Stork-Reaktion
Die Stork-Reaktion, auch Stork-Enamin-Reaktion, benannt nach dem belgischen Chemiker Gilbert Stork ist eine Namensreaktion aus dem Bereich der Organischen Chemie, die zuerst 1954 beschrieben wurde.<ref>Stork, G.; Terell, R.; Szmuszkovicz, J.;: Synthesis of 2-alkyl and 2-acyl ketones. In: Journal of the American Chemical Society. Band 76, 1954, S. 2029–2030.</ref>
Die Reaktion beschreibt die α-Alkylierung oder Arylierung von enolisierbaren Carbonylverbindungen über die korrespondieren, intermediär gebildeten Enamine. Dabei werden typischerweise Piperidin, Morpholin oder Pyrrolidin als sekundäre Amine für die Enaminbildung eingesetzt.<ref>László Kürti, Barbara Czakó: Strategic applications of named reactions in organic synthesis: background and detailed mechanisms. Elsevier Academic Press, Amsterdam; Boston 2005, ISBN 978-0-12-429785-2, S. 444 f.</ref> Zur effektiven Bildung der Enamine müssen Säuren (in katalytischer Menge) oder Dehydratisierungsreagenzien zugesetzt werden.<ref>Reinhard Brückner: Reaktionsmechanismen: organische Reaktionen, Stereochemie, moderne Synthesemethoden (= Spektrum Lehrbuch). Spektrum Akad. Verl, Heidelberg Berlin Oxford 1996, ISBN 978-3-86025-363-2, S. 267 f.</ref>
Reaktionsmechanismus[Bearbeiten]
Darstellung des Enamins[Bearbeiten]
Das Amin greift als Nucleophil das Carbonylkohlenstoffatom des Ketons an. Das so entstandene Alkoholat wird protoniert und durch Abgabe eines Protons durch das protonierte Amin entsteht ein neutrales tetraedrisches Intermediat. Durch erneute Protonierung wird Wasser abgespalten. Im letzten Schritt wird dann die Doppelbindung des Enamins gebildet.
Der Rest (R = primärer oder sekundärer Alkylrest, Allyl, Benzyl, Propargyl, CH₂CO₂R, CH₂CN) des Halogenkohlenwasserstoffs wird an das Enamin angelagert. In einer sauren Hydrolyse wird nun das zuvor innerhalb der Enaminbildung hinzugefügte Pyrrolidin wieder abgespalten. Durch Deprotonierung entsteht das α-substituierte Keton.
Varianten[Bearbeiten]
Als Reaktionspartner der Enamine können z. B. auch Oxirane, Acrylnitril oder 2,4-Dinitrochlorbenzol eingesetzt werden.
Literatur[Bearbeiten]
- Paula Y. Bruice: Organische Chemie. Pearson Studium, 2007, S. 993, ISBN 978-3-8273-7190-4.
- László Kürti, Barbara Czako: Strategic Applications of Named Reactions in Organic Synthesis, 2. Auflage, Elsevier Academic Press, Amsterdam 2005, ISBN 978-0-12-369483-6
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />