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Thomas Reichstein

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Porträt Thomas Reichstein 2011

Thomas Reichstein (* 1960 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Thomas Reichstein wuchs in Halle an der Saale in einem Geologenelternhaus auf. Er ist ein Sohn des Professors der Geologie Manfred Reichstein. Nach einer Gärtnerlehre in Leipzig studierte er Landschaftsarchitektur an der TU in Dresden von 1982 bis 1984 zum vierten Semester. Danach studierte Reichstein im Direktstudium Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Professor Klaus Schwabe mit dem Diplomabschluss 1990.<ref>Thomas Reichstein. In: Absolventenverzeichnis der HfBK Dresden auf kunstknall.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. November 2016; abgerufen am 23. September 2013.</ref> Ein Gastsemester absolvierte er im Frühjahr 1989 an der Hochschule für Kunst, Burg Giebichenstein in Halle/Saale bei Irmtraud Ohme im Fachbereich Metallgestaltung.

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„Altar der Lebensfreude“ in der Ausstellung Gotik neu gedacht in der Albrechtsburg (2021)
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Drei Messingfiguren vom Aufenthalt in Ghana 2003

Als freischaffender Bildhauer arbeitete Thomas Reichstein von 1992 bis 1997 in Ghana bei den Gelbgießern der Ashanti in Krofrom bei Kumasi jährlich für drei Monate. Die Ergebnisse wurden erstmals 1994 im Magdeburger Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen gezeigt. 1995 und 1996 erlernte er das Malanganschnitzen auf der Insel Neuirland in Papua-Neuguinea.

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Zwei hölzerne Malangan-Skulpturen, in Neuirland geschnitzt

In Folge entwickelte Thomas Reichstein eine spezielle Art von Rattan-Rindenbaststoff-Plastiken. 1997 gewann er einen Wettbewerb der Semperoper Dresden für eine seitdem jährlich mehrfach vergebene Preisskulptur. Seine Einreichung überzeugte die Jury durch die Balance aus Abstraktion und Gegenständlichkeit. Damit gelang der Bezug auf Musik, Gesang und Tanz den Grundelementen der Oper in gleichberechtigter Weise. Seitdem erhielt Reichstein weitere Aufträge für Preisplastiken aus Politik und Wirtschaft (beispielsweise Dresdner Marketingpreis, MTM-Award).<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Website der Stiftung zur Förderung der Semperoper (Memento vom 3. Juni 2016 im Internet Archive), abgerufen am 23. September 2013.</ref>

Vom 1. Januar 1998 bis zum 31. Dezember 1998 lehrte Thomas Reichstein in der sächsischen Steinmetzschule in Demitz-Thumitz. Er entwickelte dort das steinmetzspezifische Fach Grundlagen der Gestaltung und lehrte dabei unter anderem Freihandzeichnen, Entwerfen und Modellieren nach der Natur. Seit 1999 arbeitet Thomas Reichstein mehrere Monate jährlich in einer Buddhagießerei in Ban Pong. Von 1999 bis 2005 entstand hier eine Serie abstrakter Plastiken.

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Drei Grazien vor dem Albertinum

Seit 2006 wendet sich Thomas Reichstein auch wieder verstärkt der menschlichen Figur zu. So schuf er beispielsweise im Jahr 2009 eine Gruppe von Nereiden-Darstellungen, inspiriert von klassischen griechischen Vorbildern aus dem Britischen Museum in London.

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Figurenübersichtsbild

Thomas Reichstein war von 2000 bis 2012 Vorsitzender des Sächsischen Künstlerbundes/Landesverband Bildende Kunst Sachsens e. V. und von 1997 bis 2012 Vorstandsmitglied des Dresdner Künstlerbundes. 2005 war er kommissarisches Mitglied des Bundesvorstandes des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK). Seit 2012 ist Thomas Reichstein der Vorstandsvorsitzende des Neuen Sächsischen Kunstvereins. Thomas Reichstein ist Vater von vier Kindern.

Im Jahr 2006 gewann Thomas Reichstein mit einem Exkurs in die Welt der Geometrie. Er gestaltete aus platonischen, archimedischen und catalanischen Körpern eine Polyederring-Freiplastik und erzielt damit bei einem Wettbewerb des Freistaates Sachsen für die Staatliche Studienakademie Riesa den ersten Platz.<ref>Moderne Kunst für die Staatliche Studienakademie Riesa: Wettbewerb „Kunst am Bau“ zum Abschluss der Sanierung der Gebäude der Staatlichen Studienakademie Riesa entschieden. 18. Januar 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. August 2016; abgerufen am 23. September 2013 (Pressemitteilung des Hochbauamtes Sachsen).</ref> Den ersten Preis eines Wettbewerbes der Stadt Jena bekam Reichstein 2007 für seine Plastiken „Big Fish“ und „Saalewelle“. Diese sind sehr direkt in die Neugestaltung der Promenade des Wenigenjenaer Saaleufers eingebunden. Sie sind mit einem Fallschutzuntergrund besonders auch auf Berühren und Befühlen ausgelegt. Das Gesamtprojekt erhielt im Jahr 2009 den Thüringer Landschaftsarchitekturpreis.<ref>Webseite des ausführenden Landschaftsarchitekturbüros Roos Grün Planung, abgerufen am 23. September 2013.</ref>

Seit 2010 begann Thomas Reichstein ein neues Konvolut aus lebensgroßen Bronzefiguren, das bis 2019 auf 52 Arbeiten angewachsen ist. Diese entwickeln sich von statuarischen Kreationen im Anklang an Lucas Cranach dem Älteren hin zu frei bewegten, tänzerisch-expressiven Darstellungen gewidmet der Paluccaschule in Dresden.<ref name="PM-DD">Neue Ausstellung von Doreen Wolff und Thomas Reichstein im Stadtarchiv. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, 31. Juli 2013, abgerufen am 17. August 2015 (Pressemitteilung).</ref>

Auslandsarbeitsaufenthalte[Bearbeiten]

  • Bulgarien – Schwarzmeerküste/Plowdiw, 1983, Im Rahmen des Landschaftsarchitekturstudiums wurden hier antike Ausgrabungen studiert und Stadtlandschaftszeichnungen geschaffen.
  • Sowjetunion – Leningrad, 1987, Studienreise der Dresdner Kunststudenten zur Eremitage und ins Atelier des Monumentalbildhauers Michail Anikuschin
  • Frankreich – Paris, Oktober 1989, Ausstellungsbeteiligung im DDR Kulturzentrum in Paris mit Studienreise
  • Ghana – Kumasi 1992–1997 jährliche dreimonatige Arbeitsaufenthalte im Messinggießerdorf Krofrom, Etwa 200 Kleinplastiken modelliert Reichstein hier.
  • Frankreich – Montpellier/Clermont de Herault, Auf Einladung des französischen Kulturinstituts in Dresden arbeitet Reichstein hier zusammen mit der französischen Bildhauerin Christine Mattia und stellt die Ergebnisse in Dresden aus.
  • Papua-Neuguinea – Neuirland, 1995 und 1996, Bei den Malanganholzbildhauern erlernt Reichstein die indigene Maskenschnitzkunst.<ref>Thomas Reichstein: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Als Bildhauer bei Malanggan-Schnitzern auf Neuirland. (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) In: Kleine Beiträge aus dem Staatlichen Museum für Völkerkunde Dresden. 15/1996, abgerufen am 23. September 2013.</ref>
  • Kolumbien – Sierra Nevada de Santa Marta, 1998, Arbeiten bei einem Priester des Kogistammes
  • Thailand – Ban Pong/Ratchaburi, 1999 bis 2026, jährliche Arbeitsaufenthalte in der größten Buddhagießerei Thailands zum Modellieren und Gießen des Hauptoeuvres bestehend aus ca. 700 Groß- und Kleinplastiken aus Bronze, Messing und Aluminium.<ref>Christin Grothaus: Die etwas anderen Botschaftsgäste in Thailand. In: Thaizeit.de. Abgerufen am 23. September 2013.</ref>
  • Italien – Laas/Südtirol, 2011, Marmorsymposium und Ausstellung<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ausstellung: Skulpturen von Thomas Reichstein (Memento vom 23. September 2013 im Webarchiv archive.today), südtirol.info.</ref>

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Datei:Messingpolyederring -Würfelwiese- Riesa 2006.jpg
Würfelwiese – Polyederring aus Messing, Riesa 2006
Datei:Saalewelle in Jena.jpg
Saalewelle in Jena
Datei:Big Fish 222.jpg
Big Fish
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Messestand mit Plastiken von Thomas Reichstein auf der 7. Gesamtmesse der Provinz Shandong in Jinan, China

Werke[Bearbeiten]

Datei:DD-Reichstein-Skulpturengruppe-3.jpg
Skulpturengruppe an der Elbe: Schamane, ein Paar, Flora und Fauna
  • „Arche“ – Kupferplastik. Dresdner Zoo, 1995.
  • „Elbewächter“ – Sandsteinplastik. Tangermünde am Elbufer auf der Molenspitze der Mündung der Tanger, 1998.
  • „Mamawata Ostara“ – Sandsteinplastik. Ostritz/Neisse, 2000.
  • „Kentauer“ – Bambusplastik. Dresden, 2001. Olbrichtplatz, Teilzerstört durch Orkan Juni 2002.
  • „Minos“ – Edelstahlplastik. Dresden, 2002. Stübelallee, Nähe Comeniusplatz
  • „Saalewelle“ und „Big Fisch“ – Bronzeplastiken. Wenigenjenaer Saaleufer in Jena, 2007.
  • „Würfelwiese“ – Polyederring aus Messing. Campus der Staatlichen Studienakademie in Riesa, 2006.
  • „Nereidengruppe“ – Bronzeplastiken. Deutschen Botschaft Bangkok, 2010.
  • Skulpturengruppe an der Elbe in Dresden, 2017.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bärbel Stephan: Minos Centauros – Thomas Reichstein. Ernst-Rietschel-Kulturring, Dresden 2001, ISBN 3-933109-09-4.
  • Uwe-Jens Gellner: Otomfo, Okomfo. Afrikanischer Gelbguss. 1992–1994. Magdeburger Museen, Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg 1994, ISBN 3-930030-06-3. (Katalog zur Ausstellung im Kloster Unser Lieben Frauen vom 10. März bis 5. Juni 1994)
  • Landeshauptstadt Dresden, Kulturamt (Hrsg.): Thomas Reichstein. Kulturamt der Landeshauptstadt, Dresden 1994.(Katalog zur Ausstellung „Export Import“ vom 2. Oktober bis 6. November 1994 in der Galerie Rähnitzgasse)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Thomas Reichstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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