Townsend-Ziesel
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| Townsend-Ziesel | ||||||||||||
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| Datei:Urocitellus townsendii nancyae 39352131.jpg
Townsend-Ziesel (Urocitellus townsendii) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Urocitellus townsendii | ||||||||||||
| (Bachman, 1839) |
Der Townsend-Ziesel (Urocitellus townsendii, Syn.: Spermophilus townsendii) ist eine Hörnchenart aus der Gattung Urocitellus. Er kommt endemisch im Süden des amerikanischen Bundesstaats Washington vor.
Merkmale[Bearbeiten]
Der Townsend-Ziesel erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 20,0 bis 23,2 Zentimetern, der Schwanz wird etwa 32 bis 54 Millimeter lang und ist damit deutlich kürzer als der restliche Körper. Das Gewicht liegt bei 125 bis 175 Gramm, wobei die Männchen etwas schwerer als die Weibchen sind. Die Tiere haben eine einfarbige blass rauchgraue Rückenfärbung mit einer rosa-sandfarbenen Einwaschung. Die Wangen und die Hinterbeine haben eine leichte rötliche bis rostrote Tönung, der Bauch ist weiß bis creme-weiß und ebenfalls rosa-sandfarben getönt. Der Schwanz ist an der Oberseite rauchgrau und besitzt unterseits einen zimtbraunen Farbton.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Verbreitung[Bearbeiten]
Der Townsend-Ziesel kommt endemisch im Süden des amerikanischen Bundesstaats Washington nördlich und westlich des Columbia River vor.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Das Verbreitungsgebiet ist auf das Yakima River Valley westlich des Yakima River und die südlich davon angrenzenden Horse Heaven Hills begrenzt, die Gesamtfläche beträgt weniger als 7000 km2<ref name="IUCN" />
Lebensweise[Bearbeiten]
Der Townsend-Ziesel ist tagaktiv und lebt in trockenen Habitaten mit spärlicher Vegetation und bewässerten Böden, die durch den Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata; „sagebrush“) geprägt ist. Daneben kommt er in landwirtschaftlich genutzten Flächen des Verbreitungsgebietes vor.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Er ist primär herbivor und die Nahrung besteht wie bei anderen Erdhörnchen vor allem aus verschiedenen Pflanzenteilen wie Knospen, Sprossen und Blättern sowie Samen, hinzu kommen gelegentlich Insekten.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Die Tiere leben wie andere Erdhörnchen am Boden und in unterirdischen Bauen. Die Tiere überwintern vom späten Mai oder Juni bis zum späten Januar oder März, wobei die erwachsenen Männchen früher mit der Überwinterung beginnen als die Weibchen und Jungtiere.<ref name="Thorington et al. 2012" />
Die Paarungszeit beginnt nach dem Erwachen der Tiere ab Februar. Die Weibchen gebären im März einen Wurf von vier bis 16 Jungtieren in einer Nestkammer im Bau (wobei die Anzahlen nach Embryonenzählungen gefangener Weibchen abgeschätzt wurden). Die Jungtiere verlassen nach etwa vier Wochen im späten März bis April den Bau.<ref name="Thorington et al. 2012" /> Die wichtigsten Fressfeinde für den Townsend-Ziesel sind Silberdachse (Taxidea taxus) sowie wahrscheinlich Kojoten (Canis latrans), Greifvögel und der Kolkrabe (Corvus corax).<ref name="Thorington et al. 2012" />
Systematik[Bearbeiten]
Der Townsend-Ziesel wird als eigenständige Art innerhalb der Gattung Urocitellus eingeordnet, die aus zwölf Arten besteht. Die Art wurde lange als Teil der Ziesel und darin innerhalb der Untergattung Spermophilus eingeordnet. Nach einer umfassenden molekularbiologischen Untersuchung<ref name="Herron et al. 2004" /> wurden die Art jedoch gemeinsam mit mehreren weiteren Arten der nun eigenständigen Gattung Urocitellus zugeordnet.<ref name="Helgen et al. 2009" /><ref name="Thorington et al. 2012" /> Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von dem amerikanischen Zoologen John Bachman aus dem Jahr 1839. Er beschrieb die Art als Spermophilus townsendii anhand von Individuen aus der Umgebung von Wallula am Walla Walla River nahe dem Zusammenfluss mit dem Columbia River im Walla Walla County, Washington.<ref name="Wilson & Reeder 2005" /><ref name="Rickert 1987" /> Die Benennung der Art erfolgte nach dem amerikanischen Naturforscher John Kirk Townsend (1809–1851), der vor allem als Sammler und Präparator bekannt wurde und vor allem mit John James Audubon in regem Austausch stand.<ref name="Eponym Dictionary" />
Innerhalb der Art werden gemeinsam mit der Nominatform zwei Unterarten unterschieden:<ref name="Thorington et al. 2012" /><ref name="Wilson & Reeder 2005" />
- Urocitellus townsendii townsendii: Nominatform; südlich des Yakima River und nördlich des Columbia River, die Form hat eine Chromosomenzahl von 2n = 38.
- Urocitellus townsendii nancyae: nördlich des Yakima River und westlich des Columbia River, die Form hat eine Chromosomenzahl von 2n = 36.
Ursprünglich wurden sowohl der Merriam-Ziesel (Urocitellus canus) wie auch der Piute-Ziesel (Urocitellus mollis) dem Townsend-Ziesel zugeschlagen, diese werden heute jedoch als eigenständige Arten betrachtet.<ref name="Wilson & Reeder 2005" /><ref name="IUCN" />
Status, Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]
Der Townsend-Ziesel wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als gefährdet (vulnerable) eingeordnet. Begründet wird dies durch das sehr kleine Verbreitungsgebiet von nur etwa 6700 km2, die starken Rückgänge der nutzbaren Habitate, die auf etwa 10 % der ursprünglichen Gebiete zurückgegangen sind sowie die starke Fragmentierung der damit isolierten Populationen.<ref name="IUCN" /> Regional wird die Art als Schädling betrachtet und bekämpft.<ref name="IUCN" />
Belege[Bearbeiten]
<references> <ref name="Helgen et al. 2009">Kristofer M. Helgen, F. Russell Cole, Lauren E. Helgen, Don E. Wilson: Generic Revision in the holarctic ground squirrels genus Spermophilus. Journal of Mammalogy 90 (2), 2009; S. 270–305. doi:10.1644/07-MAMM-A-309.1</ref> <ref name="Herron et al. 2004">Matthew D. Herron, Todd A. Castoe, Christopher L. Parkinson: Sciurid phylogeny and the paraphyly of holarctic ground squirrels (Spermophilus). Molecular Phylogenetics and Evolution 31, 2004; S. 1015–1030. (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Volltext ( des Vorlage:IconExternal vom 17. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., PMID 15120398)</ref> <ref name="Rickert 1987">Eric A. Rickert: Spermophilus townsendii. Mammalian Species 268, 1987; S. 1–6. (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Volltext ( des Vorlage:IconExternal vom 15. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> <ref name="Helgen et al. 2009">Kristofer M. Helgen, F. Russell Cole, Lauren E. Helgen, Don E. Wilson: Generic Revision in the holarctic ground squirrels genus Spermophilus. Journal of Mammalogy 90 (2), 2009; S. 270–305. doi:10.1644/07-MAMM-A-309.1</ref> <ref name="IUCN">[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2015.4. Eingestellt von: E. Yensen, NatureServe (G. Hammerson), 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Thorington et al. 2012">Richard W. Thorington Jr., John L. Koprowski, Michael A. Steele: Squirrels of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2012, ISBN 978-1-4214-0469-1, S. 363–364.</ref> <ref name="Wilson & Reeder 2005">Spermophilus (Spermophilus) townsendii In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.</ref> <ref name="Eponym Dictionary">Bo Beolens, Michael Watkins, Michael Grayson: The Eponym Dictionary of Mammals. Johns Hopkins University Press, 2009, ISBN 978-0-8018-9304-9, S. 416.</ref> </references>
Literatur[Bearbeiten]
- Richard W. Thorington Jr., John L. Koprowski, Michael A. Steele: Squirrels of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2012; S. 363–364. ISBN 978-1-4214-0469-1
- Eric A. Rickert: Spermophilus townsendii. Mammalian Species 268, 1987; S. 1–6. (Volltext)
Weblinks[Bearbeiten]
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2015.4. Eingestellt von: E. Yensen, NatureServe (G. Hammerson), 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.