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Theodor Pakheiser

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Johann Paul Theodor Pakheiser (* 6. Januar 1898 in Mannheim<ref>Geburtsregister StA Mannheim, Nr. 68/1898</ref>; † 2. Dezember 1969 in München<ref>Sterberegister StA München I, Nr. 3142/1969</ref>) war ein deutscher Dermatologe, Rassenhygieniker und NS-Gesundheitsfunktionär in Baden.

Leben[Bearbeiten]

Pakheiser nahm als Sanitätssoldat durchgehend am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende absolvierte er ein Studium der Medizin und wurde 1922 an der Universität Heidelberg zum Dr. med. promoviert. Im selben Jahr erhielt er seine Approbation. Danach war er als Assistenzarzt an der Heidelberger Hautklinik beschäftigt und praktizierte von 1925 bis 1933 als Facharzt für Hautleiden in Heidelberg.<ref name="Süß472f">Winfried Süß: Der „Volkskörper“ im Krieg: Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939-1945, München 2003, S. 472f.</ref>

Pakheiser, der von 1920 bis 1924 der DVP angehörte, trat zum 1. November 1930 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 357.240)<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/31601661</ref> und wurde Mitglied im NS-Ärztebund. Ab 1930 gehörte er der SS an (SS-Nummer 6.601), bei der er 1937 bis zum Obersturmbannführer aufstieg.<ref name="Süß472f"/>

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde Pakheiser 1933 in Baden Staatskommissar für Gesundheitswesen und mit der Leitung der Gesundheitsabteilung im Badischen Innenministerium beauftragt. Sein Dienstsitz war Karlsruhe.<ref name="Süß472f"/> In dieser Funktion setzte er das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses um, das im Zuge der Zwangssterilisierungen insbesondere in Baden Anwendung fand.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie (Memento vom 25. Juli 2015 im Internet Archive)</ref> Ab 1934 hielt er als Honorarprofessor Vorlesungen zur Rassenhygiene an der Universität Heidelberg.<ref name="Süß472f"/> In selbiger Funktion lehrte er auf Weisung des badischen Kultusministers Otto Wacker (Erlass 3656) auch an der Universität Freiburg im Breisgau.<ref name="Klee448f">Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 448f.</ref> Er wurde 1934 zum Obermedizinalrat und im Jahr darauf zum Ministerialrat befördert. Ab 1934 leitete er das Gauamt für Volksgesundheit in Baden.<ref name="Süß472f"/> Zudem war er Gauobmann beziehungsweise Referent der Reichsärztekammer. Er wechselte 1936 nach München, wo er als Reichshauptstellenleiter am Hauptamt für Volksgesundheit tätig wurde. Er gehörte dem Stab des Stellvertreters des Führers an. Von 1937 bis 1945 war er wissenschaftlicher Leiter am Deutschen Hygiene-Museum in Dresden.<ref name="Klee448f"/> Während des Zweiten Weltkrieges war er ab 1943 als Lazarettarzt bei der Waffen-SS eingesetzt.<ref name="Süß472f"/>

Nach Kriegsende befand er sich bis 1948 in alliierter Internierung. Er nahm seinen Wohnsitz in München und stellte 1955 einen Kriegsgefangenenentschädigungsantrag.<ref name="Klee448f"/>

Johann Paul Theodor war das jüngste Kind von Paul und Mathilde Pakheiser, geb. Pfeiffer. Seine Geschwister waren Mathilde Bertha (geb. 1890), Mathilde Paula (geb. 1891) und Paul Theodor (geb. 1893).<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Villa Pakheiser in Mannheim.] In: https://www.rhein-neckar-industriekultur.de/. Rhein-Neckar-Industriekultur e.V., , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 22. November 2023.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Winfried Süß: Der „Volkskörper“ im Krieg. Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939–1945. Oldenbourg Verlag, München 2003, ISBN 3-486-56719-5 (Volltext digital verfügbar).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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