule-F-Ernennungen) wird Millers Tätigkeit einerseits flankiert von seiner zivilen Institution America First Legal, deren Klagen gegen andere Organisationen und Personen nunmehr im Einklang mit Regierungspositionen laufen. Am 2. Mai 2025 verklagte AFL sogar den Vorsitzenden des Supreme Court, John Roberts. Andererseits bedient sich Miller eines umfangreichen Medienapparats zur öffentlichen Kommunikation seiner Botschaften an die MAGA-Bewegung, obwohl seine Strategie nicht auf der Legitimation durch öffentliche Meinung basiert, sondern auf der Abschaffung von Möglichkeiten, der Regierung zu widersprechen.<ref name="CR20250504">Stephen Miller: The Shadow Architect of American Authoritarianism, Critical Resistance, 4. Mai 2025; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref>

Miler gilt als zentraler Planer von Trumps harter Einwanderungspolitik.<ref>Pressure grows on Stephen Miller after Alex Pretti killing but Trump unlikely to cut ties. In: The Guardian, 28. Januar 2026. Abgerufen am 29. Januar 2026.</ref> Miller erklärte Einwanderung zur zentralen Bedrohung der nationalen Sicherheit und betrieb seit seiner Ernennung die Migrationsbekämpfung auf allen Wegen, indem etwa Grenzen abgeriegelt, Asylverfahren erschwert und die angestrebte Zahl von Deportationen massiv erhöht wurde.<ref>Nick Miroff, Jonathan Lemire: Stephen Miller has a plan, The Atlantic am 19. März 2025; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref> Bei den entsprechenden präsidialen Dekreten verließ sich Trump sehr stark auf die Beratung Millers. Dieser rief intern das Ziel aus, jährlich eine Million Migranten abzuschieben, und berief sich seither auf alle der Exekutive zur Verfügung stehenden Mittel, einschließlich Notfallverordnungen und des für Kriegszeiten vorgesehenen Alien and Sedition Acts.<ref name="CR20250504" /> Miller trat dafür ein, dass Migranten gegen ihre Abschiebung keine Rechtsmittel mehr einsetzen dürfen.<ref>Hélène Krähenbühl: Das Gehirn hinter der harten Einwanderungspolitik Donald Trumps, SRF am 16. Juni 2025; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref>

Dabei informierte er Trump teils gezielt falsch, beispielsweise indem er bei der Gerichtsentscheidung zu Kilmar Abrego Garcia Tatsachen verdrehte.<ref>Damon Root: Stephen Miller egregiously misrepresented a Supreme Court order while Trump nodded along, reason am 15. April 2025; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref> Miller wird als führender Architekt eines Dekrets gesehen, welches die Staatsbürgerschaft durch Geburt abschaffen soll, das aber (Stand Mitte 2025) vorübergehend durch Bundesgerichte außer Kraft gesetzt wurde und beim Supreme Court anhängig ist.<ref name="CR20250504" /> Auch weitete Miller die Kompetenzen des Sicherheitsberaters auf weitere Ressorts aus; so etwa wurde das Bildungsministerium von ihm aufgefordert, nur noch Schulen zu finanzieren, die der „patriotischen“ Linie der Regierung folgen.<ref>Meredith Kile: Trump's top policy adviser says schools must teach children 'to love America' if they want federal funding, People am 1. Mai 2025; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref> In einem Interview mit dem rechten Sender Newsmax stellte er die Frage: „Wohin soll sich unser ganzes Land wenden, um all den Reichtum, Wohlstand und die Sicherheit zurückzubekommen, die uns durch Jahrzehnte unkontrollierter, illegaler Massenmigration geraubt wurden?“ Man verdiene für das, was einem „gestohlen“ worden sei, „Wiedergutmachung“.<ref>Annett Meiritz, Juliane Schäuble: Die Allianz der Neuen Rechten. Wie die Trump-Bewegung Europa erobert. Heyne, München 2025, S. 46 f.</ref>

