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Tafeltraube

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Datei:Canestra di frutta (Caravaggio).jpg
Tafeltrauben als Motiv im Stillleben Früchtekorb von Caravaggio

Tafeltrauben sind Weintrauben, also Früchte der Weinrebe, die im Unterschied zu den Keltertrauben nicht zur Weinherstellung verwendet, sondern als Obst roh gegessen werden. Tafeltrauben reifen nach der Ernte nicht nach, sie zählen zu den nichtklimakterischen Früchten.

Gegenüber Keltertrauben haben sie oft mit auffälligere Aromen. Auf dem Europäischen Markt genießt der Muskateller-Geschmack herausragende Beliebtheit, wobei er weltweit hinter Sorten mit der Fuchsnote zurücksteht.<ref name="Mafra 2022"/><ref name="OIV 2017"/> In den letzten Jahrzehnten tendiert der Markt zu und liegt der Züchtungsschwerpunkt bei sogenannten „kernlosen“ Sorten. Wenngleich es auch parthenokarpe und damit tatsächlich kernlose Sorten gibt, sind diese aufgrund ihrer allgemein wesentlich geringeren Fruchtgröße kaum von Bedeutung. In der Regel handelt es sich um stenospermokarpe Sorten mit verkümmerten Kernen, die im günstigen Falle kaum wahrnehmbar sind.<ref name="Agulheiro-Santos et al."/> Dieses Merkmal geht in der Regel auf die alte Sorte Sultana zurück.<ref name="Royo et al. 2018"/> Gegenüber allgemein oft vergleichsweise (gegenüber reinen vinifera-Sorten) frostharten Hybridsorten reagieren diese jedoch meist eher sensibel auf kalte Winter.<ref name="Reisch et al."/> Ein weiterer bedeutender Trend sind rote Beeren, mit einer Ausfärbung zwischen hellen/„weißen“ und den tiefblauen dunklen Sorten.<ref name="USDA 2023"/>

Anforderungen und Vorschriften[Bearbeiten]

An Tafeltrauben werden andere Anforderungen gestellt als an die Keltertrauben: Die Trauben sollen lockerbeerig sein, die Beeren groß, saftreich, arm an oder frei von Kernen und zartschalig. Zudem ist eine frühe Reife erwünscht.

Ab der Reform der EU-Weinmarktordnung vom 1. August 2000<ref>Verordnung (EG) Nr. 2789/99 (PDF)Vorlage:Abrufdatum der Kommission vom 22. Dezember 1999 zur Festsetzung der Vermarktungsnorm für Tafeltrauben.</ref> gilt für Tafeltrauben nicht mehr das Weinrecht. Sie dürfen deshalb wie anderes Obst, beispielsweise Äpfel, Birnen oder Kirschen, angebaut werden. Geschieht dies außerhalb von Weinbergsflächen und ohne Pflanzrecht, sind die rechtlichen Vorschriften zu beachten: Es dürfen keine Sorten angepflanzt werden, die als Keltersorten klassifiziert sind (z. B. Regent oder Phoenix).

Weiße Sorten[Bearbeiten]

Datei:Thompson seedless grapes.JPG
Die Sultanina mit ihren weißen, kernlosen Beeren ist die weltweit am häufigsten angebaute Tafeltraube.

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Rote und blaue Sorten[Bearbeiten]

Datei:Grožđe kardinal (2014).1.jpg
Die Cardinal ist eine bekannte und verbreitete rote Rebsorte, die als Tafeltraube verwendet wird.

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Weltweit häufig angebaute Tafeltrauben-Varietäten und deren Charakteristika[Bearbeiten]

Die Weltproduktion an Tafeltrauben lag im Jahr 2014 bei etwa 27 Millionen Tonnen. Etwa die Hälfte der Weltproduktion kam dabei aus drei Ländern: der Volksrepublik China, Indien und der Türkei.<ref name="fao"></ref>

