Thiamethoxam
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Strukturformel von Thiamethoxam | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Thiamethoxam | |||||||||||||||
| Andere Namen |
3-(2-Chlor-thiazol-5-ylmethyl)-5-methyl(1,3,5)oxadiazinan-4-yliden-N-nitroamin | |||||||||||||||
| Summenformel | C8H10ClN5O3S | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
brauner Feststoff<ref name="GESTIS">Eintrag zu 3-(2-Chlor-thiazol-5-ylmethyl)-5-methyl(1,3,5)oxadiazinan-4-yliden-N-nitroamin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref><ref name="EU" /> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 291,71 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Dichte |
1,57 g·cm−3<ref name="EU">EU: Directive 98/8/EC concerning the placing of biocidal products on the market – Inclusion of active substances in Annex I or IA to Directive 98/8/EC – Thiamethoxam, 22. Februar 2008.</ref> | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
139,1 °C<ref name="EU" /> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
147 °C (Zersetzung)<ref name="EU" /> | |||||||||||||||
| Dampfdruck |
6,6·10−9 Pa (25 °C)<ref name="EU" /> | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten |
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Thiamethoxam ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Neonicotinoide.
Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]
Thiamethoxam kann durch Reaktion von N-Methyl-N′-nitroguanidin zu N-Methyl-4-(N-nitro-imino)-perhydro-1,3,5-oxadiazin und anschließende Ringkupplung mit 2-Chlor-5-chlormethyl-1,3-thiazol in Gegenwart einer Base gewonnen werden.<ref name="Clemens Lamberth, Jürgen Dinges"></ref><ref name="BBJ">Basic Biotechnology eJournal, 2006: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Neonicotinoid Insecticides ( vom 15. Juni 2010 im Internet Archive).</ref>
Eigenschaften[Bearbeiten]
Thiamethoxam ist ein bräunlicher Feststoff.<ref name="HSDB">Eintrag zu Thiamethoxam in der Hazardous Substances Data Bank (via PubChem)Vorlage:Abrufdatum</ref> Es ist stabil gegenüber Hydrolyse bei einem pH-Wert von 5 und 7, zersetzt sich aber bei einem pH-Wert von 9.<ref name="BVL" /> Thiamethoxam wird als (E/Z)-Mischung beschrieben. Es wird allgemein angenommen, dass die Aktivierungsenergie für die E↔Z-Interkonversion für die C=N-Bindung niedrig ist und dass sich die Gleichgewichts-Mischung bei Raumtemperatur rasch einstellt.<ref name="FAO">FAO: 2010 JMPR Monograph Feb 24 2011 – Thiamethoxam</ref>
Verwendung[Bearbeiten]
Thiamethoxam wird als Holzschutzmittel und Insektizid verwendet.<ref>BAUA: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Thiamethoxam ( vom 23. Juni 2013 im Internet Archive).</ref> Es wird gegen Termiten (Gelbfüßige Bodentermite, Reticulitermes hageni, Reticulitermes santonensis) und Käfer (Hausbock) eingesetzt.<ref name="EU" /> Die Wirkung beruht auf der irreversiblen Blockade der postsynaptischen nicotinergenen Acetylcholinrezeptoren im zentralen Nervensystem.<ref name="Roberts"></ref> Es wurde im Rahmen eines 1985 von Ciba-Geigy (heute Syngenta) gestarteten Forschungsprogramms von Neonicotinoiden entwickelt, 1991 erstmals synthetisiert und 1998 auf den Markt gebracht.<ref name="Ulrich Schirmer, Peter Jeschke, Matthias Witschel"></ref>
2011 wurden in den USA etwa 550 t Thiamethoxam verwendet, davon etwa je ein Drittel im Soja- und Maisanbau sowie ein Viertel im Baumwollanbau.
Zulassung[Bearbeiten]
EU[Bearbeiten]
In der Europäischen Union wurde Thiamethoxam mit Wirkung zum 1. Februar 2007 für Anwendungen als Insektizid in die Liste der zulässigen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe aufgenommen.<ref>Richtlinie 2007/6/EG der Kommission vom 14. Februar 2007 zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates zwecks Aufnahme der Wirkstoffe Metrafenon, Bacillus subtilis, Spinosad and ThiamethoxamVorlage:Abrufdatum</ref> Die Zulassung wurde 2010 durch Regelungen ergänzt, die die Emission von thiamethoxanhaltigen Stäuben bei der Saatgutbeizung, Lagerung und Aussaat verringern sollen.<ref>Richtlinie 2010/21/EU der Kommission vom 12. März 2010 zur Änderung von Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG des Rates hinsichtlich Sonderbestimmungen zu Clothianidin, Thiamethoxam, Fipronil und ImidaclopridVorlage:Abrufdatum</ref> In der EU und 26 Mitgliedsstaaten war die Anwendung von Thiamethoxam zugelassen, aber aufgrund von Risiken für Honigbienen ab dem 1. Dezember 2013 für zunächst zwei Jahre für mehrere wichtige Verwendungen, wie der Saatgutbeizung von Mais und Raps, stark eingeschränkt (siehe Neonicotinoide#EU-Beschränkungen ab 2013). Die Erlaubte Tagesdosis beträgt 0,026, die Akute Referenzdosis 0,5 und die Annehmbare Anwenderexposition 0,08 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.<ref name="PSM" /> Die meisten Zulassungen thiamethoxamhaltiger Beizmittel galten für Zuckerrübe, Mais, Raps und Kartoffel, neben einer Reihe weiterer Pflanzenarten.<ref></ref> Ein am 28. Februar 2018 veröffentlichtes Gutachten der EFSA bestätigte abschließend die Risiken für Wild- und Honigbienen bei Freilandanwendungen. Dieses Gutachten ist die Grundlage für weitere Zulassungsentscheidungen bzw. -einschränkungen.<ref>Evaluation of the data on clothianidin, imidacloprid and thiamethoxam for the updated risk assessment to bees for seed treatments and granules in the EU. European Food Safety Authority, abgerufen am 19. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Laufzeit der Genehmigung wurde im Frühjahr 2018 bis 30. April 2019 verlängert.<ref>EU Pesticides database. European Commission, abgerufen am 19. März 2018.</ref> Am 27. April 2018 beschloss die EU-Kommission in einer Abstimmung ein Verbot für Freilandkulturen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kampf gegen das Bienensterben: EU verbietet Neonikotinoide auf Äckern ( vom 24. Juli 2018 im Internet Archive) br.de, 27. April 2018.</ref> Im August 2018 wurde entsprechend die Zulassung für die Verwendung im Freiland zum 18. September 2018 widerrufen. Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff durften nur noch in dauerhaft errichteten Gewächshäusern und zur Behandlung von Saatgut, das zur Ausbringung im Gewächshaus bestimmt ist, angewendet werden. Behandeltes Saatgut, welches für die Aussaat im Freiland vorgesehen ist, durfte bis zum 18. Dezember 2018 ausgesät werden.<ref name="bvl.bund.de">Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit den neonikotinoiden Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zum 18. September 2018. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, 22. August 2018, abgerufen am 29. Mai 2024.</ref> Aufgrund der EU-weiten Einschränkungen zogen die Hersteller die Anträge zur Verlängerung der Zulassung für Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zurück, wodurch die Europäische Zulassung für diese Substanzen zum 31. Januar 2019, 1. Dezember 2020, resp. 30. April 2019 auslief.<ref name="europa-Neonicot" />
Deutschland[Bearbeiten]
In Deutschland beschloss das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aufgrund der hohen Giftigkeit der Neonicotinoide für Bienen und eines nachgewiesenen Bienensterbens durch Clothianidin am 15. Mai 2008 das Ruhen der Zulassung von Saatgutbehandlungsmitteln für Mais und Raps mit Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. Das Ruhen der Zulassungen für die Behandlung von Rapssaatgut wurde bereits am 25. Juni 2008 wieder aufgehoben. Die Verwendung von Thiamethoxam, Clothianidin und Imidacloprid für die Saatgutbeizung beim Mais wurde durch eine Verordnung des BMELV vom 11. Februar 2009 verboten.<ref>Berichte zu Pflanzenschutzmitteln 2008: Pflanzenschutz-Kontrollprogramm … Springer DE, 2009, ISBN 3-0346-0258-8, S. 22 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Pflanzenschutzmittel mit Thiamethoxam sind in Deutschland nicht mehr zugelassen,<ref name="PSM" /> zur Bekämpfung des Vergilbungsvirus erteilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit allerdings 2021 lokale und zeitlich (bis 30. April 2021) begrenzte Notfallzulassungen für Hessen und Schleswig-Holstein zur Behandlung von Zuckerrübensaatgut mit Cruiser 600 FS.<ref name="bund-223600">BVL - Fachmeldungen - Virusbekämpfung bei Zuckerrüben in Hessen und Schleswig-Holstein ermöglicht. In: bvl.bund.de. 23. April 2021, abgerufen am 24. April 2021.</ref>
Schweiz[Bearbeiten]
Die Bewilligung für Pflanzenschutzmittel wurde beendet. Die Ausverkaufsfrist lief bis am 1. Juli 2021, die Aufbrauchsfrist endete am 1. Juli 2022.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Thiamethoxam in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>
Kanada[Bearbeiten]
Die zuständige Bundesbehörde in Kanada, Santé Canada, hat die Wirkstoffe Clothianidin und Thiamethoxam ab August 2018 reguliert, mit dem Ziel, sie in 5 Jahren (also 2023) vollständig zu verbieten. Bis dahin sollen die Farmer Alternativen in der Anwendung prüfen und können Restbestände aufbrauchen.<ref>Santé Canada lance une concertation pour l’élimination de deux pesticides de la famille des néonicotinoïdes, 16. August 2018 (in Französisch).</ref> 2021 wurde das Verbot verworfen.<ref>Neonikotinoide werden nicht verboten. Schweizer Bauer, 13. April 2021, abgerufen am 13. April 2021.</ref>
Frankreich[Bearbeiten]
Weil das Insektizid Cruiser 350 als mögliche Ursache für das Bienensterben gilt, hat ein oberstes französisches Gericht 2011 die Zulassung für ungültig erklärt.<ref>www.agrarheute.com vom 5. Oktober 2011</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="europa-Neonicot"> Neonicotinoids - Food Safety - European Commission. In: ec.europa.eu. 8. Dezember 2020, abgerufen am 22. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Feuergefährlicher Stoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 40
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Stoff mit Verdacht auf reproduktionstoxische Wirkung
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Thiazol
- Stickstoffhaltiger gesättigter Heterocyclus
- Sauerstoffhaltiger gesättigter Heterocyclus
- Chlorsubstituierter Heteroaromat
- Nitroguanidin
- Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff)
- Biozid (Wirkstoff)
- Insektizid
- Neonicotinoid