Tomio Okamura
Tomio Okamura (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Okamura Tomio; * 4. Juli 1972 in Tokio, Japan) ist ein tschechischer Unternehmer und Politiker. Von 2013 bis 2015 war er Parteivorsitzender der von ihm gegründeten Partei Úsvit přímé demokracie, nach seinem Austritt gründete er 2015 die rechtsextreme Partei Svoboda a přímá demokracie (SPD). Seit November 2025 ist Okamura Präsident des tschechischen Abgeordnetenhauses.
Biografie[Bearbeiten]
Der Sohn einer Tschechin und eines Japaners wuchs teilweise in der Tschechoslowakei, teilweise in Japan auf, wo er u. a. für die Müllabfuhr und als Popcornverkäufer tätig war. Ab 1994 widmete er sich unternehmerischen Aktivitäten, hauptsächlich in der Reisebranche, in den letzten Jahren auch in der Gastronomie und als Buchautor. Okamura war einige Jahre ehrenamtlich Vizepräsident und Sprecher der Assoziation tschechischer Reiseveranstalter.
2012 stieg Okamura in die Politik ein. Als unabhängiger Kandidat erreichte er im Wahlkreis Zlín bei den Senatswahlen bereits im ersten Wahlgang mit 30,27 % die meisten Stimmen. In der Stichwahl schlug er mit 66,23 % deutlich den Kandidaten der Sozialdemokraten, den amtierenden Bezirkshauptmann der Region Stanislav Mišák. Im Senat arbeitete er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Senat im Jahr 2013 in der Fraktion der KDU-ČSL mit.
Okamura entschloss sich nach der erfolgreichen Senatswahl zur Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2013. Nach eigenen Angaben legte er für seine Kandidatur 61.500 Unterstützerunterschriften vor und damit mehr als die gesetzlich geforderten 50.000. Das tschechische Innenministerium erkannte aber nur 31.750 Unterschriften als gültig an und ließ Okamura daher nicht zu den Wahlen zu. Eine hiergegen erhobene Beschwerde beim Verfassungsgericht der Tschechischen Republik blieb ohne Erfolg.
Im Mai 2013 gründete Okamura seine eigene Partei mit dem Namen Úsvit přímé demokracie (Morgendämmerung der direkten Demokratie), die bei der vorgezogenen Abgeordnetenhauswahl in Tschechien 2013 erstmals antrat. Auf der Liste kandidierten viele Mitglieder der im Parlament vertretenen Partei Věci veřejné (Öffentliche Sache), darunter auch der Vorsitzende Vít Bárta.
Mitte 2015 kam es zu internen Streitigkeiten innerhalb der Úsvit přímé demokracie um den Kurs der Partei und um die Zusammenarbeit mit anderen europäischen rechtspopulistischen Parteien. Nach Austritten zahlreicher Abgeordneter nahm die verbliebene Úsvit den Zusatz Úsvit – Narodní Koalice („Morgendämmerung – Nationale Koalition“) an.
Im Zuge dieses Streits war Okamura am 4. Mai aus der Partei Úsvit přímé demokracie ausgetreten und hatte gemeinsam mit einigen ebenfalls ausgetretenen Abgeordneten eine neue Partei mit dem Namen Svoboda a přímá demokracie (SPD, „Freiheit – direkte Demokratie“) gegründet.<ref name="Freiheit - direkte Demokratie"/>
Bei der Parlamentswahl am 21. Oktober 2017 wurde Okamuras Partei mit 10,6 Prozent der Stimmen viertstärkste Kraft.<ref name="Freiheit - direkte Demokratie"> https://www.sueddeutsche.de/politik/tomio-okamura-vom-stotterer-zum-star-der-prager-rechten-1.3718926</ref><ref name="EU katastrophal"> EU "katastrophale Organisation" euronews.net, vom 16. Dezember 2017 </ref> Mehr als eine halbe Million Menschen wählten die Partei. Okamura strebt an, den Islam in Tschechien zu verbieten.<ref name="Freiheit - direkte Demokratie"/>
Bei den anschließenden Wahlen zum Präsidium des Abgeordnetenhauses erhielt Okamura 102 Stimmen bei 195 anwesenden Mitgliedern und war bis zur Wahl 2021 einer der Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses.<ref>https://www.ceskenoviny.cz/zpravy/pro-okamurovu-spd-bude-uspechem-vysledek-nad-10-procent/1508510</ref><ref>https://www.volby.cz/pls/ps2017/ps111?xjazyk=CZ&xkraj=2&xstrana=29&xv=1&xt=2</ref>
Am 16. Dezember 2017 fungierte Okamura als Gastgeber für einen Kongress der EU-Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit in Prag.<ref name="EU katastrophal"/>
Nach der Abgeordnetenhauswahl im Oktober 2025 bildeten ANO, Okamuras Swoboda-Partei und die Motoristenpartei die Regierung Andrej Babiš III,<ref>https://www.tagesschau.de/ausland/europa/tschechien-koalitionsvertrag-100.html</ref> im November 2025 wählte das Unterhaus Okamura wie in der Koalition vereinbart zu seinem Präsidenten.<ref>Gerald Schubert: Okamura trotz Rassismusvorwürfen neuer Chef des tschechischen Abgeordnetenhauses. In: Der Standard. Abgerufen am 10. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Alexander Haneke: Tschechien: Rechtsextremist Tomio Okamura ist neuer Parlamentspräsident. In: FAZ. 5. November 2025, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
Politische Ansichten und Kontroversen[Bearbeiten]
Im August 2014 trat Okamura mit einer den Völkermord an den Sinti und Roma leugnenden Aussage über das KZ Lety an die Öffentlichkeit und bestritt die Erkenntnisse der Forschung.<ref>Zdeněk Ryšavý: Czech MP Okamura insults Romani victims of the Holocaust, media and politicians sharply criticize him. In: Romea.cz, 4. August 2014</ref> Der tschechische Minister für Menschenrechte Jiří Dienstbier forderte Okamura auf, von allen öffentlichen Ämtern zurückzutreten.<ref>ČTK (Czech Press Agency): Czech Human Rights Minister: Okamura must resign. In: Romea.cz, 4. August 2014</ref> Anfang 2015 rief dieser zu einem „Boykott von Muslimen“ auf.<ref>Politiker ruft zum Boykott von Muslimen auf Der Spiegel online, 5. Januar 2015</ref>
Im Februar 2025 hob das Abgeordnetenhaus seine politische Immunität auf, um Ermittlungen zum Vorwurf der Anstiftung zum Hass gegen eine Gruppe von Menschen zu ermöglichen.<ref>Ferdinand Hauser: Tschechisches Abgeordnetenhaus hebt Immunität von Rechtsaußenpolitiker Okamura auf. In: Radio Praha International. Český rozhlas, abgerufen am 13. Februar 2025.</ref> Anfang August 2025 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Anstachelung zum Hass gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen.<ref>Markéta Kachlíková: Klage gegen SPD-Parteichef Okamura wegen kontroverser Wahlplakate erhoben. In: Radio Prague International. 7. August 2025, abgerufen am 10. September 2026.</ref> Das Verfahren wurde ausgesetzt, nachdem das Abgeordnetenhaus im März 2026 sich gegen die Aufhebung seiner Immunität ausgesprochen hatte.<ref>Martina Schneibergová: Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ erhält Geldstrafe für kontroverse Wahlplakate. In: Radio Prague International. 3. Juni 2026, abgerufen am 10. September 2026.</ref>
Privates[Bearbeiten]
Tomio Okamura ist der mittlere von drei Brüdern, darunter der 2021 ins Abgeordnetenhaus gewählte Christdemokrat Hayato Okamura. Er ist geschieden von der Japanerin Mie Okamura (heute Krejčíková), mit der er einen Sohn (geb. 1994) hat, der die politischen Ansichten des Vaters nicht teilt.<ref>Jsem opak otce. Zviditelňuji se nerad, říká syn Tomia Okamury idnes.cz, 24. Juli 2017. Abgerufen am 20. Dezember 2017.</ref> Auch beide Brüder Tomio Okamuras haben sich von dessen politischen Meinungen wiederholt öffentlich distanziert.<ref>Prorussischer Rechtsaußenpolitiker Okamura ist Tschechiens neuer Abgeordnetenhauschef. 6. November 2025, abgerufen am 17. November 2025.</ref>
Von 2018 bis 2021 ließ sich Okamura ein Haus in Prag-Břevnov bauen, das aufgrund seiner ungewöhnlichen Form die Spitznamen „Analduschen“ oder „Takeshi’s Castle“ erhielt.<ref>Kateřina Neumannová: Anální výplachy, Takešiho hrad. Lidé si v mapách utahují z Okamurova domu. 8. August 2020, abgerufen am 17. November 2025.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Persönliche Website von Okamura (tschechisch)
- Website der Bewegung Úsvit přímé demokracie (tschechisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Milan Uhde | Miloš Zeman | Václav Klaus | Lubomír Zaorálek | Miloslav Vlček | Miroslava Němcová | Jan Hamáček | Radek Vondráček | Markéta Pekarová Adamová | Tomio Okamura
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Okamura, Tomio |
| ALTERNATIVNAMEN | 岡村 富夫 (japanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechischer Unternehmer und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 4. Juli 1972 |
| GEBURTSORT | Tokio |
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- Senator (Tschechien)
- Parteivorsitzender (Tschechien)
- Vorsitzender des Abgeordnetenhauses (Tschechien)
- Unternehmer (Tschechien)
- Unternehmer (21. Jahrhundert)
- Unternehmer (20. Jahrhundert)
- Politiker (21. Jahrhundert)
- Tscheche
- Geboren 1972
- Mann
- Person des Rechtsextremismus
- Tschechoslowake