Im Oktober 2025 erklärte Miller in einem Interview gegenüber CNN, als er auf Militäreinsätze in Oregon und Illinois angesprochen wurde, dass der Präsident „unumschränkte Befehlsgewalt“ (plenary authority) über das Militär habe. Damit widersprach er der US-Verfassung; Miller korrigierte seine Worte anschließend nicht.<ref>The Guardian: Stephen Miller said Trump has ‘plenary authority’. What does that mean?, 9. Oktober 2025; abgerufen am 19. Oktober 2025.</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Wurde Miller 2018 noch vom Journalisten Michael Wolff als Rechtsaußenkonservativer („far-right conservative“) beschrieben,<ref>Michael Wolff, Fire and Fury: Inside the Trump White House, S. 64–65, Henry Holt and Co., 2018, ISBN 978-1-250-15806-2</ref> wurde er spätestens 2023 in wissenschaftlicher Literatur als rechtsextremer Ideologe eingeordnet.<ref name="Parmar 2023" /> Kritiker warfen Miller bereits in Trumps erster Amtszeit vor, „Trumps Flammenwerfer“,<ref name="faz2017-01-19" /> „Trumps Brandbeschleuniger“<ref name="focus2017-01-20" /> und „der Mann, der hinter Trumps Rhetorik steckt“<ref name="heute2017-01-19" />, zu sein; er bringe „den Hass in Trumps Reden“.<ref name="sz-2017-06-11">Thorsten Denkler: Stephen Miller bringt den Hass in Trumps Reden. In: sueddeutsche.de. 11. Juni 2017, abgerufen am 24. November 2018.</ref> Im November 2019 veröffentlichte das Southern Poverty Law Center eine Analyse von mehr als 900 internen E-Mails von Miller, in denen er seine Strategien koordinierte. Die Studie legte damit Millers Rassismus und Reaktionismus offen.<ref>Stephen Miller’s Affinity for White Nationalism Revealed in Leaked Emails</ref> Daraufhin forderten Abgeordnete wie Ilhan Omar und Jackie Speier den Präsidenten auf, Miller zu entlassen. Insgesamt schlossen sich diesen Forderungen 80 Kongressmitglieder an; das Weiße Haus lehnte diese Forderungen ab und Miller blieb ohne Folgen für ihn im Amt.<ref>Asawin Suebsaeng: Stephen Miller can push racist crap, but ‘The President has his back’, am 16. November 2019; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref>

Ein Anfang 2026 erschienener Kommentar in der Los Angeles Times beschrieb Miller als „Schlimmsten unter den Schlimmen“, als hasserfüllten Ghoul, der selbst unter all den anderen Bösewichtern im Weißen Haus unter Trump gute Argumente dafür liefere, die „Rolle der bösartigsten und einflussreichsten Figur dort“ einzunehmen. Miller sei „das schlagende Herz einer der hässlichsten, fremdenfeindlichsten und gewalttätigsten Phasen der Einwanderungskontrolle“, die die USA je erlebt hätte und die Kraft, die Trump, der nie ein Engel gewesen sei, dazu anstifte noch mehr Böses zu tun. Es sei Miller gewesen, der ICE dafür kritisiert hatte, nicht genug Einwanderer ohne Papiere festzunehmen, Miller, der ICE dazu drängte, Bau- und Supermärkte zu stürmen, Miller, der Trump dazu anstiftete, über reine Abschiebung hinauszugehen und das Ende der legalen Einwanderung und der Staatsbürgerschaft durch Geburt anzustreben, und Miller, der sich für das Neonazi-Konzept der Remigration einsetzte. Wenn Trump wirklich eine Deeskalation wolle, dann bedeute diese gar nichts, wenn er nicht das „Krebsgeschwür“ Miller aus dem Weißen Haus entferne.<ref>Trump says he wants to get rid of ‘the worst of the worst.’ Start with Stephen Miller. Kommentar von Gustavo Arellano. In: Los Angeles Times, 29. Januar 2026. Abgerufen am 29. Januar 2026.</ref>

In der Popkultur[Bearbeiten]

Der US-amerikanische Rockmusiker Bruce Springsteen veröffentlichte am 28. Januar 2026 eine Single mit dem Titel Streets of Minneapolis,<ref name="BS-Streets Of Minneapolis-YouTube">Bruce Springsteen - Streets Of Minneapolis (Official Audio) auf YouTube, 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value); Audio; Laufzeit: 4:35 min.).Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)</ref> die sich thematisch mit dem Vorgehen der US-Polizeibehörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) in Minneapolis beschäftigt. Der Liedtext charakterisiert ICE-Agenten als Söldner („private army“ [„Privatarmee“]) und Stephen Millers und Kristi Noems Berichte über die Tötungen von Alex Pretti und Renée Good als „dirty lies“ („schmutzige Lügen“).<ref name="BS-Streets Of Minneapolis-NYT">Michaela Towfighi: Springsteen Releases ‘Streets of Minneapolis,’ a Song Protesting ICE. In: nytimes.com. The New York Times, 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Anmeldung erforderlich).</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Guerrero: Hatemonger: Stephen Miller, Donald Trump, and the White Nationalist Agenda―An Examination of Radicalization and Right-Wing Extremism. HarperCollins, London/New York 2020, 336 Seiten, ISBN 978-0062986719, ISBN 0-06-298671-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Stephen Miller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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