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Sulfamid

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Strukturformel
Strukturformel von Sulfamid
Keile zur Verdeutlichung der räumlichen Struktur
Allgemeines
Name Sulfamid
Andere Namen
  • Schwefelsäurediamid
  • Sulfurylamid
  • Amidoschwefelsäureamid
Summenformel SO2(NH2)2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref name="Alfa" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-262-9
ECHA-InfoCard 100.029.330
PubChem 82267
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 96,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Alfa" />

Dichte

1,61 g·cm−3<ref name="Alfa" />

Schmelzpunkt

91–92 °C<ref name="Alfa" />

Löslichkeit
  • löslich in Wasser, heißem Ethanol und Aceton<ref name="Alfa" />
  • wenig löslich in kaltem Ethanol<ref name="Alfa" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Alfa">Datenblatt Sulfamide, 99% bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338​‐​302+352​‐​321​‐​405​‐​501<ref name="Alfa" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Sulfamid ist als das Diamid der Schwefelsäure sowohl eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Amide als auch eine Sulfurylverbindung. Sulfamid wurde erstmals im Jahre 1838 von dem französischen Chemiker Henri Victor Regnault dargestellt.<ref>Regnault, Victor (1838) "Sur l'acide chlorosulfurique et la sulfamide", Annales de chimie et de physique, series 2, 69 : 170-184 (Digitalisat auf Gallica); siehe auch "Action de gaz ammoniac sec sur la liqueur chlorosulfurique", S. 176–180.</ref> In der organischen Chemie wird der Name der Verbindung auch für die entsprechende funktionelle Gruppe verwendet, wobei in der Literatur der Name teilweise auch als Synonym für die allgemeinere Gruppe der Sulfonamide benutzt wird.<ref name="Peter Kurzweil, Paul Scheipers">Peter Kurzweil, Paul Scheipers: Chemie: Grundlagen, Aufbauwissen, Anwendungen und Experimente. Springer DE, 2005, ISBN 3-528-64609-8, S. 259 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Sulfamid kann durch Reaktion von Sulfurylchlorid oder Schwefeltrioxid<ref>Advances in Inorganic Chemistry and Radiochemistry. Academic Press, 1960, ISBN 0-08-057851-9, S. 185 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> mit Ammoniak gewonnen werden.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 490.</ref>

<math>\mathrm{SO_2Cl_2 + 4 \ NH_3 \longrightarrow SO_2(NH_2 )_2 + 2 \ NH_4Cl}</math>

Eigenschaften[Bearbeiten]

Sulfamid ist ein weißer geschmackloser Feststoff, der löslich in heißem Wasser, heißem Ethanol und Aceton ist.<ref name="Alfa" /> Beim Erhitzen oberhalb 140 °C erfolgt die Umwandlung nach (NH4)3(SO2N)3. Es bildet mit Silbernitrat nur bei Zusatz von Ammoniak ein Silbersalz der Formel Ag2[SO2(NH)2], das in Wasser sehr schwer löslich ist.<ref name="brauer" />

Verwendung[Bearbeiten]

Durch Kondensation mit Formaldehyd in salzsaurer Lösung lässt sich Dithiatetraazaadamantantetroxid darstellen.<ref name="angewandte">G. Hecht, H. Henecka: Über ein hochtoxisches Kondensationsprodukt von Sulfamid und Formaldehyd. In: Angewandte Chemie. Band 61, Nr. 9, September 1949, S. 365–366, doi:10.1002/ange.19490610905.</ref><ref name="mueller">Eugen Müller: Neuere Anschauungen der organischen Chemie: Organische Chemie für Fortgeschrittene. 2. Auflage. Springer, 1957, S. 57, doi:10.1007/978-3-642-87591-5.</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />