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Tape Art

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Tape Art Zebrastreifen Muster an der Wand.jpg
Tape Art Streifen in Berlin
Foto von "Portable Tornado"- Tape Art Skulptur von Ostap
Tape Art 3D Installation-Skulptur aus Klebeband von Slava Ostap

Tape Art (Klebebandkunst) beschreibt Kunst, die aus Klebebändern entstanden ist. Dabei können verschiedene Klebebänder mit unterschiedlichen Strukturen, Farben und Formen verwendet werden.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Kunst zu kleben, 4. August 2010 (Memento vom 22. August 2015 im Internet Archive), abgerufen am 7. August 2015.</ref>

Datei:2019 Glow Taipei Tape-That Adrian-Dittert.jpg
2019 Installation Glow in Taipei von Tape That, Künstler: Adrian Dittert, Cedric Goussanou, verwendete Materialien: Neon-Gewebeklebeband, Teil der Ausstellung Tape Art von Tape That in Taipei

Geschichte[Bearbeiten]

Tape Art entstand aus der Suche nach einer Alternative für Spraydosen als Unterkategorie im Bereich Urban-Art in den 1960er Jahren. Hauptsächlich wurde Tape Art ursprünglich im öffentlichen urbanen Raum angewendet. Vermehrt wird Tape Art von den Medien entdeckt und von Individuen im privaten Innenraum angewendet. Nachdem Tape Art anfänglich durch subversive Individuen mit den vorhandenen Materialien im öffentlichen urbanen Raum angewendet wurde, wurden inzwischen spezielle Artists Tapes (Klebeband für Tape Art) entwickelt.

Datei:FB1bw.jpg
Euridice Lost von Buff Diss mit weißem Gewebeband
Zwei gekreuzte Hände-Street-Art-Kunstwerk aus Packband
"The Hände"- Tape Art Kunstwerk aus braunem Paketklebeband von Berliner Künstler-Kollektiv Selfmadecrew für "The Haus" Projekt in Berlin.

El Bocho, Künstler aus Berlin, beklebte 2009 im Rahmen der Ausstellung „Urban Affairs Extended“ ausschließlich mit Klebestreifen die Wand des Stadtbades Wedding und erregte damit großes Aufsehen. Die Heyne Kunst Fabrik in Offenbach am Main eröffnete Anfang 2015 die europaweit erste Gruppenausstellung, Arbeiten von sieben europäischen Tape-Künstlern und zwei Kollektiven aus Berlin wurden gezeigt.<ref>TAPE IT European Tape Art, www.heynekunstfabrik.de, abgerufen am 9. August 2015</ref> Tape Art-Künstler, wie Max Zorn werden mit ihren Projekten auf renommierte Kunstmessen, wie die Art Basel Miami eingeladen.<ref>süddeutsche.de: Ab in die Kiste, 24. März 2015, abgerufen am 11. August 2015</ref> Die in Berlin lebende polnische Künstlerin Monika Grzymala stellt ihre dreidimensionalen Installationen weltweit in renommierten Galerien und Museen, wie der Kunsthalle Hamburg oder der Albertina in Wien aus.<ref>Drawing Now: 2015 | Monika Grzymala's art. In: Vimeo. Abgerufen am 18. April 2016.</ref><ref>Vortext von Monika Grzymala. In: www.artnet.de. Abgerufen am 18. April 2016.</ref><ref>Monika Grzymala – Hamburger Kunsthalle. In: www.hamburger-kunsthalle.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. April 2016;.</ref>

Im Oktober 2016 wurde in Berlin die erste internationale Tape Art Convention – eine Ausstellung in der Berliner Galerie Neurotitan<ref>Tape Art Convention: Klebeband Kunst Ausstellung in Berlin. Abgerufen am 18. März 2021.</ref> vom Berliner Künstlerkollektiv Tape That ausgerichtet, an der neben deutschen Künstlern wie Tape Over, Evi Kupfer, Slava Ostap auch internationale Künstler wie Buff Diss, Jay Walker, Mark Khaisman, Benjamin Murphy und Max Zorn beteiligt waren.<ref>deutschlandfunk.de: Kunst mit Klebeband - Berlin feiert die erste Tape Art Convention, 7. Oktober 2016, abgerufen am 17. Oktober 2016</ref>

Merkmale[Bearbeiten]

Klebeband als Medium bietet im Vergleich zur klassischen Malerei Vorteile aber auch Einschränkungen. Viele Künstler machen sich die besonderen Eigenschaften von Tape zunutze und entwickeln so komplett eigenständige Werke die mit anderen Medien schwer oder unmöglich umzusetzen wären. Tape Art kann nahezu lautlos, schnell und ohne Geruchsbelästigung ausgeführt werden. Die unkomplizierte Handhabung gegenüber Graffiti macht Tape Art interessant für kleine oder temporäre Urban-Art-Projekte. Durch die Materialeigenschaften sind Schutzvorkehrungen wie Abkleben oder Abdecken nicht nötig. Die verhältnismäßig einfache Handhabung des Materials lässt Tape Art auch im Bereich privater Anwender größer werdendes Interesse erfahren. Die Gewebebänder lassen sich auf unterschiedlichsten Untergründen, wie Stein, Asphalt, Holz, Alu-Dibond, Stoff oder Glas verarbeiten.<ref>Klebebande: Tape Art: Kunst mit Klebeband – Ideen und Projekte. 1. Auflage. Haupt Verlag AG, Bern 2015, ISBN 978-3-258-60131-1, S. 160.</ref> Ein weiterer Vorteil gegenüber herkömmlichen Graffiti ist die Wiederablösbarkeit des Materials.<ref>Annika Dürig: Von der Straße in den Kunstunterricht: Urban Art: Kunstprojekte mit Bild-für-Bild-Anleitungen – Künstlerporträts – Differenzierungsangebote (5. bis 10. Klasse), AOL-Verlag, Köln 2015, ISBN 978-3-403-40325-8, S. 58ff.</ref>

Materialien[Bearbeiten]

Üblicherweise werden künstlerische Arbeiten als Tape Art bezeichnet wenn Klebeband, oder klebende Materialien zu einem überwiegenden Teil das Werk ausmachen und dabei als Hauptmedium und nicht als reines Werkzeug eingesetzt werden. Die Materialien sind äußerst vielfältig. Oft wird ein Gewebe-Klebeband, allgemein als Gaffa bezeichnet, benutzt. Andere Materialien sind zum Beispiel Verpackungsklebeband, PVC oder PP Klebeband, Isolierband oder Gummiklebebänder aus Weich-PVC, Bodenmarkierungsband, Abklebeband oder Absperrband. Darüber hinaus werden auch klebende Folien aus der Werbetechnik und Washi Tapes (japanisches Masking Tape) benutzt die oft eine breitere Farbpalette oder sogar Aufdrucke bieten. Als Leinwände oder Oberflächen für Tape Art gibt es kaum Beschränkungen. Verschiedene Klebebänder eignen sich besser für spezielle Untergründe. Allgemein sollten Untergründe möglichst staub- und fettfrei sein, um gutes Anhaften des Klebebandes zu gewährleisten.

Tape-Art-Variationen[Bearbeiten]

Weil Klebeband sehr vielfältig und flexibel einsetzbar ist, lädt es vor allem zum Experimentieren ein. Auch Objekte wie Geldbörsen oder Handytaschen lassen sich individuell aus Klebeband herstellen.

Auf künstlerischer Ebene gibt es vor allem interdisziplinäre Kollaborationen mit Künstlern aus anderen Bereichen. Auch die Kombination mit digitalen Kunstformen ist möglich. So hat sich in jüngster Zeit eine Stilrichtung entwickelt, die als Tape Mapping bezeichnet wird. Es ist die buchstäbliche Fusion von Tape Art und Video Mapping, bei der die Kunstwerke aus Klebeband mit visuellen Effekten animiert werden. Eine weitere Tape-Art-Variation ist das Anfertigen von Skulpturen. Hierbei wird das Klebeband so geformt und miteinander verklebt, dass daraus Figuren in 3D entstehen. Meistens wird hierfür Malerkrepp verwendet.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Tape art – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Tape Art – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />