Zum Inhalt springen

Taglilien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Taglilien
Datei:Hemerocallis fulva June.jpg

Gelbrote Taglilie (Hemerocallis fulva)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
ohne Rang: Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Affodillgewächse (Asphodelaceae)
Unterfamilie: Tagliliengewächse (Hemerocallidoideae)
Gattung: Taglilien
Wissenschaftlicher Name
Hemerocallis
L.

Die Taglilien (Hemerocallis) sind eine Pflanzengattung, die zur Unterfamilie der Tagliliengewächse (Hemerocallidoideae) gehört.

Etymologie[Bearbeiten]

Der wissenschaftliche Name der Gattung Hemerocallis stammt von den altgriechischen Wörtern Ἡμέρα hēméra für „Tag“ und Κάλλος kállos für „Schönheit“, da die Einzelblüten der Arten dieser Gattung nur einen einzigen Tag lang blühen. Von dieser Tatsache leitet sich auch der deutsche Trivialname dieser Gattung Taglilien ab.<ref name="Genaust2005" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:The botanist's repository, for new, and rare plants - containing coloured figures of such plants, as have not hitherto appeared in any similar publication, with all their essential characters, (14783423655).jpg
Illustration aus The botanist's repository, for new, and rare plants - containing coloured figures of such plants, as have not hitherto appeared in any similar publication, with all their essential characters der Kleinen Taglilie (Hemerocallis minor)
Datei:Hemerocallis esculenta in Nakazaki Ridge.JPG
Essbare Taglilie (Hemerocallis esculenta)
Datei:Taglilien.jpg
Blüte der Gelben Taglilie (Hemerocallis lilioasphodelus)
Datei:Colpfl17a.jpg
Blüte von Kleinen Taglilie (Hemerocallis minor)
Datei:Hemerocallis thunbergii1.jpg
Thunbergs Taglilie (Hemerocallis thunbergii)
Datei:Hemerocallis yezoensis kz05.jpg
Hemerocallis yezoensis

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Taglilien-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen häufig in Horsten. Die Wurzeln sind häufig fasrig oder fleischig und zusammenlaufend. An den Enden bilden sich jedoch Verdickungen, aus denen Rhizome auswachsen.

Der Stängel besitzt nur bodennahe lange linealische Laubblätter, von denen sich immer zwei gegenüberstehen; sie sind häufig umgebogen und laufen zur Spitze hin scharf zu.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Üblicherweise bildet jedes Pflanzenexemplar zwei Blütenstände, die schraubelig cymoid sind, seltener stehen die Blüten einzeln.

Die trichterförmigen, zwittrigen und schwach zygomorphen Blüten sind dreizählig und eintägig kurzlebig. Die sechs Blütenhüllblätter (Tepalen) sind an ihrer Basis kurz röhrig verwachsen. Die inneren Tepalen sind leicht breiter als die äußeren. Jede Blüte enthält zwei Kreise mit je drei Staubblättern, die am Boden der Blütenhülle verwachsen sind. Die Staubfäden sind nach oben gebogen, getrennt und ungleich. Die Staubbeutel bestehen aus zwei Hälften (Theken). Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen dreifächerigen Fruchtknoten verwachsen, der grün ist. Nektarien sind vorhanden. Der nach oben gebogene Griffel endet in einer dreilappigen oder kopfigen Narbe.

Die ledrigen Kapselfrüchte enthalten entweder sehr wenige oder viele Samen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Taglilien-Arten sind von Mitteleuropa bis Ostasien verbreitet. Die Gattung Hemerocallis fehlt in der Neuen Welt; obwohl es Vertreter der Familie Tagliliengewächse in Australien gibt, „scheint“ die Gattung Hemerocallis auch dort zu fehlen. Das Mannigfaltigkeitszentrum liegt mit elf Arten in der Volksrepublik China, vier Arten sind dort endemisch. Da vor allem Hybriden der Gelbroten Taglilie (Hemerocallis fulva) als Gartenpflanzen populär sind, finden sie sich auch in nordamerikanischen Gärten und sind zum Teil von dort aus verwildert.

Systematik[Bearbeiten]

Lange Zeit bestand die Familie, jetzt Unterfamilie der Tagliliengewächse (Hemerocallidoideae), ausschließlich aus der Gattung Hemerocallis, die Familie/Unterfamilie wurde stark erweitert. Der Gattungsname Hemerocallis wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 324 erstveröffentlicht. Typusart ist Hemerocallis lilioasphodelus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.

Zur Gattung Hemerocallis gehören:<ref name="FoC2000" />

Nutzung[Bearbeiten]

Datei:P 20150825 121557.jpg
Taglilienfeld in Yuli (Landkreis Hualien, Taiwan)
Datei:Dry Day Lily.jpg
Getrocknete Taglilienblüten als Nahrungsmittel

Taglilien-Sorten sind als Gartenpflanzen in Europa, den Vereinigten Staaten und vor allem in der Volksrepublik China bedeutend. Allein in den USA gibt es 38.000 registrierte Züchter für Taglilien, die über 13.000 benannte Hybriden erzeugt haben.

In der chinesischen Gartenkunst ist die Gattung seit Tausenden von Jahren von großer Bedeutung. Dort wird die Gattung aber auch wegen der essbaren Blüten einiger Arten (Gelbrote Taglilie, Zitronen-Taglilie, Essbare Taglilie) geschätzt und findet Anwendung in der traditionellen chinesischen Medizin. Der Anbau in der Volksrepublik China findet vor allem in den Provinzen südlich des Qin-Ling-Gebirges, schwerpunktmäßig in den Provinzen Hunan, Jianxi, Shaanxi, Sichuan und Gansu statt. Das bekannteste Anbaugebiet, auf das mehr als die Hälfte der nationalen Produktion entfallen, liegt in den Kreisen Shaodong und Qidong in der Provinz Hunan.<ref>黄花菜 Hemerocallis citrina Baroni. www.eflora.cn (中国高等植物图鉴 – Höhere Pflanzen Chinas), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 16. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Taiwan wurden im Jahr 2016 391 Tonnen Taglilien auf 567 Hektar Anbaufläche geerntet. Der Hauptanbau entfiel auf die Landkreise Hualien (287 t) und Taitung (59 t). Die Produktion ist seit Jahren rückläufig.<ref></ref>

Vor dem menschlichen Verzehr werden die Blüten gedämpft und getrocknet. Der Genuss der unbehandelten Blumenteile kann aufgrund des Alkaloidgehalts Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Die Blätter werden beim Bau einiger Typen von traditionellen Wohnhäusern in der chinesischen Provinz Yunnan, in Taichung auf Taiwan sowie auf der Insel Lan Yu als Material zum Decken von Dächern verwendet.<ref>Shan Deqi, E. Tang (Übers.): Traditionelle Wohnhäuser in China. China International Book Trading Corporation, 2004, ISBN 7-5085-0434-8.</ref>

Bei Katzen können bereits geringe Mengen zu einer lebensbedrohlichen Lilienvergiftung führen.<ref>Larry P. Tilley et al.: Blackwell’s Five-Minute Veterinary Consult: Canine and Feline. 7. Auflage. Wiley, 2021, ISBN 978-1-119-51317-9, S. 834.</ref>

Datei:Taglilie, Blüte befallen mit Hemerocallis-Gallmücke, 01.jpg
Taglilie, Blüten befallen mit Hemerocallis-Gallmücke

Schädlinge und Krankheiten[Bearbeiten]

Taglilien sind im Allgemeinen recht robust. Es gibt jedoch einige wenige spezifische Schädlinge und Krankheitsbilder:

Taglilien-Gallmücke
Die Hemerocallis-Gallmücke (Hemerocallis-Gallmücke, Contarinia quinquenotata) legt ihre Eier an den Knospen ab. Die ausschlüpfenden Larven fressen die Blüten von innen an, wobei die Blüten sich verformen und in der Regel nicht öffnen (s. Bild).
Taglilien-Rost
Der Taglilien-Rost ist wohl zuerst in den USA bemerkt und nach Europa eingeschleppt worden.<ref>Taglilienrost. Eintrag im Wörterbuch der American Daylily Society, abgerufen am 17. März 2026.</ref> Bisher verhindern kalte Winter die Ausbreitung in Mitteleuropa.<ref>Gärtnerisches. Hinweise zu Taglilien bei der Fachgruppe Hemerocallis der Gesellschaft der Staudenfreunde, abgerufen am 17. März 2026.</ref>

Philatelistisches[Bearbeiten]

Mit dem Erstausgabetag 2. Januar 2020 gab die Deutsche Post AG in der Serie Blumen ein Postwertzeichen mit dem Abbild einer Taglilie im Nennwert von 30 Eurocent heraus. Der Entwurf stammt von den Grafikern Stefan Klein und Olaf Neumann aus Iserlohn.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag in der Flora of North America. (englisch)
  • Xinqi Chen, Prof. Song-Yun Liang, Jie-mei Xu, David E. Boufford, Michael G. Gilbert, Rudolf V. Kamelin, Shoichi Kawano, Tetsuo Koyama, Elena V. Mordak, Junko Noguchi, Victor G. Soukup, Hiroshi Takahashi, Kamilla G. Tamanian, Minoru N. Tamura und Nicholas J. Turland: Liliaceae In: Flora of China, Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press, Missouri Botanical Garden Press, Beijing, St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. Chen Xinqi, Junko Noguchi: Hemerocallis Linnaeus. S. 161–164 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung, Systematik)
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland Gefäßpflanzen: Grundband, 18. Aufl., Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 3-8274-1359-1, S. 503.
  • Walter Erhardt: Hemerocallis – Taglilien, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1988, ISBN 3-8001-6358-6.
  • Walter Erhardt: Hemerocallis – Daylilies, B.T. Batsford Ltd., London 1992, ISBN 0-7134-7065-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Genaust2005"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996). </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="FoC2000"> Xinqi Chen, Song-Yun Liang, Jie-mei Xu, David E. Boufford, Michael G. Gilbert, Rudolf V. Kamelin, Shoichi Kawano, Tetsuo Koyama, Elena V. Mordak, Junko Noguchi, Victor G. Soukup, Hiroshi Takahashi, Kamilla G. Tamanian, Minoru N. Tamura, Nicholas J. Turland: Liliaceae In: Flora of China, Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press, Missouri Botanical Garden Press, Beijing, St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. Chen Xinqi, Junko Noguchi: Hemerocallis Linnaeus., S. 161–164 – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Taglilien (Hemerocallis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Taglilie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Fetthenne (2000, 2011) | Glockenblume (2001) | Astern (2002) | Salbei (2003) | Storchschnabel (2004) | Windröschen (2005) | Flammenblume (2006) | Ehrenpreis (2007) | Sonnenbraut (2008) | Funkie (2009) | Katzenminze (2010) | Knöterich (2012) | Wolfsmilch (2013) | Elfenblume (2014) | Seggen (2015) | Schwertlilien (2016) | Bergenien (2017) | Taglilien (2018) | Edle Disteln (2019) | Rispenhirse (2020) | Schafgarbe (2021) | Zwergschilf (2022) | Indianernessel (2023) | Blutweiderich (2024) | Kaukasus-Vergissmeinnicht (2025)

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein