Tamariskengewächse
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| Datei:Tamarix gallica struik.jpg
Tamariske (Tamarix gallica) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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Die Tamariskengewächse (Tamaricaceae) sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen. Die fünf Gattungen mit 90 bis 120 Arten gedeihen in Trockengebieten (Küsten, Wüsten und Steppen) in Europa, Asien und Afrika. Einige Arten sind in ariden Gebieten der Welt, beispielsweise USA, Mexiko, Argentinien und Australien Neophyten.<ref name="Natale2008" /> Wenige Arten werden als Zierpflanzen genutzt.
Beschreibung[Bearbeiten]
Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]
Sie wachsen als immergrüne, selten krautige Pflanzen oder Halbsträucher, meist als Sträucher oder kleine Bäume. Wenn es sogenannte Rutensträucher sind dann übernehmen die Sprossachsen die Aufgabe der Photosynthese. Sie sind manchmal Halophyten und meist Xerophyten.
Ihre Laubblätter sind wechselständig und spiralig angeordnet. Die meist kleinen, schuppenförmigen (erikoiden) oder kleinen, einfachen Laubblätter sind ungestielt und fleischig oder häutig. Manchmal ist eine stängelumfassende Blattscheide vorhanden. Der Blattrand ist glatt. Auf den Blättern sind Salzdrüsen vorhanden. Ihre Blätter besitzen häufig mehrzellige Drüsen, mit denen sie Salz ausscheiden können. Es sind keine Nebenblätter vorhanden. Die Stomata sind meist anomocytisch oder selten paracytisch.
Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]
Die Blüten stehen einzeln (Hololachne, Reaumuria) oder in traubigen, ährigen oder rispigen Blütenständen ohne Hochblättern zusammen. Die Blüten sind meist zwittrig oder selten eingeschlechtig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind dann sind die Arten zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch).
Die radiärsymmetrischen Blüten sind meist vier- bis fünf- oder selten sechszählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die Kelchblätter sind höchstens an ihrer Basis verwachsen. Die höchstens an ihrer Basis verwachsenen Kronblätter sind meist weiß bis rosafarben. Es sind ein oder zwei Kreise mit je drei oder vier Staubblättern vorhanden oder manchmal sind es 15 bis 100 Staubblätter. Alle Staubblätter sind fertil. Die Staubfäden sind nicht mit den Kronblättern verwachsen und untereinander frei oder an ihrer Basis zu Bündeln verwachsen. Die zweizelligen Pollenkörner besitzen meist drei, seltener zwei oder vier Aperturen und sind colpat; die Pollenoberfläche ist glatt. Meist drei oder vier (selten zwei oder fünf) Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Der Fruchtknoten enthält in parietaler bis basaler Plazentation vier bis hundert anatrope, bitegmische, schwach crassinucellate Samenanlagen. Bei Myricaria ist kein Griffel vorhanden; bei den anderen Taxa sind meist drei bis vier (zwei bis fünf) freie oder teilweise verwachsene, lange Griffel vorhanden.
Früchte und Samen[Bearbeiten]
Die lokuliziden Kapselfrüchte öffnen sich mit meist drei bis fünf Klappen von der Spitze in Richtung Basis und enthalten meist viele Samen. Die Samen sind lang behaart oder besitzen einen Schweif aus langen Haaren, enthalten spärlich stärkehaltiges Endosperm und einen gut ausgebildeten, geraden Embryo.
Inhaltsstoffe und Chromosomensätze[Bearbeiten]
Es kann Cyanidin, Ellagsäure und an Flavonolen Quercetin oder/und Kaempferol oder Tamarixin vorhanden sein.
Die Chromosomengrundzahl beträgt meist x = 12 (selten 11).
Systematik[Bearbeiten]
Innerhalb der Ordnung der Caryophyllales sind die Tamaricaceae am nächsten mit den Frankeniaceae verwandt. Früher wurden beide Familien zur Ordnung der Violales Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lindl. gestellt. Die Frankeniaceae mit Tamaricaceae und Plumbaginaceae mit Polygonaceae bilden jeweils Schwestergruppen und diese beiden Schwestergruppen zusammen bilden eine Klade.
Die Erstveröffentlichung des Familiennamens Tamaricaceae erfolgte 1821 durch Heinrich Friedrich Link in Enumeratio Plantarum Horti Regii Berolinensis Altera, 1, S. 291. Oft wird als Erstveröffentlichung auch die von Friedrich Graf von Berchtold & Jan Swatopluk Presl oder von Augustin François César Prouvençal de Saint-Hilaire als Tamariscinae genannt. Ein Synonym für Tamaricaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Link ist Reaumuriaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrenberg ex Lindl.<ref name="GRIN" /> Typusgattung ist Tamarix Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.
Die Arten der Gattung Myrtama werden manchmal entweder in Myricaria oder Tamarix, und die von Hololachna in Reaumuria eingegliedert.
In der Familie gibt es fünf Gattungen mit 90 bis 120 Arten:<ref name="GRIN" />
- Hololachna Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrenb.: Die nur zwei Arten sind in Zentralasien verbreitet.<ref name="Mabberley2008" />
- Rispelsträucher (Myricaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Desv., Syn.: Tamaricaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Qaiser & Ali): Die etwa 13 Arten sind in Eurasien verbreitet, davon kommen zehn in China vor.<ref name="FoC" /> Das Zentrum der Artenvielfalt ist das Qinghai-Tibet-Plateau und angrenzende Gebiete<ref name="Wang2009" />.
- Myrtama Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ovcz. & Kinzik.: Sie enthält nur eine Art<ref name="Zhang2006" />:
- Myrtama elegans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Royle) Ovcz. & Kinzik. (Syn.: Myricaria elegans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Royle, Tamaricaria elegans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Royle) Qaiser & Ali): Sie kommt in Pakistan, Kaschmir und Tibet bis in Höhenlagen von etwa 6500 Metern vor.
- Reaumuria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. (Syn.: Eichwaldia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ledeb.): Die etwa zwölf Arten sind in Südeuropa, Nordafrika und Asien verbreitet. In China gibt es vier Arten, eine davon nur dort.<ref name="FoC" />
- Tamarisken (Tamarix Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Syn.: Trichaurus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Arn.): Die 35<ref name="Mabberley2008" /> bis 90 Arten sind in Eurasien und Afrika verbreitet. In China gibt es 18 Arten, sieben davon nur dort.<ref name="FoC" />
Quellen[Bearbeiten]
- Die Familie der Tamaricaceae bei der APWebsite. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
- Beschreibung der Familie der Tamaricaceae bei DELTA von L. Watson & M. J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung)
- Qiner Yang, John Gaskin: Tamaricaceae, S. 58 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 13 – Clusiaceae through Araliaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
- Mohammad Qaiser: Tamaricaceae: online bei Tropicos.org des Missouri Botanical Garden, In: Flora of Pakistan, Volume 141, 1982, Department of Botany, University of Karachi, Karachi.
- John F. Gaskin, F. Ghahremani-Nejad, D. Y. Zhang, Jason Paul Londo: An overview of Frankeniaceae and Tamaricaceae using nuclear rDNA and plastid sequence data. In: Annals of the Missouri Botanical Garden, Volume 91, Issue 3, 2004, S. 401–409.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Natale2008"> E. S. Natale, J. Gaskin, S. M. Zalba, M. Ceballos, H. E. Reinoso: Especies del género Tamarix (Tamaricaceae) invadiendo ambientes naturales y seminaturales en Argentina. In Boletín de la Sociedad Argentina de Botánica, Volume 43, Issue 1-2, Córdoba, 2008. </ref> <ref name="FoC"> Qiner Yang, John Gaskin: Tamaricaceae, S. 58 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 13 - Clusiaceae through Araliaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. </ref> <ref name="Mabberley2008"> David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. Auflage, Cambridge University Press 2008, ISBN 978-0-521-82071-4. </ref> <ref name="Wang2009"> Yong Wang, Yifei Liu, Songbai Liu, Hongwen Huang: Molecular phylogeny of Myricaria (Tamaricaceae): implications for taxonomy and conservation in China. In: Botanical Studies, Volume 50, 2009, S. 343–352: PDF-Online. </ref> <ref name="Zhang2006"> Daoyuan Zhang, Yuan Zhang, John F. Gaskin, Zhiduan Chen: Systematic position of Myrtama Ovcz. & Kinz. based on morphological and nrDNA ITS sequence evidence. In: Chinese Science Bulletin, 2006. </ref> </references>