Weltproduktion von Tafeltrauben
in Mio. t<ref name="fao" />
Land 2000 2014
China Volksrepublik Volksrepublik China 1,3 9,2
Indien Indien 0,9 2,1
Turkei Türkei 2,1 2,1
Agypten Ägypten 1,0 1,4
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0,9 1,2
Iran Iran 1,5 1,1
Italien Italien 1,4 1,0
Usbekistan Usbekistan 0,4 1,1
Brasilien Brasilien 0,4 0,8
Welt gesamt 15,7 27,0
Tafeltraubenvarietäten und Anbauländer<ref name="fao" />
Varietät Charakteristika Länder
Alphonse Lavallée sehr große, dunkle, kernhaltige Trauben mit fester Schale Argentinien, Chile, Türkei, Peru
Crimson Seedless kleine bis mittelgroße, rote, elliptische, kernlose Beeren Ägypten, Italien, Peru, Südafrika, Vereinigte Staaten
Dattier de Beyrouth große, weiße, kernhaltige Beeren, dichtgepackt, mit dicker Schale und festem Fruchtfleisch Italien, Spanien, Türkei
Flame Seedless mittelgroße, kernlose, rote Beeren Argentinien, Chile, Ägypten, Peru, Südamerika, Vereinigte Staaten
Muscat de Hambourg
(Muscat Hamburg)
mittelgroße bis große dunkle, kernhaltige Beeren, Muskatellaromen Volksrepublik China, Frankreich, Italien, Argentinien, Chile, Türkei, Peru
Italia sehr große, kernhaltige Beeren in dichter Packung Argentinien, Volksrepublik China, Italien
Kyohō sehr große, normalerweise kernhaltige Beeren mit charakteristischem Fuchston Brasilien, Volksrepublik China, USA<ref>International Organisation of Vine and Wine (OIV): World vitiviniculture situation, Seite 36 ff.</ref>
Muscat d’Alexandrie
(Muscat of Alexandria)
sehr große weiße, elliptische, kernhaltige Trauben, dichtgepackt, mit festem Fruchtfleisch, intensive Muskatellaromen Algerien, Argentinien, Griechenland, Marokko, Südafrika, Spanien
Red Globe mittelgroße, rote, runde, kernhaltige Beeren Argentinien, Australien, Chile Ägypten, Italien, Peru, Südafrika, Vereinigte Staaten
Sugraone mittelgroße bis große weiße, kernlose Beeren, dichtgepackt Argentinien, Australien, Ägypten, Italien, Peru, Südafrika, Vereinigte Staaten
Sultanina
(Sultana)
kleine, weiße, kernlose Beeren, dichtgepackt, mit dünner Schale und festem Fruchtfleisch Argentinien, Australien, Chile, Volksrepublik China, Griechenland, Indien, Iran, Südafrika, Ägypten, Türkei, Vereinigte Staaten
Victoria große, weiße, elliptische, kernhaltige Beeren, festes Fruchtfleisch Argentinien, Italien

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Jörger, Rainer Engel: Tafeltrauben bieten auch für den heimischen Anbau eine Chance. In: Der Badische Winzer. März 2003, S. 37–42 (online [PDF; 246 kB]).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Handbuch der Tafeltraubenkultur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Tafeltraube – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Mafra 2022">Antonio Mafra: Vin : quels sont les cépages les plus cultivés ?</ref>

<ref name="OIV 2017">OIV 2017: Distribution of the world’s grapevine varieties, Seite 10: Kyoho</ref>

<ref name="Agulheiro-Santos et al.">Ana Cristina Agulheiro-Santos, Marta Laranjo, Sara Ricardo-Rodrigues, 2021: Table Grapes: There Is More to Vitiviniculture than Wine…, DOI:10.5772/intechopen.99986</ref>

<ref name="Royo et al. 2018">Carolina Royo, Rafael Torres-Pérez, Nuria Mauri, Nieves Diestro, José Antonio Cabezas, Cécile Marchal, Thierry Lacombe, Javier Ibáñez, Manuel Tornel, Juan Carreño, José Miguel Martínez-Zapater, Pablo Carbonell-Bejerano, 2018: The Major Origin of Seedless Grapes Is Associated with a Missense Mutation in the MADS-Box Gene VviAGL111, DOI:10.1104/pp.18.00259</ref>

<ref name="Reisch et al.">Bruce I. Reisch, David V. Peterson, Mary-Howell Martens: Table Grape Varieties for Cool Climates – Seedless Grapes</ref>

<ref name="USDA 2023">USDA Commemorates 100 Years of Contributions to the Grape Industry</ref> </references>

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