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Swatting

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Der Begriff Swatting (abgeleitet von Englisch SWAT) beschreibt eine strafbare Mobbingtechnik, bei der eine Gefahrensituation vorgetäuscht wird, um Polizeieinsätze bei dem Opfer des Mobbings zu provozieren. Der Name leitet sich von der Abkürzung SWAT der amerikanischen Spezialeinheit Special Weapons and Tactics ab.<ref>Frank Siering: "Swatting" versetzt Hollywood-Stars in Angst. In: Hamburger Abendblatt. 21. Dezember 2012, abgerufen am 27. März 2016.</ref>

Datei:FBI SWAT team Watervliet Arsenal.jpg
FBI-SWAT-Einheit während eines Trainings zur Stürmung von Wohnungen

Betroffene[Bearbeiten]

Durch diese Mobbingtechnik können nach Deutschlandfunk Privatpersonen, Politiker, Unternehmen, Vereine oder Schulen betroffen sein. Betroffene Personen können eine Traumatisierung erleiden.<ref>Cybermobbing: Experten beobachten Zunahme von „Swatting“-Fällen, bei denen Polizeieinsatzkräfte zu Unschuldigen geschickt werden. In: deutschlandfunk.de. Deutschlandradio, 13. September 2024, abgerufen am 15. September 2024.</ref>

Prominente Opfer (Auswahl)[Bearbeiten]

Am 3. Oktober 2012 verursachte ein zwölfjähriger Junge einen Polizeieinsatz, als er einen Notruf aus dem Anwesen von Schauspieler Ashton Kutcher fälschte. Die eintreffenden Polizisten trafen lediglich Handwerker an. Der Täter, der noch andere Notrufe absetzte und damit unter anderem Justin Bieber und eine Bank traf, verursachte Kosten in Höhe von einer halben Million US-Dollar.<ref>Michaela Haas: April, April im März: Schluss mit lustigDer neue Promi-Sport: Böse April-Scherze das ganze Jahr über. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 23. März 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 6. August 2025.</ref>

Am 3. April 2013 wurde die Polizei in Los Angeles zum Haus von P. Diddy gerufen, ein Anrufer meldete einen erschossenen Mann. Beim Eintreffen der Polizei war das Haus jedoch verlassen.<ref>Dirk Hautkapp: Krimineller Trend „Swatting“ - Gefährliche Polizei-Scherze mit Promis. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 10. April 2013, abgerufen am 27. März 2016.</ref><ref>Alan Duke: Boy admits 'swatting' Ashton Kutcher, Justin Bieber. In: CNN.com. 12. März 2013, abgerufen am 27. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 17. Januar 2013 meldete ein unbekannter Anrufer einen bewaffneten Eindringling auf dem Anwesen von Tom Cruise.<ref>Tom Cruise – Lates Swatting Victim. In: TMZ.com. 17. Januar 2013, abgerufen am 27. März 2016.</ref> Nach Schätzung der Polizeistation in Beverly Hills waren an diesem Tag mehr als die Hälfte ihrer Ressourcen an diesen Einsatz gebunden.<ref>Michaela Haas: April, April im März: Schluss mit lustigDer neue Promi-Sport: Böse April-Scherze das ganze Jahr über. In: Süddeutsche.de. 23. März 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 6. August 2025.</ref>

2013 wurden außerdem Paris Hilton, Ryan Seacrest, Rihanna, Justin Timberlake, Khloé Kardashian sowie Selena Gomez Opfer von Swatting.<ref>Christian Stöcker: Swat-Alarm als Streich: Polizisten nehmen "Counter-Strike"-Spieler fest. In: Spiegel Online. 28. August 2014, abgerufen am 27. März 2016.</ref>

Tödliche Fälle von Swatting[Bearbeiten]

Vater des Journalisten Pierre Haski[Bearbeiten]

Über mehrere Jahre<ref>F. P. avec AFP: Le hacker Ulcan, qui avait attaqué Martine Aubry, lourdement condamné en appel. 16. September 2024, abgerufen am 31. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> verübte der französische Hacker Gregory Chelli (auch אולקן', Ulcan<ref name=":0" />), ein Mitglied der militanten Gruppierung Jüdische Verteidigungsliga, Swatting-Attacken gegen politische Gegner.<ref>« Swatting » : prison ferme pour un canular dangereux. 1. Juli 2016 (lemonde.fr [abgerufen am 31. Juli 2025]).</ref> Betroffen waren unter anderem die französische Politikerin Martine Aubry sowie zahlreiche Journalisten<ref>Safety Of Journalists. Abgerufen am 31. Juli 2025.</ref><ref>Par Le Parisien avec AFP Le 1 février 2023 à 22h42: Ulcan, le hacker franco-israélien, condamné à deux ans de prison. 1. Februar 2023, abgerufen am 31. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, darunter der Journalist Pierre Haski. Bei dem von Chelli auf Haski verübten Swatting-Angriff starb der Vater des Journalisten an einem Herzinfarkt.<ref>« Swatting » : prison ferme pour un canular dangereux. 1. Juli 2016 (lemonde.fr [abgerufen am 31. Juli 2025]).</ref><ref name=":0">F. P. avec AFP: Le hacker Ulcan, qui avait attaqué Martine Aubry, lourdement condamné en appel. 16. September 2024, abgerufen am 31. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 11. Januar 2022 wurde Chelli von einem Pariser Strafgericht zu einer zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am 1. Februar 2023 erfolgte eine erneute Verurteilung zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe. Chelli lebt jedoch seit dem Jahr 2013 in Israel, das kein Auslieferungsabkommen mit Frankreich hat, sodass der in Frankreich im Jahr 2019 erlassene Haftbefehl nicht vollstreckt werden konnte.<ref>Safety Of Journalists. Abgerufen am 4. August 2025.</ref>

Andrew Thomas Finch[Bearbeiten]

Am 28. Dezember 2017 verübte Tyler Barriss (auch SWAuTistic<ref>Swatting mit Todesfolge: Verantwortlichem droht lebenslange Haft. Abgerufen am 31. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) nach einem Streit unter Computerspielern eine Swatting-Attacke, nachdem er von einem der Kontrahenten beauftragt worden war, den Widersacher zu swatten. Der Widersacher hatte jedoch dem Auftraggeber eine falsche Adresse genannt, sodass der Polizeieinsatz einen weiteren unbeteiligten Haushalt betraf. Die Polizei in Wichita, Kansas, wurde über eine vermeintliche Geiselnahme durch einen bewaffneten Täter informiert, der bereits eine Person getötet hätte. Als Polizisten an der genannten Adresse eintrafen, erschossen sie einen unbeteiligten 28-Jährigen, Andrew Thomas Finch, Vater zweier Kinder. Der Haupttäter hatte bereits zahlreiche weitere Swatting-Attacken verübt<ref>Oliver Milman: 'Swatting' death: accused man has made other false reports to police, officials say. In: The Guardian. 6. Januar 2018, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 31. Juli 2025]).</ref> und wurde im Rahmen eines Deals zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren verurteilt.<ref>Swatting mit Todesfolge: 26-Jähriger bekennt sich falschen Notrufs schuldig. In: Der Spiegel. 14. November 2018, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 31. Juli 2025]).</ref><ref>Serial 'swatter' sentenced to 20 years for death of Kansas man shot by police. 29. März 2019, abgerufen am 31. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Rechtliche Einordnung[Bearbeiten]

Das Swatting ist in Deutschland als Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln gemäß § 145 StGB und auch in den meisten anderen Ländern strafbar. In Deutschland ist zudem das Vergehen des Vortäuschens einer Straftat zu prüfen. Des Weiteren können Schmerzensgeld wegen unerlaubter Handlung sowie Polizeikosten erhoben werden.

Verurteilungen[Bearbeiten]

Am 26. Juni 2009 wurde ein damals 19-Jähriger in den Vereinigten Staaten zu einer Haftstrafe von 11 Jahren und 4 Monaten verurteilt, nachdem er zugegeben hatte, im Juni 2006 erstmals den grundlosen Einsatz einer Spezialeinheit ausgelöst zu haben. Bei der Bemessung des Strafmaßes kam erschwerend hinzu, dass er zusammen mit anderen einen ermittelnden Sicherheitsmitarbeiter des Telekommunikationskonzerns Verizon Communications bedroht hatte.<ref>Robert Wilonsky: The 19-Year-Old Blind "Little Hacker" Gets 135 Months in Federal Prison For "Swatting". In: Dallas Observer. 29. Juni 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Mai 2015; abgerufen am 27. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Felix Knoke: Netzwelt-Ticker: EU-Kommission droht Deutschland wegen Handygebühren. In: Spiegel Online. 30. Juni 2009, abgerufen am 27. März 2016.</ref>

Im Jahr 2017 verurteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth einen geständigen Mann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten unter anderem wegen des Missbrauchs von Notrufen. 2015 rief der Täter bei der Feuerwehr von Emskirchen mit der Angabe an, dass auf dem Grundstück eines unter dem Namen Drachenlord bekannten YouTubers ein Großbrand ausgebrochen sei. Die Tat wird als der erste bekannte Fall von Swatting in Deutschland angesehen.<ref>Erstes deutsches Swatting: Hohe Freiheitsstrafe für Drachenlord-Hater. In: vice.com. Abgerufen am 14. September 2022.</ref><ref>Dreieinhalb Jahre Haft nach falschem Alarm. In: Süddeutsche Zeitung, 23. Februar 2017.</ref>

Im Jahr 2018 verurteilte ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat Georgia den amerikanisch-israelischen Doppelstaatler Michael Ron David Kadar nach ca. 2000 Swatting-Attacken und Bombendrohungen in mehreren Ländern zu einer Gefängnisstrafe von 17 Jahren, die aufgrund eines Gehirntumors und der Diagnose von Autismus und paranoiden Wahnvorstellungen auf zehn Jahre reduziert wurde.<ref>US-Israeli bomb hoaxer given 10 year jail sentence. 22. November 2018 (bbc.com [abgerufen am 13. Juli 2025]).</ref> Im Jahr 2024 wurde Kadar vorzeitig aus der Haft entlassen und verließ die USA. Im Dezember 2024 wurde er jedoch in Norwegen erneut verhaftet, da in den USA weitere Klagen gegen ihn eingereicht worden waren. Um eine erneute Auslieferung in die USA zu verhindern, stellte Kadar ein Asylgesuch, welches jedoch abgelehnt wurde.<ref>Report: Israeli-US man behind JCC bomb threats held in Norway pending US extradition. In: Times of Israel. Abgerufen am 13. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Frühjahr 2019 wurde der Anrufer, der den Polizeieinsatz mit tödlichem Ausgang im Dezember 2017 in Wichita verursacht hatte, zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt.<ref>Doha Madani: Serial 'swatter' Tyler Barriss sentenced to 20 years for death of Kansas man shot by police. NBC News, 29. März 2019, abgerufen am 11. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Anstifter wurde zu einer Gefängnisstrafe von 15 Monaten verurteilt, nachdem er sich schuldig bekannt hatte.<ref>Casey Viner: Teenage US gamer jailed over deadly 911 hoax. BBC News, 16. September 2019, abgerufen am 11. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Dokumentation[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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