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Thallium(I)-sulfid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kristallstruktur
Elementarzelle von Thallium(I)-sulfid
Vorlage:Farbe Tl+ 0 Vorlage:Farbe S2−
Kristallsystem

trigonal

Raumgruppe

R3 (Nr. 146)Vorlage:Raumgruppe/146

Gitterparameter

a =12,150 Å, c = 18,190 Å

Allgemeines
Name Thallium(I)-sulfid
Verhältnisformel Tl2S
Kurzbeschreibung

dunkelgrauer bis schwarzer Feststoff<ref name="Sigma" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 215-250-8
ECHA-InfoCard 100.013.865
PubChem 16683485
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 440,83 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Sigma" />

Dichte

8,39 g·cm−3<ref name="brauer" />

Schmelzpunkt

448,4 °C (unter Stickstoff)<ref name="brauer" />

Löslichkeit

sehr schwer löslich in Wasser (0,5 g·l−1 bei 20 °C)<ref>K. Rauschert, J. Voigt, I. Wilke, K-Th. Wilke: Chemische Tabellen und Rechentafeln für die analytische Praxis. 11. Auflage. Europa-Lehrmittel, 2000, ISBN 978-3-8085-5450-0, S. 173.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.787">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Thalliumverbindungen mit Ausnahme der namentlich in diesem Anhang bezeichneten in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="Sigma">Datenblatt Thallium(I) sulfide bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+330​‐​373​‐​411
P: 260​‐​264​‐​273​‐​284​‐​301+310​‐​310<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Thallium(I)-sulfid ist eine anorganische chemische Verbindung des Thalliums aus der Gruppe der Sulfide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Thallium(I)-sulfid kann durch Reaktion von Thallium mit Schwefel<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 884.</ref>

<chem>2Tl + S -> Tl2S</chem>

oder durch Reaktion von Thalliumethylat mit Schwefelwasserstoff gewonnen werden.<ref name="brauer" />

<chem>2TlOC2H5 + H2S -> Tl2S + 2C2H5OH</chem>

Eigenschaften[Bearbeiten]

Thallium(I)-sulfid ist ein als feines Pulver tiefschwarzer Feststoff, der in Wasser praktisch unlöslich ist. Er schmiert beim Verreiben ähnlich wie Graphit. Oberhalb 300 °C beginnt Verflüchtigung der Verbindung. Thallium(I)-sulfid besitzt eine trigonale Kristallstruktur in der Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 146)Vorlage:Raumgruppe/146 ähnlich dem Blei(II)-iodid-Typ mit den Gitterparametern a = 12,150 Å und c = 18,190 Å.<ref name="brauer" /><ref>G. Giester et al.: Tl2S: Re-Determination of Crystal Structure and Stereochemical Discussion. In: Journal of Solid State Chemistry. Band 168, Nr. 1. Elsevier, Oktober 2002, S. 322–330, doi:10.1006/jssc.2002.9711.</ref>

Vorkommen[Bearbeiten]

Thallium(I)-sulfid kommt natürlich als Mineral Carlinit vor.<ref>Webmineral: Carlinite</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • V. Schmidt, W. Rüdorff: Über die Reaktion von Thallium(I)-sulfid mit den Disulfiden von Vanadium, Niob, Tantal und Molybdän. In: Zeitschrift für Naturforschung. 1972, S. 25–28 (PDF).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />