Thorben Albrecht
Thorben Albrecht (* 2. Februar 1970 in Lüneburg) ist ein deutscher Gewerkschafter und Politiker. Zurzeit ist er Vorsitzender des DGB NRW.<ref>dpa: Sozialdemokrat rückt an Spitze: Deutscher Gewerkschaftsbund hat neuen NRW-Landeschef. In: Die Zeit. 5. Dezember 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 15. Dezember 2025]).</ref> Von Januar 2014 bis März 2018 war er beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), von April 2018 bis Dezember 2019 Bundesgeschäftsführer der SPD und von 2020 bis 2022 Leiter Politik bei der IG Metall.<ref>Der Boom ist vorbei, jetzt kommt die Angst auf www.sueddeutsche.de, abgerufen am 28. Dezember 2020</ref>
Zu seinen wichtigsten Gesetzgebungsprojekten als Staatssekretär zählt unter anderem das Tarifautonomiestärkungsgesetz, mit dem der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland eingeführt wurde. Zudem hat er den Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ angestoßen. Mit diesem bis Ende 2016 angelegten Prozess führte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen öffentlichen Dialog über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft und die Voraussetzungen für „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter. Damit wurde ein wichtiger Impuls für eine breitere gesellschaftliche Debatte über die Gestaltung der Zukunft der Arbeit gesetzt.
In der Zeit der Regierungsbildung von Oktober 2017 bis März 2018 verantwortete er als einziger beamteter Staatssekretär alle Abteilungen des BMAS.
Im August 2017 wurde Thorben Albrecht in die von der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eingesetzte „Global Commission on the Future of Work“ berufen worden.<ref>"Thorben Albrecht in Global Commission on the Future of Work berufen" Pressemeldung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 21. August 2017.</ref> Insgesamt wurden zwanzig „eminent individuals with outstanding personal achievements and vision, participating in their individual capacity“ berufen, die sich im Rahmen der Jahrhundertinitiative der ILO mit den Fragen der sich immer schneller verändernden Arbeitswelt und daraus entstehenden Gestaltungsnotwendigkeiten beschäftigen<ref>Global Commission on the Future of Work Webseite der International Labour Organization (ILO).</ref> und im Januar 2019 ihren Bericht unter dem Titel "Work for a Brighter Future" vorlegten.<ref>Work for a brighter future | International Labour Organization. 22. Januar 2019, abgerufen am 15. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Work for a brighter future / Global Commission on the Future of Work , auf digitallibrary.un.org</ref>
Thorben Albrecht war zudem einer von 27 Experten in dem von der IG Metall gegründeten Beirat „Zukunft der Arbeit“, in dem Fachleute und Entscheider aus Industrie, Wissenschaft und Politik gemeinsam über die Gestaltung der Digitalisierung der industriellen Arbeit beraten.
Er ist Mitglied im Beirat der Stiftung Arbeit und Umwelt<ref>Gremien – Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE. Abgerufen am 3. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und war Mitglied im Vorstand der Hans-Böckler-Stiftung,<ref>Kuratorium und Vorstand. Abgerufen am 3. August 2022.</ref> und im Aufsichtsrat der Homag Group AG.<ref>HOMAG: Aufsichtsrat | HOMAG. Abgerufen am 3. August 2022.</ref>
Thorben Albrecht ist Mitglied der SPD und der Gewerkschaften IG Metall und ver.di.
Leben[Bearbeiten]
Thorben Albrecht wuchs im niedersächsischen Böddenstedt auf. Nach dem Abitur am Herzog-Ernst-Gymnasium in Uelzen begann er ein Studium der Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Hannover, das er 1996 mit dem Magister Artium abschloss. Er war Geschäftsführer der Jusos, bevor er von 1999 bis 2003 Büroleiter des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Rudolf Scharping wurde. Von 2003 bis Ende 2007 arbeitete er als Referatsleiter für Europapolitik beim Bundesvorstand des DGB und war währenddessen stellvertretendes Mitglied im Vorstand des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) sowie stellvertretendes Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA). Anschließend war er Büroleiter von Andrea Nahles im SPD-Parteivorstand während ihrer Zeit als SPD-Vize und Generalsekretärin. Ab Februar 2011 folgte er Benjamin Mikfeld als Leiter der Abteilung für politische Planung und Analysen und war damit im von Nahles geleiteten Wahlkampfteam der SPD zur Bundestagswahl 2013 zuständig für das Wahlprogramm der SPD und die Formulierung des Koalitionsvertrages mit der CDU/CSU.
Nachdem Andrea Nahles in der Großen Koalition Bundesministerin für Arbeit und Soziales geworden war, holte sie ihn ab Januar 2014 als Staatssekretär erneut in ihr enges Führungsteam.<ref>Zweite Reihe der SPD stellt sich auf: Thorben Albrecht wird Staatssekretär bei Nahles - Handelsblatt vom 18. Dezember 2013</ref>
Thorben Albrecht ist verheiratet und hat eine Tochter.
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Profil auf bmas.de ( vom 11. März 2018 im Internet Archive)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Profil auf spd.de ( vom 11. November 2019 im Internet Archive)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Hans-Jürgen Wischnewski (1968–1971) | Holger Börner (1972–1976) | Egon Bahr (1976–1981) | Peter Glotz (1981–1987) | Anke Fuchs (1987–1991) | Karlheinz Blessing (1991–1993) | Günter Verheugen (1993–1995) | Franz Müntefering (1995–1998) | Ottmar Schreiner (1998–1999) | Matthias Machnig (1999–2002) | Franz-Josef Lersch-Mense (2003–2004) | Kajo Wasserhövel (2004–2005) | Martin Gorholt (2005–2008) | Kajo Wasserhövel (2008–2009) | Astrid Klug (2009–2012) | Juliane Seifert (2016–2017) | Nancy Böhning (2017–2018) | Thorben Albrecht (2018–2019) | Jessika Wischmeier (2019–2025)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Albrecht, Thorben |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Staatssekretär |
| GEBURTSDATUM | 2. Februar 1970 |
| GEBURTSORT | Lüneburg |