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Sumpffarn

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Sumpffarn
Datei:BB-0038 Dryopteris thelypteris.png

Sumpffarn (Thelypteris palustris), Illustration

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Sumpffarngewächse (Thelypteridaceae)
Gattung: Thelypteris
Art: Sumpffarn
Wissenschaftlicher Name
Thelypteris palustris
Schott

Der Sumpffarn oder Sumpf-Lappenfarn (Thelypteris palustris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Thelypteris innerhalb der Familie der Sumpffarngewächse (Thelypteridaceae).<ref name="Hassler2022" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Thelypteris palustris 5475669.jpg
Seitenfiedern des Wedels von der Unterseite mit Sori
Datei:Thelypteris palustris 02.jpg
Wedel
Datei:Thelypteris palustris 03.jpg
Sumpffarn (Thelypteris palustris)

Der Sumpffarn wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern. Das weit kriechende Rhizom ist bis 50 Zentimeter lang und 2,5 Millimeter dick.<ref name="Hegi1984" /> Seine Blattwedel sind 15 bis 100 Zentimeter lang, am Grunde wenig verschmälert und zart. Der Blattstiel ist beim sporentragenden Blatt meist so lang wie die Spreite, beim sporenlosen Laubblatt meist etwas länger als die Spreite.<ref name="Hegi1984" /> Die Sporen tragenden Wedel entfalten sich mehrere Wochen nach den sterilen Wedeln. Der Blattstiel ist nur am Grund etwas spreuschuppig.<ref name="Hegi1984" /> Die Blattspreite ist 9 bis 50 Zentimeter lang und 5 bis 16 Zentimeter breit, im Umriss länglich bis lanzettlich, hellgrün und unterseits in der Jugend spärlich mit weißlichen Haaren und gelblichen Drüsen besetzt.<ref name="Hegi1984" /> Die Blattspreite hat auf jeder Seite 10 bis 30 Fiedern; sie sind wechselständig, selten genau gegenständig, fast sitzend, lineal-lanzettlich (2 bis) 5 bis 9 (bis 12) Zentimeter lang und 1 bis 2,5 Zentimeter breit.<ref name="Hegi1984" /> Die Blattabschnitte sind länglich, ganzrandig; die sporenlosen sind etwa 5 Millimeter breit; die sporentragenden schmäler und nach unten eingerollt.<ref name="Hegi1984" /> Die sporentragenden Blattabschnitte werden durch die Zurückrollung des Randes dreieckig bis sichelförmig.<ref name="Hegi1984" /> Die Sori liegen zwischen Mittelrippe und Rand und sind später diesem genähert. Die Sporenreife liegt zwischen Juli und September.<ref name="Hegi1984" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 70 oder 72.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Der Sumpffarn ist ein Geophyt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Sumpffarns erstreckt sich von Europa bis Vorderasien und Nordafrika, die etwas abweichende Sippe var. pubescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(G.Lawson) Fern. tritt in Ostasien und in Nordamerika auf, die in Europa heimische Sippe var. palustris findet man vor allem im temperierten Gebiet nordwärts bis Südschweden und Finnland, im subkontinentalen Bereich und in den Alpen in Höhenlagen bis zu 1200 Metern, im Mittelmeerraum ist die Art selten. Die Höhe von 1200 Metern wird erreicht in Osttirol beim Tristacher See und in Kärnten bei Ober-Fellach.<ref name="Hegi1984" />

Der Sumpffarn tritt in Mitteleuropa in lockeren Herden an beschatteten bis lichtreichen, doch absonnigen, frischen, kalkarmen, sauren, oft modrig-humosen Lehmböden auf. Er besiedelt meist zusammen mit anderen Farn-Arten vor allem montane Buchen- und Buchen-Tannen-Wälder, kommt aber auch in artenreichen Tannen-Fichten-Wäldern (Pyrolo-Abietetum) und in subalpinen Hochstaudenfluren vor. Er kommt vor allem in der Pflanzengesellschaft Carici elongatae-Alnetum des Verbands Alnion oder in Pflanzengesellschaften des Verbands Magnocaricion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w (nass aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen Acrostichum thelypteris durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 1071. In der Gattung Thelypteris konnte aber das Artepitheton palustris keine Verwendung finden. Das nächstälteste Epithet palustre kam von Polypodium palustre Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb. in Prod. 403 (1796). Es war jedoch illegitim, da es einen älteren Namen einer anderen Art Polypodium palustre Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Burm. fil. (1768) schon gab. Heinrich Wilhelm Schott kombinierte beide zusammen als Thelypteris palustris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott in Genera Filicum bei Tafel 10, 1834. Der Klammerautor „Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb.“ soll also weggelassen werden, da es sich um ein illegitimes Epithet handelte.<ref name="Hassler2022" /> Weitere Synonyme für Thelypteris palustris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott sind: Aspidium thelypteris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Sw., Dryopteris thelypteris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) A.Gray, Lastrea thelypteris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Presl, Nephrodium thelypteris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Stremp. 1822.

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:

  • Thelypteris palustris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott subsp. palustris: Sie kommt in Eurasien und im nordwestlichen Afrika vor.<ref name="POWO" />
  • Thelypteris palustris subsp. pubescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(G.Lawson) Fraser-Jenk. (Basionym: Lastrea thelypteris var. pubescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.Lawson, Syn.: Aspidium thelypteroides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sw., Dryopteris tremula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Christ, Thelypteris palustris var. pubescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(G.Lawson) Fernald): Sie kommt in Kanada, in den Vereinigten Staaten, in Mexiko und in Kuba vor.<ref name="POWO" /> Vorkommen in Peru und in Russlands Fernem Osten sind noch nicht bestätigt.<ref name="Hassler2022" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hassler2022"> Michael Hassler: Taxon in Suchmaske eintragen bei World Ferns. - Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 12.10 vom Februar 2022. </ref> <ref name="InfoFlora"> Thelypteris palustris Schott In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hegi1984"> J. Dostál: Thelypteridaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage. Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin-Hamburg 1984. S. 126–129.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Thelypteris palustris bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Sumpffarn (Thelypteris palustris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien