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Stienitzsee

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Stienitzsee
Datei:Rüdersdorf asv2022-06 img3 Stienitzsee.jpg
Luftbild des Sees
GKZ DE: 58278839
Geographische Lage Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg
Zuflüsse Rüdersdorfer Mühlenfließ (hier auch Annafließ genannt), Stranggraben
Abfluss Rüdersdorfer Mühlenfließ → Löcknitz → Spree → Havel → Elbe → Nordsee
Orte am Ufer Hennickendorf
Daten
Koordinaten 52° 30′ 7″ N, 13° 49′ 8″ O
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Stienitzsee (Brandenburg)
Stienitzsee (Brandenburg)
Höhe über Meeresspiegel 34,4 m ü. NHN<ref>Heimatkarte Märkische Schweiz, Berliner Urstromtal. 1:50.000, Falk, Ostfildern 1999, ISBN 978-3-88445-603-3</ref>
Fläche 2,11 km²<ref name="luis">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Badegewässerprofil nach Artikel 6 der Richtlinie 2006/7/EG und § 6 der Verordnung über die Qualität und die Bewirtschaftung der Badegewässer vom 6. Februar 2008 (BbgBadV) (Memento vom 30. Mai 2021 im Internet Archive). Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, aktualisiert am 15. Februar 2021 (PDF; 877 kByte).</ref>
Länge 3,18 km<ref name="Steckbrief">Steckbrief Seen EG-Wasserrahmenrichtlinie: Stienitzsee. (PDF; 561 kB), Landesamt für Umwelt Brandenburg, Referat W14, Stand: 10. Oktober 2017.</ref>
Breite 959 m<ref name="Steckbrief" />
Volumen 14,05 Mio. m³
Maximale Tiefe 14,5 m<ref name="luis" />
Mittlere Tiefe 6,6 m<ref name="luis" />
pH-Wert 8<ref name="luis" />
Einzugsgebiet 116 km²<ref name="luis" />

Der Stienitzsee (zur Abgrenzung zum Kleinen Stienitzsee auch Großer Stienitzsee) liegt im Gemeindegebiet des Rüdersdorfer Ortsteils Hennickendorf bei Berlin. Er ist als Landeswasserstraße klassifiziert.<ref>Bundes- und Landeswasserstraßen 2015 im Land Brandenburg. In: brandenburg.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Oktober 2020; abgerufen am 2. März 2023.</ref>

Naturräumliche Lage und Entstehung[Bearbeiten]

Der Stienitzsee liegt im südlichen Bereich des an das Warschau-Berliner Urstromtal angrenzenden Barnimplateaus. Er ist Teil einer aus subglazialen Entwässerungsbahnen entstandenen eiszeitlichen Rinnenseekette vom Straussee bis zum Flakensee, die vom Rüdersdorfer Mühlenfließ durchflossen wird. Einen zweiten Zufluss von Norden bildet der das Annatal entwässernde Stranggraben. In Rinnental des Mühlenfließes herrschen fein-, mittel- und grobkörnige Sande mit schwach kiesigen bis kiesigen Lagen vor.<ref name="Nixdorf">Brigitte Nixdorf, Mike Hemm, Anja Hoffmann, Peggy Richter: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands. Teil 5: Brandenburg (PDF; 1,9 MB). Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht, 2003.</ref>

Der 3,177 km lange und bis zu 959 m breite See erstreckt sich in Nordost-Südwest-Richtung und wird durch eine Engstelle im südwestlichen Bereich in zwei Becken geteilt. Die mit 14,5 Metern tiefste Stelle findet sich im nordöstlichen Bereich.<ref name="Nixdorf" /> Der Stienitzsee ist ein kalkreicher, geschichteter See mit einem relativ großen Einzugsgebiet von 116 km².<ref name="Nixdorf" /> Das südöstliche Ufer ist überwiegend bebaut, während das nordwestliche Ufer von Wäldern bestanden ist. An der Nordostspitze liegt der zur Gemeinde Rüdersdorf gehörende Ort Hennickendorf.

Trophische und chemische Charakteristik[Bearbeiten]

Der Steckbrief nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie bescheinigt dem Stienitzsee 2017 einen ökologischen Zustand von 4 (= „unbefriedigender Zustand“; Umweltziel der WRRL wird deutlich verfehlt) auf einer fünfstufigen Skala. Die Qualitätskomponenten Makrophyten/Diatomeen und Phytoplankton weisen ebenfalls den Wert 4 auf. Der chemische Zustand wird mit 3 (= „mäßiger Zustand“; Umweltziel der WRRL wird knapp verfehlt) bewertet. Noch im Jahr 2009 waren die Werte jeweils eine Stufe besser. Der LAWA-Trophieindex lag 2016 bei 2,7. Damit war der See schwach eutroph.<ref name="Steckbrief" />

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name des Sees wird vom altpolabischen „Studenica“ (von „studen“; deutsch: „kalt“) abgeleitet. Aus dem 1231 erwähnten „Studenitz“ entstand über „Stünitz“ schließlich „Stienitz“.<ref>Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch: Etymologie der Gewässernamen und der zugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. de Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-033859-1, S. 515 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Geschichte und Nutzung[Bearbeiten]

Datei:AK Badestrand am Stienitz-See, um 1920.jpg
Badestrand am Stienitzsee, um 1920

Im Jahre 1858 ließ die Gemeindeverwaltung den Seespiegel um 2,5 Meter absenken, damit die dort entdeckten Tonvorkommen erschlossen und über die südliche Wasserstraße per Schiff hin zur Spree abtransportiert werden konnten. Im nördlichen Teil entstanden dadurch Nasswiesen (die sogenannten Gummiwiesen) und ein Erlenbruchwald. Direkt am Nordufer wurde ein ca. 500 m langer Brettersteg angelegt. Die Tonvorkommen waren bis 1975 aufgebraucht.<ref>50 Jahre NSG Lange-Damm-Wiesen und Unteres Annatal 2001, abgerufen am 9. August 2014.</ref>

Direkt am See befindet sich seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ein Strandbad mit Sandstrand, Sportmöglichkeiten und Gastronomie.<ref name="seen">Stienitzsee im Verzeichnis von seen.de, abgerufen am 20. Juni 2014.</ref>

Seit den späten 1990er Jahren haben sich am und um den Stienitzsee (Rüdersdorf, Hennickendorf, Fredersdorf-Vogelsdorf u. a.) mindestens 10 Restaurants etabliert.<ref>Restaurants am Stienitzsee, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref>

Der See ist ein offizielles Angelgewässer (Nr. VF 09-01) und mit folgenden Fischarten besetzt: Aale, Barsche, Brassen, Güster, Hechte, Karpfen, Rotaugen, Rotfedern, Welse und Zander.<ref>Großer Stienitzsee: Fisch-Hitparade, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref><ref>Erstbesatz von Zander und Karpfen im neuen Verbandsvertragsgewässer, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Großer Stienitzsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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