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Strophanthus

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Strophanthus
Datei:Strophanthus hispidus - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-131.jpg

Strophanthus hispidus, Illustration

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Apocynoideae
Tribus: Nerieae
Gattung: Strophanthus
Wissenschaftlicher Name
Strophanthus
DC.

Strophanthus ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Apocynoideae innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Strophanthus amboensis 1DS-II 3-1537.jpg
Samen von Strophanthus amboensis

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Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Strophanthus-Arten sind verholzende Pflanzen: sie wachsen als Sträucher oder kleine Bäume, meist in Waldgebieten; Sie können jedoch auch als Lianen an Bäumen klettern und so bis zu den Baumwipfeln wachsen.

Die gestielten, gegenständigen oder wirteligen, meist kahlen Laubblätter sind einfach. An den Blattstielen, Sepalen und an den Deckblättern können Colleteren vorhanden sein.<ref name="Been" />

Die Pflanzen führen einen Milchsaft.

Datei:Strophanthus speciosus 1c.JPG
Blüten von Strophanthus speciosus

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Es werden meist endständige Blütenstände, Zymen gebildet. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kronblätter sind röhrig verwachsen. Es können Saftmale in der Kronröhre vorhanden sein. Die fünf Kronzipfel sind bei manchen Arten mit schmalen und teils sehr langen Anhängseln versehen (Schwänzen), woher sich der Name der Gattung ableitet (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Wendung, Schlängelung“ und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Blüte, Blume“). Bei manchen Arten ist eine Nebenkrone vorhanden. Die Kelchblätter sind meist frei.<ref>J. Cullen u. a.: The European Garden Flora. Vol. VI: Dicotyledons Teil IV, Cambridge University Press, 2000, 2004, ISBN 0-521-42097-0, S. 42 f.</ref>

Der Fruchtknoten ist halbunterständig oder seltener oberständig, der Griffel bildet manchmal eine „Clavuncula“ (Griffel-, Narbenkopf) aus. Die Antheren bilden manchmal eine zusammenhängende, geschlossene und kegelige Kappe aus welche die „Clavuncula“ einschließt.<ref name="Been">H. J. Beentje: A monograph on Strophanthus DC. (Apocynaceae). Dissertation, Wageningen, 1982, online (PDF; 13 MB), auf edepot.wur.nl, abgerufen am 8. März 2019.</ref>

Es werden Balgfrüchte gebildet, wobei oft zwei Früchte zusammenhängen (Schizocarp, Mericarp). Die länglichen, spindelförmigen Samen besitzen oft einen behaarten, federigen Fortsatz (auch Schnabel oder Granne genannt, mit einem Haarschopf, Coma).

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Strophanthus wurde 1802 durch Augustin Pyrame de Candolle in Bulletin des Sciences, par la Société Philomatique Band 3 Seite 122 Tafel 8 aufgestellt. Synonyme für Strophanthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.DC. sind: Cercocoma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wall. ex G.Don, Christya Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ward & Harv., Roupellia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wall. & Hook. ex Benth., Roupellina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Baill.) Pichon, Zygonerion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baill.

Die meisten der 38 bis 48 Strophanthus-Arten sind in Afrika zu finden. Einige Arten sind in Asien beheimatet.<ref name="WCSP" />

Es gibt 38 bis 48 Strophanthus-Arten:<ref name="WCSP" />

Datei:Strophanthus amboensis 2241.jpg
Strophanthus amboensis
Datei:Strophanthus boivinii.jpg
Strophanthus boivinii
Datei:Strophanthus divaricatus in Shenzhen China 3.jpg
Geißhornpflanze (Strophanthus divaricatus)
Datei:Strophanthus gerrardii 2017 10 14 0090.jpg
Strophanthus gerrardii
Datei:Strophanthus petersianus S-3252.jpg
Südafrikanische Korkenzieherblume (Strophanthus petersianus)
Datei:Strophanthus preussii-IMG 6159.jpg
Westafrikanische Korkenzieherblume (Strophanthus preussii)
Datei:Strophanthus sarmentosus Bild1231.jpg
Frucht von Strophanthus sarmentosus

Nutzung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die in Zentralafrika heimischen Strophanthus-Arten fanden zunächst nur zur Herstellung von Pfeilgiften Verwendung. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte der Afrikaforscher David Livingstone die pulsverlangsamende Wirkung dieser Droge. In den Jahren 1887–1890 stellte Sir Thomas Richard Fraser fest, dass es sich beim Wirkstoff der Strophanthus-Arten um ein Glykosid handelt. Die Isolierung des ersten amorphen Strophanthins gelang dem französischen Apotheker Catillon 1888. Im Jahr 1905 setzte Albert Franckel (1864–1938) das aus Strophanthussamen gewonnene k-Strophanthin als intravenöses Therapeutikum ein, das bis heute wegen seines schnellen Wirkungseintritts in der Akutmedizin verwendet wird.<ref name="Müller-Jahncke2005">Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Christoph Friedrich, Ulrich Meyer: Arzneimittelgeschichte. 2., überarb. und erw. Auflage. Wiss. Verl.-Ges, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-8047-2113-5, S. 73.</ref>

Medizinische Bedeutung / Toxikologie[Bearbeiten]

Datei:Strophantus gratus.jpg
Strophanthus gratus
Datei:G-Strophanthin.svg
Strukturformel von g-Stophanthin

Die Strophanthus-Arten enthalten pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe. Neben dem Alkaloid Inoein enthalten mehrere der Arten (Strophanthus eminii, Strophanthus kombe, Strophanthus hispidus und Strophanthus gratus) giftige herzwirksame Glykoside, die Strophanthine, die zu den Herzglykosiden gezählt werden. Sie sind hauptsächlich in den Samen (Strophanthi Semina) oder im Latex zu finden. Unterschieden werden die verschiedenen Strophanthin-Strukturen durch einen vorangestellten Buchstaben, der auf die Art hinweist, in der das jeweilige Glycosid hauptsächlich vorkommt:

  • Strophanthus kombe enthält k-Strophanthin (außerdem sind Helveticosid (Erysimin) und Cymarin enthalten)
  • Strophanthus gratus enthält g-Strophanthin (engl. = ouabain)
  • Strophanthus eminii enthält e-Strophanthin
  • Strophanthus hispidus enthält h-Strophanthin

Diese Gifte wurden als Pfeilgifte in Afrika benutzt. Etwa 50 µg sind für ein Meerschweinchen tödlich (zirka 250 µg je kg Körpergewicht). Es gibt kein Gegenmittel, und die Giftigkeit ist höher als die von Schlangengiften. Bewohner Ostafrikas gewannen aus der Rinde des Afrikanischen Affenbrotbaumes (Adansonia digitata) jedoch einen bis jetzt unbekannten Wirkstoff, der sie vor der Wirkung der Strophanthus-Pfeilgifte schützen sollte.

g-Strophanthin und k-Strophanthin werden in der Medizin bei Herzschwäche eingesetzt; g-Strophanthin oral und k-Strophanthin intravenös. Außer in Strophanthus gratus kommt g-Strophanthin (Ouabain) auch in Acokanthera ouabaio vor.

Das Aglykon des k-Strophanthins, das ebenfalls sehr giftige k-Strophanthidin, ist in dem auch im europäischen Raum heimischen Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) enthalten.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Strophanthus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien