Thomas Meier-Castel
Thomas Meier-Castel (* 20. Dezember 1949 in Blieskastel als Thomas Meier; † 23. September 2008 in Bexbach) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben[Bearbeiten]
Thomas Meier-Castel wurde als eines von fünf Kindern in Blieskastel geboren. Seine Eltern waren Wilhelm (Eisenbahner) und Cäcilia Meier.<ref name=":0">Herbert Kihm: Thomas Meier-Castel. In: saarland-lese.de. Abgerufen am 11. Februar 2022.</ref> Den Namenszusatz Castel hat er nach seinem Geburtsort Blieskastel gewählt.<ref name="AKL">Heinz Höfchen: Meier-Castel, Thomas. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 88: Matijin - Meixner. De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-023254-7, S. 265.</ref>
Er unternahm ab 1968 Reisen nach Paris, London, Rom und Florenz und studierte zwischen 1973 und 1976 klassische Radierverfahren der Druckgrafik bei Anian W. Steinert (Karlsruhe) sowie freies Zeichnen bei Professor Epple in Heidelberg. Von 1976 bis 1982 arbeitete er in seinem Atelier in Blieskastel.
Ab 1982 lebte und arbeitete er mit seiner späteren Frau, der Künstlerin Ute Gortner (Heirat: 1984)<ref>Meier-Castel, Thomas | Institut für aktuelle Kunst im Saarland. 28. November 2024, abgerufen am 27. September 2026.</ref>, im gemeinsamen Atelier in Bexbach und begann mit großformatigen Techniken zu experimentieren, indem er Lineamente auf zwei Quadratmeter große Metallplatten gravierte. Hier entstanden 1985 die ersten großen Radierungen (200 × 100 cm), die ein Jahr später zu den gewünschten Druckergebnissen mit einer von Erich Holzer entwickelten Tiefdruckpresse für Überformate führten.
Thomas Meier-Castel und Ute Gortner zogen 1989 nach Grimaucourt in Lothringen.<ref name="AKL"/> Von hier aus unternahm Meier-Castel zahlreiche Reisen, wo er mit 'Vor-Ort-Konzeptionen' an bedeutenden Stellen zwei Quadratmeter große Radierplatten aus Kupfer bearbeitete. So entstanden zum Beispiel Radierungen im November 1989, zwei Tage vor der Öffnung des Brandenburger Tores, oder 1998 die Serie Morning Oil – Midnight Oil in den Leunawerken. Während er sich in den 1980er-Jahren mit den Möglichkeiten der Farbradierung auseinandersetzte, arbeitete er ab 1990 ausschließlich mit der Druckfarbe Schwarz – dies allerdings in vielfach gebrochenen und abgestuften Grautönen.<ref name="AKL"/>
2008 starb Thomas Meier-Castel nach kurzer schwerer Krankheit.<ref name=":0" />
Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]
- 1986 – Kunstpreis Grafik, Ludwigshafen (1. Preis)
- 1987 – Perron-Kunstpreis Grafik, Frankenthal (2. Preis)
- 1988 – Stipendium für die Cité Internationale des Arts Paris<ref name="AKL"/>
- 2007 – Felix Hollenberg-Preis für Druckgraphik, Städtische Galerie Albstadt<ref>Thomas Meier-Castel. Felix Hollenberg-Preis auf albstadt.de</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
„Thomas Meier-Castel war als Künstler eine Ausnahmeerscheinung, denn er widmete sich ganz und gar der Druckgrafik und eroberte dieser gern unterschätzten Gattung neue Formen und neue Räume – im übertragenen, wie im buchstäblichen Sinn. Sein Medium war die Radierung, präziser: die Kaltnadel, und er steigerte sie zu einer Intensität und zu Formaten, wie sie bis dahin unverstellbar waren.“<ref>Mönig, Roland; Gocke, Juliana; Stocker, Mona, Saarlandmuseum: Thomas Meier-Castel - Große Radierungen. Stiftung Saarländischer Kulturbesitz Saarlandmuseum, Saarbrücken 2018, ISBN 978-3-932036-92-7, Vorwort, S. 12 (spk-berlin.de [abgerufen am 23. Mai 2019]).</ref> (Roland Möning, Direktor des Saarlandmuseum – Moderne Galerie Saarbrücken, Katalog Thomas Meier-Castel, Große Radierungen, ISBN 978-3-932036-92-7)
„Es ist ungewöhnlich, dass ein Künstler, auf der Suche nach einem der Zeit und dem heutigen Leben entsprechenden Ausdruck, sich einem durch die Tradition von 400 Jahren vordefinierten Medium – der Kaltnadelradierung so unmittelbar verschreibt und dies zeitgemäß neu interpretiert. Damit nimmt Thomas Meier-Castel eine der radikalsten Positionen innerhalb der Druckgrafik ein.“ (Beate Reutter, 2008 zur Preisverleihung des Felix Hollenberg Preises)<ref>Beate Reutter: Felix Hollenberg Preis 2008. In: www.albstadt.de/staedtische-galerie. Staedtische Galerie Albstadt, 15. Oktober 2008, abgerufen am 23. Mai 2019.</ref>
Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]
- 1992 Musée d’Art Contemporain, Deutsch Foundation Belmont-sur-Lausanne, Schweiz
- 1993 Musée d’Art Contemporain, Deutsch Foundation „artistes de la collection“, Belmont-sur-Lausanne, Schweiz
- 1995 Musée Barrois, Bar-le-Duc, Frankreich
- 1997 Museum Folkwang, Essen
- 1998 Germanisches Nationalmuseum Nürnberg „Thomas Meier-Castel - Expansionen“
- 1998 Ludwig-Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz „Thomas Meier-Castel - Giant Prints“
- 2001/02 Staatsgalerie Stuttgart „Thomas Meier-Castel - Radierung Pur“
- 2004 Pfalzgalerie Kaiserslautern „Thomas Meier-Castel - Liaison mit Schwarz. Große Radierungen 1990–2004“
- 2008 Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: „Kräftespiel - Zeichnung und Grafik von Thomas Meier-Castel“
- 2008/09 Städtische Galerie Albstadt
- 2011 Saarländisches Künstlerhaus
- 2018 Moderne Galerie, Saarlandmuseum, Saarbrücken
- 2018 Kunstsammlungen Chemnitz „Thomas Meier-Castel - Große Radierungen“
- 2019 Saarländische Galerie Berlin „Thomas Meier-Castel - Große Radierungen/Giant Prints“
Literatur[Bearbeiten]
- Heinz Höfchen: Meier-Castel, Thomas. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 88, De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-023254-7, S. 265.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Thomas Meier-Castel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Meier-Castel, Thomas, Künstlerlexikon, Institut für aktuelle Kunst im Saarland
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Meier-Castel, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 20. Dezember 1949 |
| GEBURTSORT | Blieskastel, Saarland |
| STERBEDATUM | 23. September 2008 |
| STERBEORT | Bexbach |