Tindersticks
| Tindersticks | |
|---|---|
Tindersticks, Victoria Eugenia, Donostia, 2009 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Nottingham, England |
| Genre(s) | Chamber Pop, Indie-Rock |
| Aktive Jahre | 1992–2003; seit 2008 |
| Website | www.tindersticks.co.uk |
| Aktuelle Besetzung | |
| Stuart A. Staples | |
| David Boulter | |
| Neil Fraser | |
Schlagzeug, Perkussion |
Earl Harvin |
| Dan McKinna | |
| Ehemalige Mitglieder | |
Gitarre, Violine |
Dickon Hinchliffe (bis 2006) |
Bass |
Mark Colwill (bis 2006) |
Schlagzeug, Perkussion, Trompete |
Alasdair Macaulay (bis 2006) |
Die Tindersticks sind eine britische Band, die in den 1990er Jahren mit ihrem Verschmelzen von Gitarren-Pop und Kammermusik bekannt wurde. Die Band um Sänger Stuart A. Staples entstand 1992 als Nachfolger der Band Asphalt Ribbons in Nottingham. Auch bei dieser Band stand Staples bereits als Sänger und Gitarrist im Mittelpunkt. Bereits in ihrer ersten Phase von 1992 bis zur Auflösung der Band im Jahr 2003 war der Einsatz von klassischen Instrumenten wie Streichern, Perkussions- und Blasinstrumenten charakteristisch für den Stil dieser Band.
Geschichte[Bearbeiten]
Nach der Aufnahme der letzten Asphalt-Ribbons-Mini-LP Old Horse im Jahr 1992 fand sich die Urbesetzung der Tindersticks unter dem neuen Namen zusammen, den Sänger Stuart A. Staples auf einer Streichholzschachtel an einem griechischen Strand gelesen hatte. Auf die ersten Demoaufnahmen der neuen Gruppe folgte im gleichen Jahr – 1992 – die erste Single Patchwork auf dem Label Tippy Toe Records.
Die Tindersticks feierten bei Kritikern und Publikum ab Anfang/Mitte den 1990er-Jahren große Erfolge. 1993 setzten die "englischen Dandys"<ref name=":0">Biografie Tindersticks. Abgerufen am 16. August 2026.</ref> mit ihrem Debütalbum Tindersticks in ihrer romantisch-britischen Art<ref name=":1">Arne Willander: Tindersticks: The Something Rain. 15. Februar 2012, abgerufen am 16. August 2026.</ref> einen Kontrapunkt zu dem damaligen Britpop-Trend: die Band-Mitglieder trugen auf Konzerten dreiteilige Anzüge, die Titel ihrer Lieder waren musikalisch komplex, hatten cineastische Arrangements und verfügten über einen Leadsänger mit „einem brüchigen anrührenden Bariton“.<ref>Anke Behlert: Tindersticks aus England. Meister der Melancholie. Abgerufen am 16. August 2026.</ref> Die beiden ersten Alben, Tindersticks (1993) und Tindersticks (1995), waren laut Andreas Borcholte vom Spiegel ein "somnambuler Tragik-Pop" mit "sehnsüchtig schwelgenden Streicher-Arrangements" und "Vibraphone-, Glockenspiel- oder Saxophon-Exzessen".<ref name=":2">Andreas Borcholte: 20 Jahre Tindersticks. Unvollendete Rotwein-Klassiker. 27. Oktober 2013, abgerufen am 16. August 2026.</ref> Die beiden ersten Alben entstanden laut Sänger Staples "in kompletter Isolation und Naivität".<ref name=":2" /> Für Arne Willander vom deutschen Rolling Stone war das 1993er-Debütalbum "in einem Jahr von großen Platten die großartigste".<ref name=":1" />
Bis 2003 veröffentlichte die Band sechs Alben, das Sextett etablierte sich als erfolgreiche Band in Europa<ref name=":0" /> und war sogar beim Multikonzern Universal unter Vertrag.<ref name=":2" />
Nach dem Album Waiting For The Moon (2003) nahm Staples in den Jahren 2005 und 2006 die beiden Soloalben Lucky Dog Recordings 03-04 und Leaving Songs auf, was auch aufgrund letzteren Titels zu Spekulationen über die Auflösung der Tindersticks führte. Auf seiner Website<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie ( vom 27. April 2007 im Internet Archive)</ref> schrieb Staples hierzu:
“These are songs written on the verge of leaving the things I loved and stepping into a new unknown life, both musically and personally. I was always aware that these songs were the end of something, a kind of closing a circle of a way of writing that I started so long ago and I knew I had to move on from.”
„Dies sind Lieder, die in einer Situation geschrieben wurden, in der ich die Dinge zurückließ, die ich liebte, und in ein neues, unbekanntes Leben schritt, sowohl musikalisch als auch persönlich. Mir war immer klar, dass diese Lieder das Ende von etwas waren, eine Art Ende eines Kreises des Schreibens, den ich vor so langer Zeit begonnen hatte und von dem ich wusste, dass ich mich von ihm fortbewegen musste.“
2006 verließen drei der sechs Urmitglieder die Band. Das verbliebene Trio nahm das Album The Hungry Saw auf, das im Jahr 2008 veröffentlicht wurde. Auch wenn sich die Band offiziell nie aufgelöst hatte, feierten sie damit in gewisser Hinsicht ein Comeback. Seit dieser Zeit und auch durch die Soundtracks für Kino-Filme der französischen Regisseurin Claire Denis haben die Musiker die klassische Instrumentierung ihrer Werke perfektioniert. Der Stil der Tindersticks für die Schaffensperiode seit dem Neuanfang lässt sich daher als „Kammer-Pop“ charakterisieren.<ref>tindersticks – tindersticks. Abgerufen am 22. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ende Januar 2010 veröffentlichten sie das Album Falling down a Mountain auf den Labels 4AD sowie dem Independent-Label Constellation Records. Danach gründete die zum Quintett gewachsene Band (neben Sänger Staples sind das David Boulter, Neil Fraser, Dan McKinna und Earl Harvin) ihr eigenes Label Lucky dog, die Tonträger werden in Deutschland vom Label City Slang vertrieben.
Von Musikkritikern wurde die Band im Jahr 2012 noch einmal besonders gelobt:<ref name=":1" /><ref name=":2" /> Das Album The Something Rain, so Anne Waak in der Welt, erinnere in seiner "waidwund dahinschleppenden Reduziertheit an die frühen, als Meisterwerke angesehenen Alben".<ref>Anne Waak: Die Tindersticks liefern Trauer mit Edelschimmel. 1. April 2012, abgerufen am 17. August 2026.</ref>
Ende 2019 erschien das 13. Album No Treasure but Hope. Das Album enthalte Songs "von in Melancholie gegerbter, betörender Schönheit" und gehöre "zu den wirklich überragenden" des Jahres 2019, urteilte Andreas Lüschen-Heimer.<ref>Die Tindersticks sorgen mit ihren neuen Songs für Gänsehaut-Momente. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 22. August 2026.</ref> Peter Seester fand die Platte hingegen "mäßig". Mit ihm habe die Band "die rote Linie zum Kitsch und zum gehobenen Schlager" überschritten.<ref>Der Kurier (Karlsruhe), 21. Februar 2020, S. 17.</ref>
2021 zeigt die Band einen neuen, elektro-experimentellen Kurs auf dem Album Distractions.<ref>Marc Vetter: Auch nach 30 Jahren sind die Tindersticks ihr eigenes Universum. Abgerufen am 16. August 2026.</ref> 2024 wurde das inzwischen 14. Studioalbum Soft Tissue veröffentlicht.
Diskografie[Bearbeiten]
Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found Alben
- Tindersticks First Album (1993)
- Tindersticks Second Album (1995)
- Curtains (1997)
- Simple Pleasure (1999)
- Can Our Love... (2001)
- Waiting for the Moon (2003)
- The Hungry Saw (2008)
- Falling down a Mountain (2010)
- The Something Rain (2012)
- Across Six Leap Years (2013)<ref>Singende Himmel in FAZ vom 1. November 2013 Seite 38</ref>
- Ypres (2014)
- The Waiting Room (2016)
- Minute Bodies – The Intimate World of Percy Smith (2017), mit Christine Ott
- No Treasure But Hope (2019)
- Distractions (2021)
- Soft Tissue (2024)
Livealben und Live-EPs
- Live in Berlin 5.10.93 (1993)
- Amsterdam 8.2.94 (1994)
- The Bloomsbury Theatre 12.3.95 (1995)
- Live at the Boutique 9-12. May.2001 (2001)
- Coliseu Dos Recreios De Lisboa 30 Oct 2001 (2003)
- Live at Glasgow City Halls 5th Oct 2008 (2008)
- Live in London 2010 (2010)
- San Sebastian 2012 (2012)
- Philharmonie de Paris (2016)
- Mayday ’22 (2024)
Soundtracks
- Nénette et Boni (1996)
- Trouble Every Day (2001)
- The Trojan Horse (2003)
- 35 Rum / 35 Shots Of Rum (2008)
- White Material (2009)
- Claire Denis Film Scores 1996–2009 (2011)
- Les Salauds (2013)
- High Life (2018)
Kompilationen
- Donkeys 92–97 (1998)
- Working for the Man (2004)
- BBC Sessions (2007)
- Past Imperfect – The Best of tindersticks ’92 – ’21 (2022)
Singles und EPs
- Patchwork (1992)
- Marbles (1993)
- A Marriage Made in Heaven (1993)
- Unwired (EP, 1993)
- City Sickness (1993)
- We Have All the Time in the World (1993)
- Live in Berlin (1993)
- Kathleen (EP, 1994)
- No More Affairs (1995)
- Plus De Liaisons (1995)
- The Smooth Sounds of Tindersticks (1995)
- Travelling Light (1995)
- Bathtime (1997)
- Rented Rooms (1997)
- Can We Start Again? (1999)
- What Is a Man? (2000)
- Trouble Every Day (2001)
- Don’t Even Go There (EP, 2003)
- Trojan Horse (2003)
- Sometimes It Hurts (2003)
- My Oblivion (2003)
- The Hungry Saw (2008)
- What Are You Fighting For? (2008)
- Boobar Come Back to Me (2008)
- Black Smoke (2010)
- Medicine (2012)
- This Fire of Autumn (2012)
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />