Tim Raue
Tim Raue (* 31. März 1974 in West-Berlin) ist ein deutscher Koch und Betreiber mehrerer Restaurants.
Leben[Bearbeiten]
Raue wuchs in einfachen Verhältnissen im Wrangelkiez in Berlin-Kreuzberg auf und war als Jugendlicher im Alter von 14 bis 16 Jahren Mitglied der Jugendbande 36 Boys.<ref>Straßengang und Sterneküche – Tim Raue und die „36 Boys“. In: Der Tagesspiegel. 30. Mai 2026, abgerufen am 17. September 2026.</ref> In einem Interview erzählte Raue: „Das Erste, was ich als Teenager gelernt habe, war es, meinen sozialen Rang durch Statussymbole zu definieren. Und die, die wir nicht hatten, haben wir uns illegal besorgt.“<ref>Interview mit Jost Kaiser, in: Focus Style Nr. 2, Juli 2020, S. 29.</ref>
2016 gab er die Trennung von seiner Frau Marie-Anne bekannt, einer Restaurantfachfrau, mit der er seit 1992 liiert war. 2017 heiratete er die Redakteurin Katharina Wolschner.<ref>Tim Raue: Der Sterne-Koch ist wieder unter der Haube. Abgerufen am 12. April 2022.</ref>
Ausbildungen[Bearbeiten]
Tim Raue lernte ab 1991 Koch im Restaurant Chalet Suisse im Grunewald.<ref name=":0" /> Es folgten Stationen 1994 im First Floor und 1997 mit 23 Jahren als Küchenchef im Restaurant Rosenbaum.<ref>Tim Raue, Chef de Cuisine im Tim Raue in Berlin. Abgerufen am 17. Oktober 2020.</ref> 1998 ging er als Küchenchef zu den Kaiserstuben in Berlin und wurde von der Fachzeitschrift Der Feinschmecker zum Aufsteiger des Jahres gewählt.<ref name=":0">Tim Raue. Abgerufen am 12. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von 1999 bis 2002 war er Küchenchef im Restaurant e.t.a. hoffmann, im Hotel Riehmers Hofgarten in Berlin.<ref name=":0" /> 2002 wechselte er als Küchenchef zum Restaurant 44 im Berliner Swissôtel, mit seiner damaligen Frau als Restaurantleiterin.<ref>Mathias Stengel: Tim Raue: Meine harte Jugend in Kreuzberg. 6. Mai 2007, abgerufen am 22. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Werdegang[Bearbeiten]
2007 kürte ihn der Gault-Millau zum „Koch des Jahres“. Seine Küche im 44 wurde mit einem Stern des Guide Michelin und 18 Punkten im Gault-Millau ausgezeichnet. 2008 veröffentlichte er ein Kochbuch mit dem Titel Aromen(r)evolution.<ref>Aromen(r)evolution – Kochrezepte.de. 21. Februar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Februar 2009; abgerufen am 22. Januar 2023.</ref> Ebenfalls 2008 wechselte er als Kulinarischer Direktor zu der zur Fundus-Gruppe gehörenden Adlon-Collection, die im Hotel Adlon fünf Restaurants betrieb.<ref>Montagsinterview: "Ich weiß, was Hunger ist". In: Die Tageszeitung: taz. 26. Mai 2008, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 22. Januar 2023]).</ref> Dort eröffnete er die Restaurants Ma Tim Raue (inspiriert von der chinesischen Küche), Uma (von der japanischen Küche inspiriert) und die Shochu Bar. Nach wenigen Monaten bekam das Ma Tim Raue einen Michelin-Stern verliehen. Der Gault-Millau zeichnete das Ma Tim Raue mit 18 Punkten und das Uma mit 17 Punkten aus. Im Juli 2010 wurde das Ma Tim Raue geschlossen,<ref>Mathias Stengel: Sternekoch: Tschüss, Adlon – Tim Raue geht nach Kreuzberg. Berliner Morgenpost, 24. April 2010, abgerufen am 8. Februar 2015.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie ( vom 24. April 2011 im Internet Archive)</ref> das Uma wurde unter der Leitung von Stephan Zuber weitergeführt, und wurde später geschlossen.
Im September 2010 eröffnete Raue in Berlin-Kreuzberg das Restaurant Tim Raue. Im selben Jahr saß er in der Jury der Fernsehsendung Deutschlands Meisterkoch.<ref>Eric Leimann: Tim Raue: Sternekoch war früher in einer Gang. In: prisma.de. Prisma, 30. Mai 2019, abgerufen am 9. August 2023.</ref> Im Mai 2013 eröffnete Raue das La Soupe Populaire in der ehemaligen Bötzow-Brauerei an der Prenzlauer Allee.<ref>Tim Raue zieht in die alte Bötzow-Brauerei. In: Der Tagesspiegel. 1. September 2013, abgerufen am 17. September 2026.</ref> Das Soupe Populaire wurde 2013 vom Guide Michelin mit einem Bib Gourmand und vom Gault-Millau mit 13 Punkten bewertet.<ref> Gastro-Kritik: Tim Raue räumt wieder ab. Abgerufen am 22. Januar 2023.</ref> Im Januar 2015 eröffnete er mit dem Studio Tim Raue sein viertes Berliner Restaurant.<ref>Koch Tim Raue eröffnet viertes Restaurant in Berlin. In: Der Tagesspiegel. 15. Januar 2015, abgerufen am 17. September 2026.</ref> 2016 wurde das Studio für den öffentlichen Restaurantbetrieb geschlossen und zur Factory Kitchen umgewandelt; auch das La Soupe Populaire schloss wegen der Bauarbeiten in der Bötzow-Brauerei.<ref>Sternekoch Tim Raue: Er bleibt ein Berliner. In: Der Tagesspiegel. 24. März 2016, abgerufen am 17. September 2026.</ref> Von 2013 bis Ende 2018 bestand zudem eine Partnerschaft mit dem Sra Bua im Hotel Adlon.<ref>Restaurants und Köche gehen. In: Der Tagesspiegel. 25. Mai 2018, abgerufen am 17. September 2026.</ref>
Raues Küche ist wesentlich von ost- und südostasiatischen Küchen geprägt. Sie verbindet insbesondere Elemente der japanischen, thailändischen und chinesischen Küche.<ref>Vision & Kochphilosophie. In: Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 17. September 2026.</ref> Bei der Weinbegleitung arbeitet Raue seit vielen Jahren unter anderem mit dem Weingut Dreissigacker von Jochen Dreissigacker und dem Weingut Markus Schneider zusammen.<ref>Eventlocation in Berlin – Brasserie Colette Tim Raue. Abgerufen am 17. September 2026.</ref> Für Raues Gastronomie entstanden mehrere Exklusivabfüllungen, darunter der Riesling KOLIBRI von Dreissigacker und die Rotweincuvée Rough Cut von Schneider.<ref>Weinkarte. (PDF) In: Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 17. September 2026.</ref> Der KOLIBRI wurde in Zusammenarbeit mit Raue als Begleitung zu seinem Signature-Gericht Wasabi-Kaisergranat entwickelt.<ref>Kolibri Riesling. In: Weingut Dreissigacker. Abgerufen am 17. September 2026.</ref>
Im April 2014 schaffte sein Restaurant Tim Raue den Einzug in die britische Liste The World’s 50 Best Restaurants auf Platz 78;<ref name="report">Gourmet Report: Noma wieder das beste Restaurant der Welt. 28. April 2014, abgerufen am 29. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2016 belegte es Platz 34.<ref>Die 50 besten Restaurants der Welt. 15. Juni 2016, abgerufen am 11. Juli 2019.</ref> Seit 2015 ist er regelmäßig in der VOX-Kochshow Kitchen Impossible zu sehen und nahm ersatzweise für Tim Mälzer an der RTL-Sendung Wer wird Millionär? teil. In der dritten Staffel der Netflix-Serie Chef’s Table befasst sich eine Folge mit Raue und seiner Entwicklung als Koch.<ref>Berliner Morgenpost – Berlin: Sternekoch Tim Raue ist jetzt auf Netflix zu sehen. (morgenpost.de [abgerufen am 30. Dezember 2017]).</ref> Ab 2015 eröffneten drei Standorte der Brasserie Colette Tim Raue in München, Konstanz und Berlin. Hier wird französische Küche gekocht. Das kulinarische Konzept hat Tim Raue entwickelt.<ref>Brasserie Colette. Französische Lebenskunst. In: Süddeutsche Zeitung. 20. April 2016, abgerufen am 14. September 2023.</ref>
Seit 2016 arbeitet Raue außerdem mit TUI Cruises zusammen. Im Juli 2016 eröffnete auf der Mein Schiff 5 das erste Hanami – By Tim Raue; seit Juni 2017 wird das Restaurantkonzept auf der Mein Schiff 3 bis Mein Schiff 6 angeboten.<ref>Die ganz große Freiheit. (PDF) TUI Cruises, 20. Juli 2017, abgerufen am 17. September 2026.</ref> Raue entwickelte die vier Restaurants und betreut sie als kulinarischer Berater.<ref>TUI Cruises gratuliert Tim Raue zur Auszeichnung. (PDF) TUI Cruises, 25. Juni 2018, abgerufen am 17. September 2026.</ref> Auf der 2025 in Dienst gestellten Mein Schiff Relax kam mit Fugu – by Tim Raue ein weiteres von ihm entwickeltes Restaurantkonzept hinzu.<ref>Mein Schiff Relax stellt den F&B Bereich vor: Eine Genussreise auf höchstem Niveau. (PDF) TUI Cruises, 20. März 2025, abgerufen am 17. September 2026.</ref>
Von Mai 2018 bis September 2019 war Raue als kulinarischer Berater für das Restaurant Spices – by Tim Raue im A-ROSA Resort auf Sylt tätig.<ref>„Spices by Tim Raue“: Raue kocht jetzt auch auf Sylt. In: Falstaff. 8. Mai 2018, abgerufen am 17. September 2026.</ref><ref>Aus für „Spices by Tim Raue“. In: Falstaff. 11. September 2019, abgerufen am 17. September 2026.</ref> Seit 2019<ref>Gourmet Report: So sieht Re-Start Gastro im Restaurant Tim Raue aus. In: Gourmet Report - Branchennews seit 1999. 26. September 2021, abgerufen am 11. Mai 2025.</ref> ist Philipp Bendel Küchenchef im Restaurant Tim Raue.<ref>Team | Restaurant TIM RAUE. Abgerufen am 11. Mai 2025.</ref><ref>Facebook. Abgerufen am 11. Mai 2025.</ref>
2019 löste er in der Koch-Castingshow The Taste (siebte Staffel) als Coach Cornelia Poletto ab. 2019 und 2020 war er in der von Mälzer moderierten Kochsendung Ready to beef! als Juror tätig.<ref>„Ready to beef!“: Neue Kochshow mit Tim Mälzer und Tim Raue. Abgerufen am 22. Januar 2023.</ref><ref>Tim Mälzer und Tim Raue starten neue Kochshow. In: Rolling Pin. 7. Mai 2019, abgerufen am 22. Januar 2023.</ref> Von 2019 bis 2023 war Raue kulinarischer Berater des Restaurants Villa Kellermann in Potsdam, das TV-Moderator Günther Jauch gehört. Küchenchef war Christopher Wecker.<ref>Probeessen mit Glücksklee. In: Der Tagesspiegel. 2019, abgerufen am 17. September 2026.</ref><ref>Geangelt, gewickelt, getupft. In: Der Tagesspiegel. 26. Mai 2022, abgerufen am 17. September 2026.</ref><ref>Stefanie Hildebrandt,dpa: Tim Raue verlässt Günther Jauchs Restaurant in Potsdam. 23. Mai 2023, abgerufen am 11. Mai 2025.</ref>
Seit 2023 moderiert Raue gemeinsam mit seiner Frau Katharina die Doku-Soap Raue – Der Restaurantretter bei RTL Television.<ref>„Raue – Der Restaurantretter“ mit Tim und Katharina Raue ab dem 11. April bei RTL. In: RTL. 13. April 2023, abgerufen am 17. September 2026.</ref> Seit 2024 hat er beim Streaminganbieter MagentaTV die nach ihm benannte Sendereihe Tim Raue isst!, in der er gastronomische Betriebe in Deutschland besucht, die kulinarische Spezialitäten anbieten.<ref>Christoph Handwerk: „Tim Raue isst!“: So vielfältig kann Deutschland schmecken. Deutsche Telekom, 2. Juli 2024, abgerufen am 17. September 2026.</ref> 2024 war er namensgebender Host der Serie Star Kitchen mit Tim Raue bei Amazon Prime Video, in der er Restaurants auf ihrem Weg zu einem oder einem weiteren Michelin-Stern begleitete.<ref>10 Jahre Prime Video in Deutschland: ein Feuerwerk an neuen Filmen & Serien für Prime Mitglieder. In: About Amazon Deutschland. Abgerufen am 17. September 2026.</ref> Im Juni 2025 eröffnete er mit dem Sphere sein zehntes Restaurant. Es befindet sich im Berliner Fernsehturm in 207 Metern Höhe.<ref>"Sphere" im Fernsehturm hat eröffnet: So ist es im neuen Restaurant von Tim Raue. 5. Juni 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.</ref><ref>NEUERÖFFNUNG ✨ Sphere Tim Raue im Berliner Fernsehturm. 19. Mai 2025, abgerufen am 8. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Audio[Bearbeiten]
- Sternekoch Tim Raue: „Von 365 Tagen stehe ich 240 Tage in der Küche“, Audio-Version 72.22 Minuten, Deutschlandfunk Zwischentöne im Gespräch mit Joachim Scholl 3. November 2024
Schriften[Bearbeiten]
- Aromen(r)evolution. Christian-Verlag, München 2008, ISBN 3-88472-802-4.
- (mit Stefan Adrian) Ich weiß, was Hunger ist: Von der Straßengang in die Sterneküche. Piper, München / Zürich 2011, ISBN 978-3-492-05446-1.
- (mit Anne-Sophie Zähringer und Stefan Adrian) My Way. Callwey, München 2017, ISBN 978-3-7667-2265-2.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2005: Aufsteiger des Jahres im Gault-Millau
- 2007: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant 44/Swissôtel Berlin
- 2007: Koch des Jahres im Gault-Millau
- 2008: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant MA/Hotel Adlon Berlin
- 2010: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant Tim Raue
- 2011: 19 Punkte im Gault-Millau für das Restaurant Tim Raue
- 2012: Zwei Sterne im Guide Michelin für das Restaurant Tim Raue
- 2016: Platz 34<ref>Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 12. Februar 2017.</ref> der The World’s 50 Best Restaurants
- 2019: Platz 1<ref>Tim Raue. Abgerufen am 2. Oktober 2019.</ref> der Germany’s 50 BEST CHEFS des internationalen Gastronomiefachmagazins Rolling Pin
- 2021: Platz 31<ref>Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 8. Oktober 2021.</ref> der The World’s 50 Best Restaurants
- 2022: Platz 26<ref>Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 8. Oktober 2021.</ref> der The World’s 50 Best Restaurants
- 2024: Platz 1<ref>Wer sind die 100 Best Chefs Germany 2024? In: Rolling Pin. 17. Oktober 2024, abgerufen am 17. September 2026.</ref> der 100 Best Chefs Germany des Gastronomiefachmagazins Rolling Pin
- 2024: Platz 30<ref>The World's 50 Best Restaurants 2024. In: The World's 50 Best Restaurants. Abgerufen am 17. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der The World’s 50 Best Restaurants
- 2025: Platz 58<ref>The World's 50 Best Restaurants 51–100. In: The World's 50 Best Restaurants. Abgerufen am 17. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der The World’s 50 Best Restaurants
Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]
- 2026: Gene Tonic: Wie Gott in Frankreich. in: Süddeutsche Zeitung Nr. 99 (2026) vom 30. April/1. Mai 2026: S. R12
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Tim Raue im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb/1
- Tim Raue auf der Website seines Restaurants
- Jobst-Ulrich Brand: „Kochen ist wie Krieg“. In: Focus, 16. April 2011, Heft 16/2011, S. 144.
- Christoph Amend, Jochen Wegner: Tim Raue, was haben Sie eigentlich gegen Soja-Bratwürste? In: Alles gesagt? 29. Juni 2018 (Interviewpodcast von Zeit Online).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Raue, Tim |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Koch |
| GEBURTSDATUM | 31. März 1974 |
| GEBURTSORT | West-Berlin |