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Tengu

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Datei:Kamakura-kenchoji143.jpg
Krähen-Tengu – Karasu-Tengu Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. – Kenchō-Tempels
Datei:Zhangxian02.jpg
Der chinesische Unsterbliche Zhāng Xiān Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. schießt auf einen Himmelshund (Tiāngŏu)
Datei:Elephant and a flying tengu.jpg
Fliegender Tengu fängt Elefant – Farbholzschnitt – Kuniyoshi (1798–1861)
Datei:Tengu-Sojobo-and-MInamoto-no-Yoshitsune.jpg
Tengu Sōjōbō Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. unterrichtet Minamoto no Yoshitsune in der Kunst des Schwertkampfs – Bildrolle, späte Edo-Zeit

Tengu (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., kana Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) ist der Name eines japanischen Fabelwesens, das den Yōkai (Ungeheuer) zugeordnet wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

Beim japanischen Namen Tengu handelt es sich um die sinojapanische Lesung der chinesischen Bezeichnung Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., wörtlich Himmelshund. In chinesischen Quellen ist dies ein hundeähnliches Wesen, oft in Verbindung mit einer Sternschnuppe oder einem Kometen dargestellt. Es verfolgt die Sonne und den Mond, frisst sie gelegentlich auf und verursacht so eine Verfinsterung des Himmels. Alten Quellen zufolge kommt es manchmal vom Himmel unter Donner herab, verursacht Kriege und anderes Unheil.<ref>Shiji (Tianguan, 5), Han Shu (Tianwen zhi).</ref> In Japan findet man die Schriftzeichen erstmals in dem 720 kompilierten Geschichtswerk Nihon Shoki. Auch hier erscheint ein Komet, auf den Hungersnot und Kriegswirren folgen.<ref>Nihon Shoki, Kap. 23, Shōmei 9. Jahr.</ref> Als japanische Lesung der Zeichen wird jedoch die Form Amakitsune (wörtl. „Himmelsfuchs“) gegeben, die den in Japan mit magischen Fähigkeiten ausgestatteten Fuchs einführt.<ref>Das zwischen 1177 und 1181 kompilierte Wörterbuch Iroha jiruishō verwendete wohl deshalb für Tengu die Schriftzeichen Himmel und Fuchs (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.).</ref> Seit dem Ende des 10. Jahrhunderts ist der Name Tengu in Erzählungen (Utsubo Monogatari, Genji Monogatari usw.) wie auch in Wörterbüchern nachweisbar.

Ein zweiter Traditionsstrang beginnt mit dem mythischen Vogelmenschen Garuḍa (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., Romaji Karura; kana Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., Romaji Garuda) des Hinduismus. Dieser entwickelte sich im Buddhismus zu einer der Gruppe der acht Deva gehörenden Schutzgottheit. Diese gelangte über China nach Japan (chin. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. / Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., jap. Karura). Die älteste japanische Karura-Plastik steht im Kōfuku-Tempel in Nara. Sie zeigt einen menschlichen Körper mit Vogelkopf in einer chinesischen Rüstung der Tang-Zeit.

Entwicklung in Japan[Bearbeiten]

Die frühe Ausformung der japanischen Vorstellungen ist nicht geklärt. Wahrscheinlich vermischten sich buddhistische Elemente mit Vorstellungen des einheimischen Shintō. Abbildungen wie die „Tengu-Bildrolle“ (Tengu sōshi emaki) aus dem 13. Jahrhundert verknüpfen die Figur des Tengu mit (dekadenten) buddhistischen Mönchen. Seit dem 14. Jahrhundert verbreitete sich eine menschliche Figur mit Krähengesicht/-kopf und Flügeln in der Tracht der Yamabushi-Bergasketen des Shugendō, einschließlich des Tokin auf der Stirn. Bisweilen findet man auch Figuren, die – wahrscheinlich von Karura-Plastiken beeinflusst – chinesische Rüstungen tragen. In der Hand halten die japanischen Tengu Schwerter, Pilgerstäbe, Schriftrollen, Gebetsketten oder aber Fächer aus Federn, mit denen sie heftige Winde verursachen können. Im letztgenannten Fall entfallen oft die Flügel.

Volkstümlichen Vorstellungen zufolge schlüpfen Tengu aus Eiern. Ihre Haut hat eine tiefrote Farbe. Anstelle von Haaren wachsen ihnen Federn am Hals, auf der Schulter und auf dem Armrücken, und alle Extremitäten enden in Vogelklauen. Sie leben in kleinen Gruppen in den Bergen und zeigen sich Menschen eher selten. An der Spitze ihrer Hierarchie steht ihr König Sōjōbō. Niedere Formen wie der „Krähen-Tengu“ (Karasu-Tengu, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) oder der „Baumblatt-Tengu“ (Konoha-Tengu, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) sind in der Regel den „Groß-Tengu“ (Dai-Tengu, auch Ō-Tengu, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) untergeordnet.

In der während der Edo-Zeit durch den Mönch Tainin verfassten Schrift Tengu meigi kō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) findet sich eine Reihe von überregional bekannter Tengu, die als Gottheit verehrt werden. Sie sind häufig mit einem bestimmten Berg, aber auch mit Feuer oder mit Bishamon, im Buddhismus der Wächter der nördlichen Himmelsrichtung, verbunden:<ref>Mehr hierzu bei Pauly (2009), S. 40–42.</ref>

  • Sōjōbō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Kurama bei Kyōto
  • Tarōbō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Atago im Norden von Kyōto
  • Jirōbō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) im Hira-Gebirge westlich des Biwa-Sees
  • Sanjakubō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Akiha (Präfektur Shizuoka)
  • Ryūhōbō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Kōmyō (Präfektur Niigata)
  • Buzenbō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Hiko an der Grenze der Präfekturen Fukuoka und Oita
  • Hōkibō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Daisen (Präfektur Tottori)
  • Sankibō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf der Schrein-Insel Itsukushima
  • Zenkibō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Ōmine (Präfektur Nara)
  • Kōtenbō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) in Katsuragi (Präfektur Nara)
  • Tsukuba-hōin (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) in der historischen Provinz Hitachi
  • Daranibō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Fuji
  • Naigubu (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Takao (Hachioji)
  • Sagamibō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) in Shiramine (Präfektur Ishikawa)
  • Saburō (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) auf dem Berg Iizuna (Präfektur Nagano)
  • Ajari (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) in der historischen Provinz Higo

Ursprünglich wurden die Tengu gefürchtet, weshalb man sie mit Opfergaben zu besänftigen suchte. Sie lösten Besessenheit aus, attackierten und entführten Mönche und Kinder, waren aggressiv und waffengewandt. Minamoto no Yoshitsune soll vom Tengu Sōjōbō die Schwertkunst erlernt haben. Mit der frühen Neuzeit gewannen humoristische Aspekte an Gewicht. So mancher Tengu treibt nun allerlei Schabernack. Auch wandelte sich der Schnabel vielerorts in eine lange Nase mit den entsprechenden sexuellen Konnotationen. Wegen ihrer, aus japanischer Sicht, langen Nasen wurden in der späten Edo-Zeit auch Europäer gelegentlich als Tengu dargestellt.

Für Evokationen, Bitten usw. gibt es zwei Mantras: On aromaya tengu sumanki sowaka (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) und On hirahira ken hirakennō sowaka (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.).

Dank ihrer schillernden Natur, ihrer Wildheit und magischen Kräfte zählen Tengu unter vielerlei Namen heute auch zu den beliebten Figuren in Manga, Anime und Computerspielen.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan E. Baklayan: Krieg der Bergdämonen – Auf den Spuren des Heiligen. Goldmann-Arkana Verlag, München 2009, ISBN 978-3-442-33845-0
  • Issai Chozan: Zen und Schwert in der Kunst des Kampfes. Das Tengu geijutsuron und der Wunderbare Weg der Katze. Angkor Verlag, Frankfurt 2007, ISBN 3-936018-47-2.
  • Reinhard Kammer: ZEN in der Kunst, das Schwert zu führen. Diskurs über die Kunst der Bergdämonen – Tengu-geijutsu-ron. Übersetzung aus dem Japanischen, O.W. Barth Verlag, Bern, München, Wien 1988, ISBN 3-502-64352-0.
  • Roald Knutsen: Tengu – The shamanic and esoteric origins of japanese martial arts. Global Oriental, Kent 2011, ISBN 978-1-906876-22-7.
  • Ulrich Pauly: Tengu. In: OAG-Notizen, Nr. 11, November 2009, S. 10–43 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Tengu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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[[wikt:Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.|Wiktionary: Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.]] – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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