Zum Inhalt springen

Theodor Glatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Theodor Glatz - Selbstporträt als siebenbürgischer Rebhuhnjäger.jpg
Theodor Glatz: Selbstporträt (1860)

Theodor Glatz (auch ung. Glatz Tivadar; geboren 10. Dezember 1818 in Wien, Kaisertum Österreich; gestorben 3. April 1871 in Hermannstadt, Österreich-Ungarn) war ein österreichisch-ungarischer Maler und Fotograf.

Leben[Bearbeiten]

Theodor Glatz war der Sohn des evangelischen Pastors und Schriftstellers Jakob Glatz (1776–1831).<ref>Ruprecht Steinacker: Glatz, Jacob. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 6. Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Seine Schwester Mathilde, verh. Asbóth, zeigte sich als Kunstmalerin, sein Bruder Eduard Glatz (1812–1889) wurde ein bedeutender ungarndeutscher Publizist (Pester Lloyd) in Budapest.<ref name="Klein">Konrad Klein: Foto-Ethnologen. 2007.</ref> Sein Vater zog von Wien nach Pressburg, wo Glatz die evangelische Schule besuchte.<ref name="AKLGlatz">K. Kincses: Glatz, Theodor (Tivadar). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 56, Saur, München u. a. 2007, ISBN 978-3-598-22796-7, S. 65 f. (books.google.de).</ref> Danach studierte er in Wien an der Akademie der bildenden Künste bei Josef Mössmer. Er ließ sich in Hermannstadt als Landschaftsmaler nieder, gab Zeichenunterricht und wurde 1843 Zeichenlehrer in der neu gegründeten Realschule, später auch am deutschen Gymnasium. Im Brukenthal-Museum fertigte er Kopien von dortigen Kunstwerken an.<ref name="AKLGlatz" /> Bei seinen Wanderungen durch Ungarn malte er in den Karpaten, in Preßburg und in der damals als romantisch entdeckten Schlucht von Szádelő. In Buda zeichnete er 1845 die in Bau befindliche Kettenbrücke. Die Leipziger Illustrierte Zeitung druckte zwischen 1844 und 1854(?) von ihm Zeichnungen.<ref name="Klein" />

Anfang der 1850er Jahre begann er zu fotografieren, Glatz früheste erhaltene Aufnahme ist eine Ansicht von Kronstadt (ung. Brassó) aus dem Jahr 1854.<ref name="AKLGlatz" /> Er übernahm 1855 das Hermannstädter Fotoatelier von Ede Pesky und Béla Gévay. An dem Atelier beteiligte er seinen ehemaligen Schüler den Fotografen Carl Koller, der im Brotberuf Zeichenlehrer in Bistritz wurde und dort eine Filiale des Fotoateliers führte.<ref name="Klein" />

Zusammen mit Koller legte er 1862 zwei Alben mit Siebenbürger Persönlichkeiten und Siebenbürger Trachten vor. Ab 1861 war er Mitglied der Photographischen Gesellschaft in Wien.<ref name="Klein" /> Auf der Weltausstellung 1867 in Paris erhielt er eine „Mention honorable“ für Architektur- und Landschaftsfotografien, 1868 erhielt er eine Medaille in Hamburg.<ref name="AKLGlatz" />

Als Glatz 1871 starb, kündigte Koller den Lehrerberuf, führte das gemeinschaftliche Fotoatelier (Th. Glatz & Carl Koller) in Hermannstadt weiter und gründete sogleich Filialen in Klausenburg ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und Marosvásárhely.<ref name="Klein" /> Er übergab 1873 die Firma an Kamilla Asbóth (1838–1908), eine Nichte von Glatz, Koller blieb noch bis 1874 Geschäftsführer. Asbóth betrieb es unter dem Namen „Camilla atelier“ und wurde somit vermutlich die erste selbständige Fotografin Siebenbürgens.<ref name="AKLGlatz" /> Sie vertrieb die Volkstypen-Aufnahmen von Glatz unter ihrem Namen weiter.

Literatur[Bearbeiten]

Datei:Theodor Glatz - Carte de vizita01.jpg
Rückseite einer ovalen Porträtaufnahme (o. J.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein