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Tilman Esslinger

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Datei:ETH-BIB-Esslinger, Tilman (1965-)-Portr 19735.jpg
Tilman Esslinger (2019)

Tilman Esslinger (* 25. Juli 1965<ref name="eth_bulletin284">Bulletin Nr. 284, Februar 2002, S. 62, PDF-Seite 61. Abgerufen am 26. Mai 2013</ref>) ist ein schweizerischer und deutscher Physiker.<ref name="cv">Curriculum vitae. (PDF) In: phys.ethz.ch. 9. Juni 2024, abgerufen am 30. Juli 2025.</ref> Er ist Professor an der ETH Zürich, wo er auf dem Gebiet der ultrakalten Quantengase und der optischen Gitter arbeitet.

Leben[Bearbeiten]

Tilman Esslinger promovierte 1995 in Physik an der Universität München und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Deutschland).<ref name="cv"/> Für seine Dissertation arbeitete er unter der Leitung von Theodor Hänsch an Laserkühlung und optischen Gittern. Nach der Promotion baute er in Hänschs Abteilung seine eigene Arbeitsgruppe auf und leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet von Atomlasern<ref>I. Bloch, T. W. Hänsch & T. Esslinger, Atom Laser with a cw Output Coupler Physical Review Letters 82, 3008–3011 (1999)</ref>, beobachtete langreichweitige Phasenkohärenz in einem Bose-Einstein-Kondensat<ref>I. Bloch, T. W. Hänsch & T. Esslinger, Measurement of the spatial coherence of a trapped Bose gas at the phase transition Nature 403, 166–170 (2000)</ref> sowie den Quantenphasenübergang in einem Bose-Gas von einer Supraflüssigkeit zu einem Mott-Isolator<ref>M. Greiner, I. Bloch, O. Mandel, T. W. Hänsch & T. Esslinger, Exploring Phase Coherence in a 2D Lattice of Bose-Einstein Condensates Physical Review Letters 87, 160405 (2001)</ref><ref>M. Greiner, O. Mandel, T. Esslinger, T.W. Hänsch & I. Bloch, Quantum Phase Transition from a Superfluid to a Mott Insulator Nature 415, 39-44 (2002)</ref>. Nach seiner Habilitation wurde Esslinger im Oktober 2001 als ordentlicher Professor an die ETH Zürich berufen,<ref name="cv"/> wo er wegbereitende Beiträge auf den Gebieten von eindimensionalen Atomgasen<ref>T. Stöferle, H. Moritz, C. Schori, M. Köhl & T. Esslinger, Transition from a Strongly Interacting 1D Superfluid to a Mott Insulator Physical Review Letters 92, 130403 (2004) </ref>, atomaren Fermi-Hubbard-Modellen<ref>T. Esslinger, Fermi–Hubbard Physics with Atoms in an Optical Lattice Annual Review of Condensed Matter Physics 1, 129–152 (2010)</ref> und der Verschmelzung von Quantengas-Experimenten mit der Hohlraum-Quantenelektrodynamik<ref>F. Brennecke, T. Donner, S. Ritter, T. Bourdel, M. Köhl & T. Esslinger, Cavity QED with a Bose–Einstein condensate Nature 450, 268-271 (2007)</ref> leistete.

2014 wurde er zum Fellow der American Physical Society (APS) ernannt.<ref>APS Fellow Archive. Abgerufen am 1. Februar 2020.</ref>

Wirken[Bearbeiten]

Die Forschungsarbeiten von Esslinger und seinen Mitarbeitern haben einen interdisziplinären Austausch zwischen Gruppen auf den Gebieten der Quantengase und der Festkörperphysik angeregt. Wichtige Ergebnisse der vergangenen Jahre umfassen die Entwicklung eines Quantensimulators für Graphen<ref>L. Tarruell, D. Greif, T. Uehlinger, G. Jotzu & T. Esslinger, Creating, moving and merging Dirac points with a Fermi gas in a tunable honeycomb lattice Nature 483, 302–305 (2012)</ref>, den Aufbau eines optomechanischen Systems bestehend aus einem optischen Resonator und einem Quantengas, in welchem zum ersten Mal der Dicke-Quantenphasenübergang beobachtet wurde<ref>K. Baumann, C. Guerlin, F. Brennecke & T. Esslinger, Dicke quantum phase transition with a superfluid gas in an optical cavity Nature 464, 1301–1306 (2010)</ref>, sowie die Schaffung eines auf Atomgasen basierenden Analogon eines mesoskopischen Leiters<ref>J.-P. Brantut, J. Meineke, D. Stadler, S. Krinner & T. Esslinger, Conduction of Ultracold Fermions Through a Mesoscopic Channel Science 337, 1069–1071 (2012)</ref> und der Beobachtung des Einsetzens von Suprafluidität in diesem System<ref>D. Stadler, S. Krinner, J. Meineke, J.-P. Brantut & T. Esslinger, Observing the drop of resistance in the flow of a superfluid Fermi gas Nature 491, 736–739 (2012)</ref>. Esslinger erhielt 2000 einen Philip Morris Forschungspreis (gemeinsam mit Theodor Hänsch und Immanuel Bloch). Esslinger hat zwei Advanced Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten, mit Förderung ab 2010 bzw. 2017.<ref>ERC FUNDED PROJECTS. ERC: European Research Council, abgerufen am 4. Februar 2020.</ref> Er ist Autor von mehr als 80 Fachpublikationen, die insgesamt mehr als 29000 Mal zitiert wurden (Stand September 2020)<ref>Tilman Esslinger - Google Scholar. Abgerufen am 6. September 2020.</ref>.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Tilman Esslinger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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