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Tomson-Bock

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Datei:Tomson-bock-gneisenau.jpg
Tomson-Bock-Fördergerüst der ehemaligen Zeche Gneisenau
Datei:Tomsonbock Gneisenau 3.jpg
Tomson-Bock

Ein Tomson-Bock ist eine spezielle Fördergerüst-Bauart im Bergbau.<ref name="Quelle 7" /> Benannt ist sie nach Eugen Tomson († 7. August 1905),<ref name="Quelle 1" /> der in den 1880er- und 1890er-Jahren Werksdirektor der Zeche Gneisenau in Derne war.<ref name="Quelle 2" /> Eugen Tomsons Einfluss verhalf dem speziellen Fördergerüst zu einer weiten Verbreitung im Bergbau.<ref name="Quelle 3" /> Der erste Tomson-Bock wurde im Jahr 1868 auf dem Schacht No. 7 der Charbonnage du Gouffre in Belgien erbaut.<ref name="Quelle 7" />

Aufbau[Bearbeiten]

Der Tomson-Bock ist ein frei stehendes Fördergerüst.<ref name="Quelle 6" /> Er ist eine abgewandelte Form des englischen Bockgerüstes.<ref name="Quelle 4" /> Der Englische Bock ist eine Konstruktion aus Stützen zur vertikalen Lastabtragung und Streben in Richtung Fördermaschine zur Aufnahme der Horizontalkräfte.<ref name="Quelle 7" /> Kennzeichnendes Element des Tomson-Bocks sind die in den hochgezogenen Stützpfeilern gelagerten Seilscheiben, wodurch dieser Fördergerüsttyp seine gestreckte Form erhält.<ref name="Quelle 5" />

Anwendung[Bearbeiten]

Der Tomson-Bock wurde insbesondere im Ruhrbergbau genutzt.<ref name="Quelle 3" /> Zu seiner Blütezeit fanden sich hier über 100 dieser Fördergerüste. Besonders verbreitet war der Tomson-Bock auf den Bergwerken der Harpener Bergbau AG,<ref name="Quelle 7" /> namentlich auf Zeche Scharnhorst, Zeche Schürbank & Charlottenburg, Zeche Kurl,<ref name= "Quelle 9" /> Zeche Neu-Iserlohn, Zeche Heinrich Gustav, Zeche Preußen. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen im Ruhrbergbau immer mehr wartungsärmere Deutsche Strebengerüste auf den Steinkohlenbergwerken zum Einsatz.<ref name="Quelle 3" /> Diese Fördergerüste setzten sich somit im Laufe der Jahre gegenüber dem Tomson-Bock durch.<ref name="Quelle 8" /> Der einzige noch erhaltene Tomson-Bock befindet sich heute auf dem Gelände der früheren Zeche Gneisenau.<ref name="Quelle 3" /> Zugleich ist er das vermutlich älteste erhaltene Fördergerüst der Region.<ref name="Quelle 5" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references>

<ref name="Quelle 1">Kölnische Zeitung vom 10. August 1905</ref> <ref name="Quelle 2">Daniel Hörnemann: Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn. Vom Ruhrgebiet durch das Münsterland in die Niederlande. Die Geschichte einer Privatbahn von ihrer Konzession 1872 bis zur Verstaatlichung 1903, Verlag Books on Demand, Cruck Libri Plureos GmbH, Norderstedt 2024, ISBN 978-3-7597-3535-5, S. 710.</ref> <ref name="Quelle 3">Hans Balzereit, Barbara Leinwand, Werner Wörmann: Derne, das Dorf der Zeche Gneisenau. In: Dortmund entdecken. 25 Rundgänge. Klartext Verlag, S. 229, 230.</ref> <ref name="Quelle 4">Hans Bansen: Die Fördergerüste. In: Hans Bansen, Karl Teiwes (Hrsg.): Die Schachtförderung (=Die Bergwerksmaschinen. Eine Sammlung von Handbüchern für Betriebsbeamte, herausgegeben von Hans Bansen, Band 4). Verlag von Julius Springer, Berlin 1913, S. 294–324.</ref> <ref name="Quelle 5">Walter Buschmann: Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenbergbau, Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-7861-1963-5, S. 89–92.</ref> <ref name="Quelle 6">Architektur und Städtebau. Fördertechnik Orientierung. In: Karl Baedecker (Hrsg.): Allianz Reiseführer Ruhrgebiet. 1. Auflage, Verlag Karl Baedeker, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-8297-1182-1, S. 48, 49.</ref> <ref name="Quelle 7">Rainer Slotta: Die Rolle des Eisens in den Bergbauarchitekturen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Fördergerüste und Fördertürme. In: Eisen Architektur. ICOMOS, Deutsches Nationalkomitee (Hrsg.), 5-9. Oktober 1981, S. 17, 20.</ref> <ref name="Quelle 8">Thomas Parent: Das Ruhrgebiet; Vom goldenen Mittelalter zur Industriekultur. 5. Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-3159-4, S. 35. </ref> <ref name= "Quelle 9">Tilo Cramm: Dortmunder Bergwerke im Bild. 1. Auflage, Regio-Verlag, Werne 2004, ISBN 3-929158-17-5, S. 194, 197, 201.</ref>

</references>