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Tingis ampliata

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Tingis ampliata
Datei:Tingis ampliata ZSM.jpg

Tingis ampliata, Habitus, specimen in Zoologische Staatssammlung München

Systematik
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Familie: Netzwanzen (Tingidae)
Unterfamilie: Tinginae
Gattung: Tingis
Art: Tingis ampliata
Wissenschaftlicher Name
Tingis ampliata
(Herrich-Schäffer, 1838)

Tingis ampliata, auch Breite Netzwanze genannt,<ref name="RLO">Rote Liste der Wanzen – (Hemiptera, Heteroptera) Österreichs. (PDF; 6219 kB) In: umweltbundesamt.at. Umweltbundesamt Österreich, S. 20–60, abgerufen am 14. April 2025 (alternativ als Link in der XLSX-Datei „Wanzen (2024)“).</ref> ist eine Wanze aus der Familie der Netzwanzen (Tingidae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Wanzen werden 3,7 bis 4,2 Millimeter lang.<ref name="Wachmann"/> Arten der Gattung Tingis sind graubraun gefärbt und mit weißen, pulvrigen Wachsausscheidungen überzogen. Das vierte Glied der Fühler ist breiter als das dritte und es sind am Kopf drei kleine Fortsätze zwischen den Augen ausgebildet. Tingis ampliata kann man anhand der vier Reihen von Zellen am Rand des Netzes des Pronotums erkennen. Zwei Fortsätze hinter den Augen reichen über die Basis der drei Fortsätze weiter vorne hinaus.<ref name="British Bugs"/>

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Art ist in Europa, mit Ausnahme des Nordens und der Mittelmeerländer verbreitet. Im Osten reicht die Verbreitung bis nach Sibirien, China und Japan. In Mitteleuropa ist sie weit verbreitet, aber im Norden deutlich häufiger als im Süden. Im norddeutschen Tiefland ist sie teilweise häufiger als Tingis cardui und kann mit dieser Art gemeinsam auftreten.<ref name="Wachmann"/> In Großbritannien ist die Art weit verbreitet.<ref name="British Bugs"/>

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Tiere leben vor allem an Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), seltener auf anderen Kratzdisteln (Cirsium), wie etwa Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre) und Gewöhnlicher Kratzdistel (Cirsium vulgare). Die Nymphen und Imagines sitzen auf den Blättern, in den Blattachseln und weniger häufig zwischen den Stacheln auf der Außenseite der Blütenkörbe. Die Imagines sind trotz voll entwickelter Flügel flugträge und fliegen wenn überhaupt nur kurze Strecken. Die Überwinterung erfolgt als Imago in der Bodenstreu unter den Disteln. Sie treten wieder ab April, teilweise auch an warmen Tagen mitten im Winter auf und sitzen dann an den Grundblättern der Pflanzen. Die Paarung erfolgt im April, die Eiablage im Mai und Juni. Die Weibchen stechen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen den Nerven entlang in das Blattgewebe ein. Die Einstichstelle verfärbt sich braun. Die Nymphen treten ab Mai oder Juni auf, die adulten Tiere der neuen Generation ab August. Die jungen Nymphen bleiben an den Blättern, wo ihre Eier abgelegt wurden. Erst später klettern sie auf andere Pflanzenteile, erst zuletzt an die Blüten.<ref name="Wachmann"/>

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="British Bugs">Tingis ampliata. British Bugs, abgerufen am 22. Juni 2014.</ref> <ref name="Wachmann">Wachmann: Wanzen, Bd. 1, S. 147f</ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]