Stiftung Brasilea

Die Stiftung Brasilea ist ein internationales Ausstellungshaus in Basel in der Schweiz mit Schwerpunkt auf brasilianischen Künstlern und Kunst, die sich thematisch mit Brasilien auseinandersetzt.<ref name="Bâle">Art. Stiftung Brasilea. in: Dominique Auzias und Jean-Paul Labourdette: Bâle 2014–2015, Petit Futé, Basel 2014, S. 106 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Das Ausstellungshaus liegt im Basler Rheinhafen direkt im Dreiländereck, grenzend an Frankreich und Deutschland.<ref name="Muchenberger"/> Seit 2005 ist die Sammlung des Stifters Walter Wüthrich öffentlich zugänglich.<ref name="Muchenberger">Denise Muchenberger: Von Brasilien nach Brasilea, in: Basler Zeitung von 15. März 2014.</ref><ref name="SWW2">Stiftung Brasilea (Hrsg.): Die Sammlung Walter Wüthrich. Franz Josef Widmar. Stiftung Brasilea, Basel 2007, S. 2, Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Digitalisat (PDF; 3,05 MB) ( vom 7. Dezember 2014 im Internet Archive).</ref><ref name="artagenda">Stiftung Brasilea, auf der Webseite artagenda.com.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Vom Basler Rheinhafen aus, wo heute das Ausstellungshaus steht, brach der Stifter Walter Wüthrich 1939 mit dem Ziel Südamerika auf.<ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/><ref name="Melli"/> Seine Reise führte ihn nach Rio de Janeiro.<ref name="Muchenberger"/><ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/> Anfang der 1950er Jahre lernte er in Rio den österreichisch-brasilianischen Kunstmaler Franz Josef Widmar kennen.<ref name="Muchenberger"/><ref name="Eglin">Beat Eglin: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Brasilea – Kunst aus Brasilien. ( vom 7. Dezember 2014 im Internet Archive) In: Baselland Zeitung vom 25. April 2014.</ref> Eine lebenslange Freundschaft entstand<ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/> und Walter Wüthrich unterstützte seinen Freund als Mäzen und kaufte die ersten Gemälde des Malers.<ref name="Muchenberger"/><ref name="SWW2"/> 1995 versprach er Widmar an dessen Sterbebett, dass er sich dafür einsetzen werde, dessen Gemälde in einer bleibenden Galerie auszustellen und so sein Gesamtwerk zu würdigen.<ref name="Muchenberger"/><ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/>
Zu diesem Zeitpunkt hatte Wüthrich bereits über 400 Gemälde von Widmar erworben.<ref name="Muchenberger"/> Nach dessen Tod kaufte er auch noch das ganze verbliebene restliche Werk<ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/> und machte sich daran, das Projekt „Brasilea Stiftung“, mit welchem von Beginn auch die Idee eines Kulturaustausches zwischen der Schweiz und Brasilien verknüpft war,<ref name="Muchenberger"/><ref name="SWW2"/> zu konkretisieren. Er lernte in Basel den Fotografen Onorio Mansutti, den späteren ersten Präsidenten der Stiftung Brasilea, kennen und bat ihn, sich nach geeigneten Räumlichkeiten für die Umsetzung des Stiftungsprojektes umzusehen.<ref name="SWW2"/> Im Jahr 2002 starb Walter Wüthrich in Rio de Janeiro.<ref name="Muchenberger"/><ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/> Es war ihm vergönnt zu wissen, dass seine Ideen in einer ehemaligen Schiffsmotorenwerkstatt im Basler Rheinhafen genau dort umgesetzt würden, von wo er 63 Jahre zuvor nach Südamerika aufgebrochen war.<ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/>
Offiziell gegründet wurde die Stiftung Brasilea allerdings erst nach Wüthrichs Tod am 22. September 2003.<ref name="Bâle"/><ref name="Eglin"/><ref name="Melli"/> Auch das Gebäude am Westquai 39 im Rheinhafen wurde erst nach seinem Ableben erworben.<ref name="Muchenberger"/> Seit dem Bezug des Hauses im Mai 2005 leistet die Brasilea Stiftung einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Vermittlung brasilianischer Kunst- und Kulturprojekte in der Schweiz,<ref name="Bâle"/><ref name="Eglin" /><ref name="Melli"/><ref name="Kang"/> der in dieser Form in Europa einzigartig ist.<ref name="Punto"/> Die anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten konnten durch den Verkauf von Kunstwerken und die Vermietung von Stiftungsräumlichkeiten für Eventzwecke umschifft und so der Erhalt der Stiftung Brasilea gesichert werden.<ref name="Muchenberger"/>
