Titus Siccius
Titus Siccius (möglicherweise Sabinus; * um 520 v. Chr.; † nach 480 v. Chr.) war ein römischer Politiker der frühen Republik.
Leben[Bearbeiten]
Siccius gehörte nach der Überlieferung einem patrizischen Geschlecht an. Sein Gentilname wurde in den Quellen teilweise als Sicinius überliefert.<ref>So bei Livius 2, 40, 14, akzeptiert etwa von Thomas Robert Shannon Broughton, The magistrates of the Roman republic, Bd. 1 (1950), S. 19–20. Siccius bei Dionysios von Halikarnassos 8, 64, 1. Literatur zur Frage bei Broughton, Bd. 3 (1986), S. 198.</ref> Dies könnte auf eine spätere Verwechslung mit dem plebejischen Geschlecht der Sicinier zurückgehen. Ursprünglich könnten die patrizischen Siccii von den plebejischen Siciniern unterschieden worden sein. Erst spätere Schriftsteller oder Abschreiber könnten den geläufigeren Namen Sicinius an die Stelle von Siccius gesetzt haben.
Im Jahr 487 v. Chr. war Siccius gemeinsam mit Gaius Aquilius Konsul. Während seines Konsulats kam es zu Kämpfen gegen die Volsker. Titus Livius erwähnt den Krieg nur knapp,<ref>Livius, Ab urbe condita 2,40,10.</ref> während Dionysios von Halikarnassos ausführlicher über die Feldzüge berichtet und Siccius sogar einen Triumph zuschreibt.<ref>Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 8,64,3; 67,1–2; 10,36,4f.</ref> Nach Dionysios nahm Siccius außerdem am Krieg gegen die Veienter teil und zeichnete sich dabei aus.<ref>Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 9,12,5; 13,3.</ref>
Die Überlieferung des späteren Sextus Pompeius Festus verbindet mit einem Krieg des Siccius gegen die Volsker zudem eine Erzählung von neun verbrannten Tribunen. Dabei scheinen die Namen dieser Tribunen teilweise aus den Konsularfasten einer früheren Zeit übernommen worden zu sein, weshalb auch diese Überlieferung mit Vorsicht zu beurteilen ist.
Name und Überlieferung[Bearbeiten]
Die Quellen bieten unterschiedliche Formen des Namens. Bei Titus Livius erscheint der Konsul als T. Sicinius, während Dionysios von Halikarnassos ihn als Τίτος Σίκκιος (Titos Sikkios) bezeichnet. Auch Cassiodor überliefert die Form T. Siccius, während andere spätere Quellen wieder Sicinius bieten.
Man nimmt daher an, dass Siccius der ursprünglichere Gentilname sein könnte und Sicinius durch eine spätere Angleichung an das bekannte plebejische Geschlecht der Sicinier entstanden sei. Diese Erklärung ist jedoch eine historische Rekonstruktion und lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beweisen.
Auch das Cognomen Sabinus ist unsicher. Es erscheint beim Chronographen von 354, der die Konsuln mit den Namen Tusco et Sabino überliefert. Da die Reihenfolge der Gentilnamen bei Livius und Dionysios verschieden ist, bleibt es unsicher, wie sich die beiden Beinamen auf die beiden Konsuln verteilen.
Literatur[Bearbeiten]
- Friedrich Münzer: Siccius 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II A,2, Stuttgart 1923, Sp. 2188 f.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Siccius, Titus |
| ALTERNATIVNAMEN | Sicinius, Titus |
| KURZBESCHREIBUNG | Politiker der römischen Republik, Konsul 487 v. Chr. |
| GEBURTSDATUM | um 520 v. Chr. |
| STERBEDATUM | nach 480 v. Chr. |