Titan RT
| Titan RT | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Offizieller Name | Titan RT (Rappbodetal) | |||||
| Nutzung | Fußgängerbrücke mit Gigaswing (Pendelsprung) | |||||
| Querung von | Stausee der Talsperre Wendefurth | |||||
| Ort | – Neuwerk (Oberharz am Brocken) – Wendefurth (Thale) | |||||
| Konstruktion | Fußgängerhängebrücke | |||||
| Gesamtlänge | 483 m<ref name="Titan-RT" /> | |||||
| Breite | 1,6 m Lauffläche, 1,30 m Geländer (rechteckiger Querschnitt) | |||||
| Längste Stützweite | 458,5 m<ref name="Titan-RT" /> | |||||
| Konstruktionshöhe | 1,5 m (inkl. Geländer) | |||||
| Baukosten | 3 Mio. Euro<ref>Titan RT - Mehrere tolle Ausflüge gleichzeitig. 19. Januar 2024, abgerufen am 23. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | |||||
| Baubeginn | November 2016<ref name="HTB21112016" /> | |||||
| Fertigstellung | April 2017<ref name="Titan-RT" /> | |||||
| Eröffnung | 7. Mai 2017<ref name="MDR07052017" /> | |||||
| Maut | 7,5 Euro (Erwachsene) | |||||
| Lage | ||||||
| Koordinaten | 51° 44′ 26″ N, 10° 53′ 37″ O
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| Höhe über dem Meeresspiegel | 435 m ü. NHN | |||||
Titan RT (Eigenschreibweise TitanRT) ist eine 2017 eröffnete und 483 m<ref name="Titan-RT" /> lange Fußgängerhängebrücke im Harz. Die Seilbrücke befindet sich in den Gebieten von Oberharz am Brocken und Thale im sachsen-anhaltischen Landkreis Harz, deren Grenze mittig durch die Brücke verläuft. Die Brücke hängt über dem an die Luftseite der Staumauer der Rappbodetalsperre stoßenden Teil des Stausees der Talsperre Wendefurth.
Kurzbeschreibung und Nutzung[Bearbeiten]
Das insgesamt 483 m lange Bauwerk gehört zu den längsten Fußgängerhängebrücken der Erde; vor allem erwähnenswert ist, dass sie mit 458,5 m die längste freischwebende Strecke aller Hängebrücken ihrer Bauart aufweist. Per Frühjahr 2026 gibt es wiederum längere Hängebrücken wie die Sky Bridge 721 im tschechischen Dolní Morava (Nieder Mohrau), den Skywalk in Willingen oder die Brücke der nationalen Einheit im ungarischen Sátoraljaújhely.
Ein hohes Geländer und seitliche Edelstahlnetze vermitteln den Besuchern der Titan RT ein sicheres Gefühl beim Überqueren. Allerdings ist der Boden mit einem durchsichtigen Gitterrost ausgeführt.<ref>Zeitschrift Prisma, Heft 10/2026, S. 4/5.</ref>
Von der 100 m über dem Talgrund<ref name="Titan-RT" /> hängenden Brücke ist ein Pendelsprung 75 m<ref name="MDR05042017" /> per Gigaswing in die Tiefe möglich.<ref>Pendelsprung von der Hängebrücke im Harz bei Wendefurth. Abgerufen am 12. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geographische Lage[Bearbeiten]
Die Fußgängerhängebrücke befindet sich im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt etwa 50 m nordöstlich und parallel zur Staumauer der Rappbodetalsperre, der mit 106 m Höhe höchsten in Deutschland. Sie überspannt die Wasseroberfläche des an die Luftseite dieser Staumauer stoßenden Teils der Talsperre Wendefurth und damit das Tal der Rappbode. In der Nähe liegen diese Ortschaften: 1,9 km nordwestlich Neuwerk, ein Stadtteil von Oberharz am Brocken, und 2 km östlich Wendefurth, ein Stadtteil von Thale. Etwa 1 km ostsüdöstlich der Brücke befindet sich das Pumpspeicherwerk Wendefurth.
Geschichte[Bearbeiten]
Die Vorarbeiten für die Brücke begannen im November 2016.<ref name="HTB21112016" /> Nach Fertigstellung der Widerlager wurde die Seilbrücke innerhalb von vier Wochen im März 2017 aufgehängt. Sie wurde am 7. Mai 2017 eröffnet.<ref name="MDR07052017" />
Technik[Bearbeiten]
Die insgesamt 483 m<ref name="Titan-RT" /> lange Fußgängerhängebrücke hatte von März bis Juli 2017 mit 458,5 m<ref name="Titan-RT" /> das wohl längste frei hängende Teilstück aller Fußgängerhängebrücken der Erde. Die maximale Höhe über dem Grund beträgt knapp 100 m.<ref name="Titan-RT" /> Die 118 Tonnen<ref name="Titan-RT" /> schwere Brücke ist mit 947 t<ref name="Titan-RT" /> Zugkraft in den Schieferfelsen beider Talseiten verankert; die 48 Zug- und Druckanker sind bis zu 27 m lang.<ref name="Titan-RT" /> Die Verankerungen der Tragseile wurden pro Widerlager mit 12 Dywidag-Ankerstangen von 57,5 mm Durchmesser realisiert. Für die Widerlager wurden insgesamt 148 m³ (363 t) Beton mit 25 t Bewehrungsstahl verwendet.<ref name="Titan-RT" /> Die Brücke hat vier Haupttragseile (Spiralseile) mit 65 mm Durchmesser und zusätzlich zwei Stabilisierungsseile mit 36 mm Durchmesser.<ref name="Titan-RT" />
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Verankerung der Hängebrücke
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Logo zur Eröffnung von Titan RT (2017)
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Schleppplatte am Übergang
Schräg unterhalb der unteren Lastseile verlaufen zwei parabolisch montierte Windlastseile, die bei einer Vorspannung von 50 kN mit 12 m tiefen Dywidag GEWI-Ankern von 32 mm Durchmesser im Fels verankert sind. An diesen Seilen ist die Brücke schräg abwärts abgespannt, wodurch sie seitlich stabilisiert wird, damit sie sich bei starken Winden nicht überschlägt und generell ein gedämpftes Schwingungsverhalten zeigt. Die Brücke ist für eine Belastung von etwa 200 Personen bei einem angenommenen Durchschnittsgewicht von 80 kg ausgelegt.
Der Laufsteg der Brücke besteht aus Gitterrostplatten, die in die Stahlkonstruktion integriert sind. Das Geländer aus Rundstahlrohren wurde mit einem Drahtnetz gesichert, sodass ein seitlicher Schutz gegeben ist. Der Steg ist 120 cm breit und weist beidseitig ein 130 cm hohes Geländer auf, das durch Edelstahlnetze verschlossen ist.<ref name="Titan-RT" /> Die Stahlkonstruktion wurde aus Baustahl (S355) gefertigt. Am Übergang zur Betonkonstruktion ist eine eigene Schleppplatte angebracht, die die Bewegung der Brücke mitsamt den temperaturbedingten Dehnungen überbrückt.
Beteiligte Unternehmen[Bearbeiten]
- Bauherr: Harzdrenalin, Maik und Stefan Berke, Elbingerode, Oberharz
- Generalplaner: hochkant GmbH, Gestratz-Brugg, Bayern
- Konstruktion: Ingenieurbüro Dieter Linka, Oberstdorf, Bayern
- Statik: Ingenieurbüro Aste-Weissteiner, Innsbruck, Tirol
- Geotechnik: Ingenieurbüro Bernhard Wietek, Sistrans bei Innsbruck, Tirol
- Generalunternehmer: HTB-Baugesellschaft m.b.H., Arzl im Pitztal, Tirol
- Stahlbau: Falkner Maschinenbau GmbH, Roppen, Tirol
- Seilhersteller: Fatzer AG Drahtseilwerk, Romanshorn, Schweiz
Gigaswing[Bearbeiten]
Der Gigaswing ist ein Pendelsprung, bei dem man unter der Hängebrücke abspringt und an einem 75 m langen Seil unter der Brücke auspendelt. Er kann alleine oder als Tandemsprung durchgeführt werden, während dessen zwei Personen gleichzeitig den Sprung durchführen.
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Seilvorrichtung für den Gigaswing unter der Brücke
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Person am Seil des Gigaswing unter der Hängebrücke
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Gigaswing-Tandemsprung
Dazu steigt der abenteuerlustige Besucher im Bereich der Hängebrücke in einen eigenen Absprungraum und wird dort von erfahrenem Personal an das Seilsystem angehängt und gesichert. Anschließend kann der Pendelsprung starten. Nach dem Auspendeln wird man wieder an die Absprungstelle mit einem Seilzug hochgezogen und kann auf der Hängebrücke seine Wanderung fortsetzen.
Die Fallhöhe über der Rappbode übertrifft die Höhe des klassischen Bungeesprunges am Kawarau River in Neuseeland (43 m) deutlich.
Tourismus[Bearbeiten]
Wandern[Bearbeiten]
Über die brückennahe Staumauer führt der Wanderweg Hasselfelde–Rübeland (HK 27). Wenige Kilometer nordwestlich der Brücke kreuzt dieser Weg den nördlich vorbei an der Talsperre Wendefurth und abschnittsweise im Tal der Bode verlaufenden Harzer Hexenstieg. In der Umgebung befinden sich als Ausflugsziele zum Beispiel die Rübeländer Tropfsteinhöhlen (Baumannshöhle, Hermannshöhle), die Westernstadt Pullman City, die Harzköhlerei Stemberghaus mit dem Köhlereimuseum und das Schaubergwerk Erzgrube Büchenberg.
Doppelseilrutsche Megazipline[Bearbeiten]
Etwa 100 m nordöstlich der Staumauer der Rappbodetalsperre befindet sich mit der Megazipline die längste Doppelseilrutsche Europas. Sie wurde am 11. November 2012 eröffnet und überspannt auf etwa 1000 m Länge und mit maximal 120 m Höhe auch die Wasseroberfläche des an die Luftseite der Rappbodetalsperre stoßenden Teils der Talsperre Wendefurth. Der Start befindet sich etwas nördlich oberhalb der Staumauer nahe dem Tunnel der Landesstraße 96 und der Endpunkt liegt am Rand des Wendefurther Stausees. Dorthin können in einem Gurtsystem hängende Personen hinab rutschen, die nach rasantem „Flug“ per an den Metallrollen befindlicher Fliehkraftbremse abgebremst werden; als zusätzliche Bremse wirkt das durchhängende Seil.<ref name="MZL" />
Weblinks[Bearbeiten]
- Titan RT (offizielle Homepage)
Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]
<references> <ref name="Titan-RT"> TitanRT-Fußgängerhängebrücke (siehe dort unten auch Technische Details), abgerufen am 7. Mai 2017, auf titan-rt.de </ref> <ref name="MDR05042017"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Hängebrücke im Harz vor der Eröffnung – Ab Mai geht's schwankend übers Rappbodetal ( vom 28. April 2017 im Internet Archive), vom 5. April 2017, abgerufen am 27. April 2017, auf mdr.de </ref> <ref name="HTB21112016"> Baustart für Megaprojekt – Hängeseilbrücke mit Extra, vom 21. November 2016, abgerufen am 24. Mai 2017, auf htb-bau.at </ref> <ref name="MDR07052017"> Längste Seilhängebrücke der Welt ist eröffnet, vom 7. Mai 2017 (Stand 11. Mai), abgerufen am 24. Mai 2017, auf mdr.de </ref> <ref name="MZL"> Megazipline – Europas längste Doppelseilrutsche. 2025, abgerufen am 29. Juni 2019 (erneut abgerufen am 20. April 2026).</ref> </references>