Kooperationen[Bearbeiten]
Zur Erreichung des Stiftungszweckes der Förderung des Kulturaustausches zwischen der Schweiz und Brasilien kooperiert die Stiftung Brasilea neben den zahlreichen in der Schweiz lebenden Brasilianern mit einer Reihe von anderen Institutionen.<ref name="Eglin"/> Zu den Kooperationspartnern zählen u. a. das Goethe-Institut<ref name="Götter"/> und die brasilianische Botschaft in der Schweiz.<ref name="Punto"/>
Gebäude / Architektur[Bearbeiten]
Das vierstöckige Werkstattgebäude der Rheinschifffahrt wurde 1964 in unmittelbarer Nachbarschaft zu Frankreich und Deutschland im Dreiländereck errichtet.<ref name="Bâle" /><ref name="Muchenberger" /> Es ist direkt im Grünstreifen der Bermenböschung parallel zum Rhein positioniert. Das Gebäude wurde 2004/2005 zum Stiftungssitz umgebaut, ist containerförmig, in grüner Farbe gehalten<ref name="Muchenberger" /> und öffnet sich durch seine horizontalen Lichtbänder ausschliesslich zur Seite des Wassers hin.<ref name="BauNetz">Rheinschifffahrt. Kulturzentrum in Basel eröffnet. In: BauNetz vom 17. Juni 2005.</ref> Das äussere Erscheinungsbild wird durch zwei Materialien gegliedert und bestimmt: Im Bereich des Sockelgeschosses der Stahlbeton und in den Stockwerken darüber transluzentes Material aus grünen Lichtwellplatten, die aus Glasfaserkunststoff bestehen.<ref name="BauNetz"/> Je nach Lichteinfall und Standort des Betrachters schimmert und glitzert diese Fassadenverkleidung und reflektiert dabei aus der Umgebung jeweils Anderes.<ref name="BauNetz"/> Bewusst wurden unveredelte Materialien verwendet, um sowohl der ursprünglichen Nutzung als auch der neuen Verwendung als Kunst- und Kulturhaus gerecht zu werden.<ref name="Projekte"/> Einfachheit und Robustheit sollen zum Ausdruck bringen, dass Architektur als Gebrauchsartikel des Alltags zu verstehen ist. Die ästhetische Wirkung des Baues im Hafen ist bewusst inszeniert; es sollen die ehemalige industrielle Eleganz widergespiegelt und zugleich die Veränderungen im Hafengebiet versinnbildlicht werden.<ref name="Projekte">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.2003-09 Brasilea ( vom 28. Dezember 2014 im Internet Archive), auf der Unterseite Projekte auf der Homepage des ausführenden Architekturbüros Fischerart.</ref> Die weit auskragende Krananlage ist signifikanter Zeitzeuge und fungiert als Wahrzeichen des Gebäudes und des Hafens.<ref name="artagenda"/><ref name="BauNetz"/><ref>Industrielle Eleganz am Hafen. Stiftung Brasilea. in: Rollladen – Tore – Sonnenschutzsysteme. Jg. 4, Nr. 12 (2006), ISSN 1612-6599, S. 48–49. (IRB).</ref>
Die Sammlung[Bearbeiten]
Den Ursprung der Stiftung bildet die permanente Sammlung Walter Wüthrich mit über 500 Bildern des Künstlers Franz Josef Widmar und persönlichen Gegenständen, die als Herzstück im 1. Obergeschoss separat gezeigt werden.<ref name="Muchenberger"/><ref name="SWW2"/><ref name="Eglin"/> Die Sammlung Walter Wüthrich ist Eigentum der Stiftung „Kinder In Brasilien.“<ref name="SWW2"/>
Mittlerweile umfasst die Sammlung Werke zahlreicher weiterer Künstler wie etwa von José Bechara, Maureen Bisilliat, Marcelo Bratke, Luiz Dolino,<ref>Offizielle Website von Luiz Dolino.</ref> Alex Flemming, Anja Ganster,<ref>Offizielle Website von Anja Ganster.</ref> Hilal Sami Hilal,<ref>ehemalige Website von Hilal Sami Hilal im Internet-Archiv.</ref> Mariannita Luzzati,<ref>Offizielle Website von Mariannita Luzzati.</ref> Oscar Muñoz,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Oscar Muñoz ( vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive), auf der Website der Sicardi Gallery.</ref> Mira Schendel, Manfredo de Souzanetto, Evandro Teixeira, Pierre Verger und Zezão.<ref name="Streetart">Streetart aus São Paulo, Interview mit der Basler Zeitung auf YouTube vom 21. Januar 2011.</ref>
Ausstellungen[Bearbeiten]

Im Sockelgeschoss und Hochparterre werden sowohl temporäre Ausstellungen bildender Kunst und Fotografie als auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Filme, Vorträge und Lesungen präsentiert.<ref name="Bâle"/><ref name="artagenda"/>
Jährlich zeigt die Stiftung Brasilea drei bis vier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.<ref name="Muchenberger"/>
(Auswahl):
- 18. Juli–17. August 2005: Schwarze Götter im Exil<ref name="Götter">Schwarze Götter im Exil, auf der Webseite des Goethe-Instituts.</ref>
- 2007: Oscar Niemeyer<ref>Vitaler Baumeister. Ausstellung Oscar Niemeyer in Basel, in: Neue Zürcher Zeitung vom 9. Februar 2007.</ref>
- 21. Januar–10. März 2011: Streetart & Graffiti aus São Paulo<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Galeria Choque Cultural – Streetart & Graffiti aus São Paulo. ( vom 7. Dezember 2014 im Internet Archive) In: Monopol.</ref>
- 14. April–19. Mai 2011: Adalardo Nunciato Santiago – „Psychorealismus“<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Adalardo Nunciato Santiago – PSYCHOREALISMUS. ( vom 7. Dezember 2014 im Internet Archive) In: Monopol.</ref>
- 20. September–22. November 2012: Carlos Bracher<ref name="Punto">Xenia Keller: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Erste Ausstellung (bis 22.11.12) des brasilianischen Künstlers Carlos Bracher in der Schweiz ( vom 2. Januar 2015 im Internet Archive), in: Punto Latino vom 21. September 2012.</ref>
- 17. Januar–14. März 2013: Manfredo Souzanetto
- 11. April–16. Juni 2013: Anja Ganster – „Deslocamento“<ref>Anja Ganster: Deslocamento. Solo Exhibition at Brasilea Foundation Basel, in: Vernissage TV vom 15. April 2013 auf YouTube.</ref>
- 12. September–12. Dezember 2013: Stiftung Brasilea – Jubiläums Retrospektive
- 14. September–20. Dezember 2013: Zezão<ref name="Kang">Savera Kang: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Illegal und voller Energie: Der brasilianische Graffiti-Künstler Zezão in Basel. ( vom 2. Januar 2015 im Internet Archive) In: fudder.de vom 13. September 2013.</ref>
- 17. Januar–27. Februar 2014: Brasilea – Jubiläumsausstellung
- 10. April–14. Mai 2014: Mariannita Luzzati & Marcelo Bratke – „No Land“<ref name="Eglin" /><ref>Graziella Kuhn: Kunst gegen brasilianische Gefängnis-Tristesse, in: Basler Zeitung vom 10. April 2014.</ref>
- 12. Juni–13. Juli 2014: Pelé – König des Fussballs<ref name="Pelé">Basel. „Pelé – König des Fußballs“, in: Die Oberbadische vom 15. Juni 2014.</ref>
- 12. Juni–13. Juli 2014: Ordem e Paixão / Ordnung und Leidenschaft<ref name="Pelé"/>
- 11. September–30. Oktober 2014: Claudia Melli – „Série Azul“ & João de Orleans e Brangança – „Reflexos“<ref name="Melli">Stiftung Brasilea. Claudia Melli und João de Orleans e Bragança: Fotografische Malerin, malender Fotograf, in: Badische Zeitung vom 12. September 2014.</ref>
- 15. Januar–5. März 2015: Maria-Carmen Perlingeiro Esculturas<ref>Daniel Faust: Maria-Carmen Perlingeiro – Esculturas, Stiftung Brasilea, Basel 2015.</ref>
- 21. Januar–3. März 2016: Claudia Jaguaribe Fotografias<ref>Daniel Faust: Claudia Jaguaribe. Fotografias, Stiftung Brasilea, Basel 2016.</ref>
- 26. Januar–16. März 2017: Christina Oiticica Quatro Elementos<ref>Daniel Faust: Christina Oiticica. Quatros Elementos. Stiftung Brasilea, Basel 2017.</ref>
Bibliothek[Bearbeiten]
Die Stiftung Brasilea verfügt darüber hinaus über eine eigene Fachbliothek mit über 2.500 Bänden zur Kunstgeschichte, Geschichte, Literatur und Architektur Brasiliens und Lateinamerikas.<ref name="artagenda"/>
Personalien[Bearbeiten]
Die Mitglieder des Stiftungsrats sind: Thomas Bürgi (Präsident), Jean-Marc Wallach (Vizepräsident), Enrico Tarelli, Gottlieb Prack und Annina Brunner,<ref>BRASILEA STIFTUNG. In: brasilea.com. Abgerufen am 5. Dezember 2021.</ref> Geschäftsführerin ist Tatiana Vieira, Felix Wüthrich Vertreter der Stifter-Familie.<ref>BRASILEA News #06 – Brasilea und ihr neues Team. In: brasilea.com. November 2020, abgerufen am 5. Dezember 2021.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Stiftung Brasilea (Hrsg.): Die Sammlung Walter Wüthrich. Franz Josef Widmar. Stiftung Brasilea, Basel 2007, Digitalisat (PDF; 3,05 MB).
- Art. Stiftung Brasilea. In: Dominique Auzias, Jean-Paul Labourdette: Bâle 2014–2015. Petit Futé, Basel 2014, S. 106, (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 47° 35′ 10,1″ N, 7° 35′ 17,4″ O; CH1903: 611249 / 270616
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