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Tatort: Rebecca

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Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 89 Minuten
Produktions­unternehmen SWR
Regie Umut Dağ
Drehbuch Marco Wiersch
Produktion
Musik Iva Zabkar
Kamera Stefan Sommer
Schnitt Saskia Metten
Premiere 10. Jan. 2016 auf Das Erste, ORF 2, SRF zwei
Besetzung
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Rebecca ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Die vom SWR produzierte Sendung wurde am 10. Januar 2016 im Ersten Programm der ARD sowie auf ORF 2 und SRF zwei erstgesendet. In der 30. und vorletzten Folge aus Konstanz spielen Eva Mattes und Sebastian Bezzel das Ermittlerduo Klara Blum und Kai Perlmann, Gro Swantje Kohlhof die Rolle der Rebecca.

Handlung[Bearbeiten]

Eine junge Frau übergießt einen am Boden liegenden Mann und sich selbst mit Brandbeschleuniger. Als sie ihn anzündet und zögert, sich selbst anzuzünden, bäumt er sich kurz auf, stirbt dann aber an seinen Verbrennungen. Im selben Moment trifft die Polizei ein.

Es stellt sich heraus, dass der Mann, Olaf Reuter, die inzwischen 17-jährige Rebecca seit ihrem zweiten Lebensjahr gefangenhielt und mit Gewalt und psychologischen Tricks systematisch zu einer hörigen Sexdienerin „erzogen“ hatte, die ihn wie ein gottähnliches Wesen verehrte. Rebecca hatte Reuter für tot gehalten, und für diesen Fall hatte Reuter ihr befohlen, ihn, alle „Erziehungsmaterialien“ und sich selbst zu verbrennen. In eine Psychiatrie eingewiesen, öffnet sie sich anderen Menschen gegenüber nur sehr langsam.

Im weiteren Verlauf zeigt sich Rebecca nur dem ermittelnden Kommissar Kai Perlmann gegenüber gesprächsbereit, den sie für ihren neuen „Erzieher“ hält. Es gelingt Kommissarin Klara Blum, Rebeccas Identität anhand eines kleinen Muttermals zu klären und ihre Mutter ausfindig zu machen. Die Ermittlungen ergeben, dass Reuter früher noch ein zweites Mädchen namens Aylin gefangenhielt, welches er ermordete, weil es sich nicht seinen Vorstellungen entsprechend verhielt. Ursprünglich sollte Rebecca diesen Mord begehen, verweigerte dies jedoch aus Skrupel. Weiterhin kommt heraus, das es Reuters Vater Helmut war, der Rebecca entführt, die „Erziehung“ begonnen und das Mädchen später an seinen Sohn übergeben hatte, damit dieser endlich eine Frau habe. Zu Blums und Perlmanns Fassungslosigkeit zeigt er bei dem Verhör keinerlei Reue über seine Tat und versucht sogar, Rebecca bei einer von ihr ausdrücklich gewünschten Gegenüberstellung erneut zu manipulieren. Dies scheint für einen Moment sogar zu gelingen: Rebecca kniet sich vor ihm hin, als ob sie sich ihm wieder unterwerfen wolle. Doch plötzlich springt sie ihn an, klammert seine Beine und beißt kräftig zu.

Die gerade volljährig gewordene Rebecca zeigt somit, dass sie ihre Hörigkeit überwunden hat, und wird aus der Psychiatrie entlassen, um künftig unter therapeutischer Begleitung bei ihrer Mutter zu leben. Perlmann, der ihr zum Freund geworden ist, rät Rebecca, trotz allem Erlebten nicht allein zu bleiben.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten erfolgten zwischen dem 23. Februar 2015 und dem 27. März 2015 in Konstanz<ref name="CU" /> und Baden-Baden.

Die Folge erinnert an die Entführung von Natascha Kampusch.<ref name="WN_2016-01-09">Westfälische Nachrichten: Das Mädchen und sein Mantra: Vorletzter Bodensee-„Tatort“, Medien, dpa, 9. Januar 2016</ref><ref name="WN_2016-01-11" />

Die Audiodeskription zum Film wurde vom SWR in Zusammenarbeit mit Audio2 produziert. Sprecherin ist Luise Schubert.<ref>Tatort: Rebecca in der Hörfilm-Datenbank des Hörfilm e. V.</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Rebecca am 10. Januar 2016 wurde in Deutschland von 10,93 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 28,8 % für Das Erste. Damit überschritt der Konstanzer Tatort erstmals die Marke von zehn Millionen Zuschauern und wurde der erfolgreichste aller bisherigen Tatorte des Ermittlerduos.<ref name="dwdl" /><ref>Westfälische Nachrichten: „Tatort“ überwindet Formtief, Medien/Quoten, dpa, 12. Januar 2016</ref>

In Österreich wurden 640.000 Zuschauer erreicht und damit eine durchschnittliche Reichweite von 9 % sowie ein Marktanteil von 20 % erzielt.<ref>Medienforschung ORF, Daten von Sonntag, 10. Januar 2016</ref>

In der Schweiz verfolgten 496.000 Zuschauer im Alter von über drei Jahren die Erstausstrahlung der Folge, die damit einen Marktanteil von 23,3 % erlangte.<ref name="srf_2016-01-10">Schweizer Radio und Fernsehen: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.SRF 1 – 10. Januar 2016 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.srf.ch (PDF), Mediapulse-Fernsehpanel – Deutschschweiz, Overnight, Personen drei Jahre und älter, abgerufen am 16. Januar 2016.</ref> In der Gruppe der 15- bis 59-Jährigen wurden 254.000 Zuschauer gezählt sowie ein Marktanteil von 19,2 % gemessen.<ref name="srf_2016-01-10" />

Kritik[Bearbeiten]

Detlef Hartlap, Chefredakteur der prisma, urteilt, die Folge „beweist, dass es, um Spannung zu erzeugen, keiner Action bedarf, keines einzigen Schusses und schon gar keiner Pyrotechnik“, und sei damit „der ultimative Gegensatz zu den beiden Peng-peng-Filmen von Til Schweiger am vergangenen Wochenende“, den Folgen Der große Schmerz sowie Fegefeuer.<ref name="prisma">Detlef Hartlap: Du bist mein neuer Erzieher. Sonntag am „Tatort“. In: Prisma, 9. Januar 2016 – 15. Januar 2016, Nr. 1/2016, S. 5.</ref> Hartlap lobt, „das ist keine geringe Sache in einer nervösen, effekthascherischen Zeit wie dieser“.<ref name="prisma" /> Zwar handelt die Folge von „Kindesentführung, Kindesmissbrauch und schlimmster Persönlichkeitsmanipulation“, doch „das alles wird nicht in drastischen Bildern gezeigt, es nistet sich mit den Mitteln herkömmlicher Filmsprache im Kopf des Betrachters ein“.<ref name="prisma" /> „Gute Filme kommen mit weniger aus“, resümiert Hartlap, wofür die Folge mit Rebecca als einer „weiblichen Kaspar Hauser“ durchaus „ein Lehrstück“ sei.<ref name="prisma" /> „Wie nahe darf ein Ermittler einer Zeugin kommen“, sei die zentrale Frage, die die Folge bei Betrachtung der Beziehung von Rebecca und Kriminalhauptkommissar Kai Perlmann aufwirft.<ref name="prisma" /> Der daraus resultierende Disput zwischen den Kollegen Blum und Perlmann sei „nicht immer überzeugend gespielt, besonders Imogen Kogge gelingt es nicht, ihrer fachlichen Autorität Format zu verleihen“ und „auch Eva Mattes bleibt ungewohnt matt“.<ref name="prisma" /> Dennoch sei die Folge „ein sehenswertes Stück Fernsehen“, was „vor allem an Gro Swantje Kohlhof in der Titelrolle“ liegt.<ref name="prisma" /> Ihr Spiel, beginnend „als roboterhaft gepolte Kindfrau“ und endend „in einer Zeit langsamen Erwachens“ mit einem „Hoffnungsschimmer“, „berührt sehr“.<ref name="prisma" /> Ebenso lobte Hartlap das Schauspiel von Klaus Manchen, „der in Abgründe vorstoßen“ kann, „deren wir im Fernsehen selten ansichtig werden“.<ref name="prisma" /> „Dazu bedient er sich seiner Mimik, nichts weiter“, schließt Hartlap, „aber es reicht, das Grauen zu lehren“.<ref name="prisma" />

Christian Schmidt von den Westfälischen Nachrichten „überzeugte die dramatische“ Folge, „weil der obligatorische Mordfall schnell in den Hintergrund trat“.<ref name="WN_2016-01-11">Christian Schmidt: Tatort: Rebecca (ARD) – Perlmann als Peiniger. In: Westfälische Nachrichten – Medien/Gesehen, 11. Januar 2016.</ref> Lobend erwähnte Schmidt die „hervorragenden Leistungen von Gro Swantje Kohlhof als völlig verstörte Kampusch-Variante Rebecca“ sowie „Klaus Manchen als moralfreiem Sexualstraftäter Klaus Reuter, deren Aufeinandertreffen für Gänsehaut sorgte“.<ref name="WN_2016-01-11" /> Die Episode „gefiel auch deshalb, weil Ermittler Perlmann zum Peiniger wurde, um die Schale der traumatisierten Titelfigur zu knacken“.<ref name="WN_2016-01-11" /> „Spannende Momente“ lieferte der Fall durch das Zusammenspiel von Gro Swantje Kohlhof und Sebastian Bezzel, das einerseits „ängstigte“, andererseits „warf [es] beim Zuschauer die Frage auf, wie weit man gehen darf, um Menschen zu helfen“.<ref name="WN_2016-01-11" />

Oliver Jungen urteilte für die Frankfurter Allgemeine Zeitung: „In Szenen ohne Rebecca, in denen die Kommissare Löcher in die Luft starren oder Klara Blum die Genervte oder Erschütterte gibt, weiß man wieder, warum der Bodensee-‚Tatort‘ zu den drögeren der Reihe zählt und seinem Verschwinden kaum nachgetrauert werden wird. Das an Grundfragen der Pädagogik rührende Tauziehen um die Seele des Mädchens aber ist derart spannend, dass es für solche Momente entschädigt.“<ref name="faz_20160110" />

Holger Gertz schrieb für die Süddeutsche Zeitung: „Der Bodensee allerdings riss es im Bodensee-Tatort oft genug raus, […] charismatisch tipptopp. Die Episode ‚Rebecca‘ von Umut Dag (Buch: Marco Wiersch) allerdings bricht mit Seegewohnheiten, sie konzentriert sich auf die Menschen, und so verdichtet sich alles zu einem Drama, das immerhin sehenswerter ist als der Konschtanzer Durchschnitt.“<ref name="sz_20160108" />

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Folge wurde bei den Biberacher Filmfestspielen im 2015 in der Kategorie Fernsehfilme nominiert.<ref>Biberacher Filmfestspiele: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Das Familientreffen deutscher Filmemacher im Traumpalast. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.biberacherfilmfestspiele.de Abgerufen am 4. Juni 2016.</ref><ref name="CU" /> Beim New Faces Award der Bunten wurde Gro Swantje Kohlhof im Jahr 2016 nominiert.<ref>Bunte: New Faces Award Film 2016: BUNTE präsentiert die Nominierten. 4. Mai 2016.</ref> Sie wurde im selben Jahr mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis ausgezeichnet.<ref>Studio Hamburg Nachwuchspreis: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Studio Hamburg Gruppe: Studio Hamburg Nachwuchspreis 2016 – die Gewinner. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.studio-hamburg.de 2. Juni 2016.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="CU"> Rebecca bei crew united, abgerufen am 4. Juni 2016 </ref> <ref name="faz_20160110"> Oliver Jungen: Bodensee-„Tatort“-Folge „Rebecca“. Er will nicht ihr neuer Meister sein. In: Feuilleton. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Januar 2016, abgerufen am 12. Januar 2016: „Der Bodensee-„Tatort“ geht mit einem furiosen Psychodrama auf die Zielgerade.“ </ref> <ref name="dwdl"> Alexander Krei: Bodensee-„Tatort“ läuft zur Quoten-Bestform auf. DWDL.de, 11. Januar 2016, abgerufen am 11. Januar 2016. </ref> <ref name="sz_20160108"> Holger Gertz: Bodensee-„Tatort“. Seichtwasser. Süddeutsche Zeitung, 8. Januar 2016, abgerufen am 11. Januar 2016. </ref> </references>

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