Sumpfteich
| Sumpfteich | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lage | Buntenbock, Landkreis Goslar, Niedersachsen, Deutschland | |||||
| Zuflüsse | Innerste, Schwarzenbach | |||||
| Abfluss | Innerste | |||||
| Größere Städte in der Nähe | Clausthal-Zellerfeld | |||||
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| Koordinaten | 51° 46′ 45″ N, 10° 20′ 13″ O
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| Daten zum Bauwerk
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| Sperrentyp | Staudamm | |||||
| Bauzeit | vor 1639<ref name="Schmidt">Martin Schmidt: Die Wasserwirtschaft des Oberharzer Bergbaus (= Schriftenreihe der Frontinus-Gesellschaft e. V. Heft 13). 3., ergänzte Auflage. Harzwasserwerke, Hildesheim 2002, ISBN 3-00-009609-4.</ref> | |||||
| Höhe über Talsohle | 6,91 m | |||||
| Höhe über Gewässersohle | 5,5 m | |||||
| Höhe der Bauwerkskrone | 543,94 m+NN | |||||
| Kronenlänge | 198,5 m | |||||
| Betreiber | Harzwasserwerke GmbH | |||||
| Daten zum Stausee | ||||||
| Höhenlage (bei Stauziel) | 542,05 m+NN | |||||
| Gesamtstauraum | 296 000 m³ | |||||
| Einzugsgebiet | 6,81 km² | |||||
| Bemessungshochwasser | 16,9 m³/s | |||||
Der Sumpfteich ist eine historische Talsperre östlich von Buntenbock bei Clausthal-Zellerfeld. Er gehört zu den Oberharzer Teichen, die für Montanzwecke angelegt worden sind. Als Bestandteil des Oberharzer Wasserregales ist auch der Sumpfteich Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.
Beschreibung[Bearbeiten]
Der Sumpfteich ist die vierte Staustufe der Innerste, hat ein Stauvolumen von 296.000 Kubikmeter, und sein Staudamm ist knapp sieben Meter hoch. Er befindet sich unmittelbar am östlichen Rand des Ortsteils Buntenbock.
Oberhalb liegen im Innerstelauf der Ziegenberger Teich, der Bärenbrucher Teich und der Obere Nassenwieser Teich. An einem Nebenarm des Schwarzenbaches befindet sich der Pixhaier Teich und im Verlauf des Schwarzenbaches befinden sich oberhalb noch der Schwarzenbacher Teich, der Alte Wasserläufer Teich sowie der Johann-Friedricher Teich. Unterhalb befindet sich der Prinzenteich sowie nach grob 15 weiteren Kilometern die Innerstetalsperre.
Die Hochwasserentlastungsanlage befindet sich am linken (östlichen) Hang und besteht aus einer Grauwacke-Bruchstein-Konstruktion. In einem dort integrierten Holzjoch-Bauwerk konnte man mittels Einsatzbrettern das Stauziel noch etwas erhöhen.
Als Entnahmemöglichkeit gibt es einen Striegel „Oberer Fall“, der noch als Holzgerenne ausgeführt ist und mittels einer Hydraulikanlage betätigt werden kann. Diese Entnahme kann nur die oberste Lamelle des Stauraumes erreichen. Ist der Wasserspiegel bis auf das Niveau des Oberen Falls (ca. 1,50 m) abgesunken, taucht ein Steg aus dem Wasser auf, an dem man mittels Hebelbaum den „Unteren Fall“ an der taltiefsten Stelle betätigen kann. Da das Einzugsgebiet des Sumpfteiches verhältnismäßig groß ist und die historischen Striegelkonstruktionen nur begrenzt Wasser abführen können, wurde im Jahr 2007 zusätzlich ein weiterer Grundablass DN 400 mittels hydraulischen Rohrvortrieb eingebaut. Dieser wird mittels eines luftseitigen Unterflurschiebers betätigt.
Der Obere Fall speiste während der Bergbauzeiten den Junkernfelder Graben, welcher das Wasser letztendlich dem Unteren Rosenhöfer Fall und damit dem Rosenhöfer Revier als Aufschlagwasser zur Verfügung stellen konnte.
Die Geschichte des Sumpfteiches lässt sich bis 1639 zurückverfolgen.
Bauhistorie[Bearbeiten]
1983 wurde das Jochbauwerk in der Ausflut erneuert und 1984 die Wellenschutzmauer auf gesamter Länge.
Im Jahr 1994 wurde, um den Teich für das Bemessungshochwasser auszulegen, die gesamte Hochwasserentlastungsanlage (Ausflut) abgerissen und in ähnlicher Bauart, jedoch mit 50 cm tiefer gelegter Sohle neu errichtet. Das Bauwerk besteht aus Grauwacke-Bruchsteinen mit verdecktem Beton; auch das hölzerne Joch für eventuelle Einsatzbretter wurde wieder errichtet. Im gleichen Zuge musste der Teich vollständig entleert werden und der historische Striegel freigelegt und saniert. Hierzu wurde der Steg und auch der Striegelzapfen erneuert.
Nachdem man erkannt hatte, dass der Siebkasten des Oberen Falls seit der Tieferlegung der Ausflut sich teilweise über Wasser befindet, wurde dieser umgebaut und verkleinert. Im Jahr 2007 musste man feststellen, dass es im Holzgerenne des Unteren Falls Wassereinbrüche mit Materialeintrag gab. Daher musste des Holzgerenne mit einem Kunststoffrohr DN 175 verrohrt werden und der Ringraum verpresst. Aufgrund dieser erheblichen Verkleinerung der Leistungsfähigkeit des Grundablasses (sie lag unter dem Mittleren Abfluss) wurde parallel zum Grundablasse ein weiterer, leistungsfähiger Grundablass in Form eines Kunststoffrohres mit luftseitigem Schieber eingebaut. Der Einbau erfolgte mittels hydraulischen Rohrvortrieb.
2011 erfolgte eine Dammerhöhung um 10 cm mittels Mineralgemisch, nachdem es Änderungen am Bemessungshochwasser gegeben hat.
Sonstiges[Bearbeiten]
Fischereimäßig ist der Teich an einen örtlichen Angelverein verpachtet. Gastkarten können unkompliziert erworben werden. Als Fischarten kommen Barsch, Hecht, Rotfeder, Rotauge, Ukelei, Regenbogenforelle, Karpfen und Schleie vor.<ref>Sumpfteich-Mischgewässer auf sfv-oberharz.de, abgerufen am 9. September 2026</ref>
Das Einzugsgebiet besteht überwiegend aus Wald- und Wiesenflächen, aber es gehören im geringen Umfang auch Siedlungsflächen dazu. Badebetrieb kann nur wenig beobachtet werden; die Anlieger suchen lieber den Ziegenberger Teich zum Baden auf. Möglicherweise wird der Teich zum Baden immer noch gemieden, weil er in früheren Jahrzehnten mit Abwasser einiger Oberlieger belastet war.
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Martin Schmidt: Die Wasserwirtschaft des Oberharzer Bergbaus. In: Schriftenreihe der Frontinus-Gesellschaft e. V. 3., ergänzte Auflage. Heft 13. Harzwasserwerke, Hildesheim 2002, ISBN 3-00-009609-4.
- Walter Knissel, Gerhard Fleisch: Kulturdenkmal „Oberharzer Wasserregal“. Eine epochale Leistung. 2. Auflage. Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2005, ISBN 3-89720-725-7.
- Justus Teicke: UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft – Das Oberharzer Wasserregal, das bedeutendste vorindustrielle Energiegewinnungs- und Energieversorgungssystem der Welt. Harzwasserwerke, Clausthal-Zellerfeld 2011 (harzwasserwerke.de [PDF; 2,8 MB]).
- Martin Schmidt: WasserWanderWege, Ein Führer durch das Oberharzer Wasserregal – Weltkulturerbe. Hrsg.: Harzwasserwerke GmbH. 4. Auflage. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2012, ISBN 978-3-86948-200-2.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />