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Tellurit

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Tellurit
Datei:Tellurite-77800.jpg
Einzelkristall von Tellurit, Fundort: Moctezuma Mine, Municipio de Moctezuma, Sonora, Mexiko (Bildbreite: 2 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Tlr<ref name="Warr">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Chemische Formel β-TeO2
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/D.06
IV/D.15-030

4.DE.20
04.04.06.01
Ähnliche Minerale dimorph mit Paratellurit
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Raumgruppe (Nr.) Pbca<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 61)
Gitterparameter Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <
Formeleinheiten Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2
Dichte (g/cm3) gemessen: 5,90(2); berechnet: [5,75]<ref name="Handbookofmineralogy">Handbook of Mineralogy - Tellurite (englisch, PDF 69 kB)</ref>
Spaltbarkeit vollkommen nach {010}
Farbe weiß, gelblichweiß, strohgelb bis honiggelb
Strichfarbe weiß
Transparenz transparent bis opak
Glanz Diamantglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <2,18Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <2,35<ref name="Mindat">Tellurite bei mindat.org (engl.)</ref>
Doppelbrechung Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <0,350<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten löslich in starken Säuren; löslich in starken Basen
Besondere Merkmale schmilzt vor dem Lötrohr zu einer roten Kugel

Tellurit (veraltet Tellurocker) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der Zusammensetzung β-TeO2, ist also chemisch gesehen ein β-Tellurdioxid.

Tellurit entwickelt meist durchsichtige Kristalle mit nadeligem bis prismatischem Habitus von etwa zwei Zentimetern Größe, aber auch büschelförmige Aggregate oder krustige Überzüge von weißer, gelblichweißer oder stroh- bis honiggelber Farbe bei weißer Strichfarbe. Unverletzte Kristallflächen frischer Proben weisen einen schwachen Diamantglanz auf.

Mit einer Mohshärte von 2 gehört Tellurit zu den weichen Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Gips mit dem Fingernagel ritzen lassen.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Tellurit ist praktisch nicht in Wasser löslich, allerdings kann er bedingt durch den amphoteren Charakter des Te(IV)-Ions in starken Säuren wie Salz- oder Salpetersäure bzw. in starken Basen wie Natriumhydroxid gelöst werden. Die entsprechenden chemischen Reaktionsgleichungen finden sich unter →Tellurdioxid.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Benannt wurde das Mineral nach seinem chemischen Hauptbestandteil dem Tellur. Der Wortstamm kann auf das lateinische Wort Tellus für die Erde zurückgeführt werden.

Erstmals entdeckt und beschrieben wurde Tellurit 1842 von Wilhelm Petz in der Grube „Fata Baii“ (Facebanya, Faczebaja) bei Zlatna im Kreis Alba in Rumänien. Er fand das Mineral zusammen mit gediegen Tellur in einigen Proben in Form kleiner Kugeln von feinfaserigem Gefüge und gelblichweißer, ins gräuliche spielender Farbe und identifizierte es aufgrund der chemischen Reaktionen vor dem Lötrohr, in der offenen Röhre und auf Kohle als Tellurige Säure.

Seine bis heute gültige Bezeichnung Tellurit erhielt das Mineral 1845 von Wilhelm Ritter von Haidinger.<ref>W. Haidinger: Zweite Klasse: Geogenide. II. Ordnung. Baryte. VIII. Antimonbaryt. Tellurit, in: Handbuch der Bestimmenden Mineralogie, Bei Braumüller and Seidel, Wien 1845, S. 499–506 (PDF 512 kB)</ref>

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Tellurit zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung „MO2- und verwandte Verbindungen“, wo er gemeinsam mit Paratellurit in der „Tellurit-Paratellurit-Gruppe“ mit der Systemnummer IV/D.06 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/D.15-030. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2 und verwandte Verbindungen)“, wo Tellurit zusammen mit Brookit, Carmichaelit, Scrutinyit und Srilankit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer IV/D.15 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Tellurit in die Klasse der „Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate)“ und dort in die Abteilung „Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen Kationen; Mit verschiedenen Polyedern“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 4.DE.20 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Tellurit die System- und Mineralnummer 04.04.06.01. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Einfache Oxide mit einer Kationenladung von 4+ (AO2)“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 04.04.06, in der auch Scrutinyit eingeordnet ist.

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten]

Tellurdioxid kommt in der Natur in zwei verschiedenen Mineralien vor: Paratellurit (α-TeO2, tetragonal) und Tellurit (β-TeO2, orthorhombisch). Beide Modifikationen sind strukturell sehr ähnlich. Ein, wenn auch unsicheres, Unterscheidungsmerkmal ist ihre Farbe. Während Tellurit häufig eine gelbe Farbe aufweist, ist Paratellurit praktisch immer farblos. Eine genaue Unterscheidung zwischen diesen beiden Modifikationen ist nur durch eine Kristallstrukturanalyse möglich.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Tellurit kommt in der Oxidationszone von Erzlagerstätten vor. Es ist assoziiert mit anderen tellurhaltigen Mineralen wie gediegen Tellur oder Emmonsit.

Als seltene Mineralbildung konnte Tellurit bisher (Stand: 2011) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden. Als bekannt gelten etwa 45 Fundorte.<ref>Mindat - Anzahl der Fundorte für Tellurit</ref>

Erwähnenswert aufgrund außergewöhnlicher Telluritfunde sind unter anderem die „Kawazu Mine“ bei Shimoda und die Susaki Mine in Japan, wo Kristalle bis etwa einen Zentimeter Länge zutage traten. Gut ausgebildete Kristalle fanden sich auch in der „Moctezuma Mine“ in Mexiko.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Chile, China, Frankreich, Kanada, Myanmar, Polen, Russland, Tschechien, Ungarn, und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).<ref name="Mindat" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Tellurit kristallisiert orthorhombisch in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 12,03 Å; b = 5,46 Å; c = 5,61 Å, sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Tellurite – Sammlung von Bildern

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2024-07-29; (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> </references>