Zum Inhalt springen

Torfbahn (Erdinger Moos)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Torfbahn (Erdinger Moos)
Datei:Torfbahn ErdingerMoos.png
Streckenverlauf
Streckenverlauf der ehemaligen Torfbahn zwischen Ismaning und Zengermoos
Streckenlänge:13 km
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
Datei:Ismaning Torfbahnhof.JPG
Der ehemalige Torfbahnhof in Ismaning

Die Torfbahn war eine Bahnstrecke, die von Ismaning nach Gut Zengermoos im Erdinger Moos führte.

1896 wurde auf Veranlassung des Gutsbesitzers Johann Michael III. von Poschinger die rund 13 Kilometer lange, eingleisige Torfbahn mit 760-mm-Spur (Bosnische Spurweite) vom Schlossgut in Ismaning zu den Moosgütern Zengermoos und Karlshof im Erdinger Moos eröffnet, mit der im Moos abgebauter Torf und Kies für den Straßenbau, Personen und Lebensmittel transportiert wurden.<ref>Cornelia Oelwein, Goldach (Literatur), S. 41</ref> Sie wurde zunächst mit einer Feldlokomotive von Krauss (Nr. 3294)<ref>Abbildung der Krauss-Lokomotive bei Oelwein, Goldach (Literatur), S. 41</ref> und seit 1902 mit einer weiteren Lokomotive von Maffei betrieben. Heute befindet sich die 1979 errichtete Realschule auf dem Gelände des Torfbahnhofs. Das fälschlich oft als „Torfbahnhof“ bezeichnete Ökonomiegebäude des Schlosses Ismaning war nie der Bahnhof der Torfbahn.

1909 erfolgte der Anschluss an die neueröffnete Sekundärbahn München-Ost-Ismaning (Krautexpress, heute Teil der Bahnstrecke München Ost–München Flughafen). Die Einrichtungen der Torfbahn, darunter auch eine Lokomotive, wurden zu Ende des Zweiten Weltkriegs als Bockerlbahn zur Trümmerbeseitigung in München eingesetzt.<ref>Cornelia Oelwein, Goldach (Literatur), S. 43</ref>

Auf den amtlichen Topografischen Karten 1:25000 der Jahre 1948, 1951 bzw. 1953 ist der gesamte Streckenverlauf der Torfbahn erkennbar.<ref>642 Neufahrn b.Freising. Topographische Karte 1:25000. Bayerisches Landesvermessungsamt, München 1951 (bayern.de [PDF; abgerufen am 26. September 2026]).</ref><ref>643 Moosinning. Topographische Karte 1:25000. Bayerisches Landesvermessungsamt, München 1948 (bayern.de [PDF; abgerufen am 26. September 2026]).</ref><ref>669 Ismaning. Topographische Karte 1:25000. Bayerisches Landesvermessungsamt, München 1953 (bayern.de [PDF; abgerufen am 26. September 2026]).</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelia Oelwein: Zwischen Goldach und Seebach. Die Geschichte des Goldachhofs und der Mooskultivierung in Ismaning. Franz Schiermeier Verlag, München 2013, ISBN 978-3-943866-22-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />