Transalpine Redemptoristen
Die Transalpinen Redemptoristen, offiziell lateinisch Filii Sanctissimi Redemptoris („Söhne des Allerheiligsten Erlösers“), englisch Sons of the Most Holy Redeemer, Ordenskürzel FSSR, sind eine altritualistische Ordensgemeinschaft, die die Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiert und sich inzwischen zum Sedisprivationismus (Ablehnung der regierenden Päpste) bekennt. Sie zählte 2026 24 Mitglieder, die in abgelegenen Klosteranlagen in Schottland leben.<ref>Felix Neumann: Transalpine Redemptoristen erkennen Päpste seit Paul VI. nicht mehr an. In: katholisch.de. 2. Mai 2026, abgerufen am 3. Mai 2026.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Gründung und anfängliche Entwicklungen[Bearbeiten]
Die Gemeinschaft wurde 1988 mit dem Segen des Erzbischofs Marcel Lefebvre gegründet.<ref name="fxn20251023">Felix Neumann: Gehen die Transalpinen Redemptoristen zurück ins Schisma? In: katholisch.de. 23. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> Bis 2008 blieb sie eng mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden. Als ihre Berufung sehen die Transalpinen Redemptoristen an, nach der ursprünglichen Ordensregel und Lebensweise der Redemptoristen zu leben, wobei die Modernisierung der Redemptoristenregel von 1969 abgelehnt wird.
Zunächst hatte die Gemeinschaft bis 2001 mit dem Warden Manor ein Kloster auf der Insel Sheppey, zudem gab es einige Jahre in Joinville in Frankreich ein zweites Haus.<ref name="history">A brief history of the Sons of the Most Holy Redeemer. In: papastronsay.com. Abgerufen am 23. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Jahr 1999 erwarben die Transalpinen Redemptoristen die Insel Papa Stronsay, eine kleine Nebeninsel von Stronsay auf Orkney, renovierten die verfallenen Gebäude; das waren im Wesentlichen das Herrenhaus und die umliegenden Gebäude der ehemaligen Fischereistation aus der Zeit des letzten Heringbooms im 19. Jahrhundert. Dort errichteten sie das Kloster Golgotha. In den Folgejahren entstand eine kleine Siedlung aus Zellenhäusern, die den etwa 20 Mönchen der Gemeinschaft als Unterkunft dienen. Zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz betreiben sie eine Schafzucht mit eigener Käserei, Fischfang und kommerziellen Gartenbau. Die Transalpinen Redemptoristen beteiligen sich nach eigenen Angaben stark am kulturellen und sozialen Leben der Inselgemeinde und tragen durch ihre handwerklichen Leistungen bei, dass das Stronsay Fish Mart Interpretation Centre mit dem angeschlossenen Independent Hostel unterhalten werden.
Nach Erlass des Motu Propio Summorum Pontificum durch Papst Benedikt XVI. suchte die Gemeinschaft beim Heiligen Stuhl um die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche nach. Im Namen der Gemeinschaft bat ihr Oberer, Michael Mary Sim, am 18. Juni 2008 vor der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei um Aufhebung der über sie verhängten Kirchenstrafen und erhielt am 26. Juni 2008 zustimmende Antwort. Am 1. Juli 2008 teilten die Transalpinen Redemptoristen die Einigung mit Rom öffentlich mit. Eine kanonische Errichtung als Orden kam zunächst noch nicht zustande.<ref name="fxn20251023" /> Am 15. August 2012 erhielten sie schließlich vom Bischof von Aberdeen, Hugh Gilbert OSB, die Anerkennung als Institut diözesanen Rechts.<ref>Michael Mary: Canonical Good Standing. In: papastronsay.blogspot.com. 1. Juli 2008, abgerufen am 23. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
2020 wurde im Bistum Great Falls-Billings nahe der Stadt Jordan im Garfield County in Montana ein weiteres Domizil erworben und mit dem Bau eines Klosters im Rosebud County, ebenfalls in Montana, begonnen.<ref name="history" />
Im April 2026 ertrank ein 24-jähriger Ordensmann im Meer. Kurz nach der Veröffentlichung eines zweiten schismatischen Manifests im April 2026 entflohen zudem drei Männer der Gemeinschaft auf der Insel.<ref>Felix Neumann: Transalpine Redemptoristen: Drei Ordensleute fliehen von Klosterinsel. In: katholisch.de. 21. Mai 2026, abgerufen am 27. Mai 2026.</ref>
Konflikte mit der römisch-katholischen Kirche[Bearbeiten]
Die Gemeinschaft ist davon überzeugt, dass „die Kirche […] mindestens seit Papst Gregor XVI. (1831–1846) von Feinden unterwandert“ sei. Zudem habe das Zweite Vatikanische Konzil die „freimaurerische Irrlehre des Indifferentismus“ gelehrt.<ref>Felix Neumann: Unbeirrt aufs Schisma zu: Was die Transalpinen Redemptoristen antreibt. In: katholisch.de. 8. Mai 2026, abgerufen am 10. Mai 2026.</ref>
Im Jahr 2024 wurden Ordensleute der Transalpinen Redemptoristen aus der Diözese Christchurch in Neuseeland ausgewiesen und es wurde ihnen untersagt, ihre priesterlichen Dienste in dieser Diözese auszuführen. Dies geschah durch den Bischof von Christchurch, Michael Andrew Gielen, welcher damit, nach einer Apostolischen Visitation, auf ein Schreiben des Ordensdikasteriums reagierte. Die Visitation fand statt, nachdem Medienberichte verlautbaren ließen, dass Mitglieder der Transalpinen Redemptoristen unerlaubt Exorzismen durchgeführt hätten.<ref>Felix Neumann: Bischof weist traditionalistische Redemptoristen aus. In: katholisch.de. 15. Juli 2024, abgerufen am 16. Juli 2024.</ref>
Im Oktober 2025 erklärte die Gemeinschaft in einem offenen Brief, „dass der traditionelle katholische Glaube, der Glaube aller Zeiten und der Heiligen, mit der neuen, modernen Kirche, der Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils, unvereinbar ist. Sie können schlicht nicht in einem Leib gemeinsam bestehen“. Dabei hoben sie ablehnend die „Liberalisierung des Kommunionempfangs, die Einschränkungen der vorkonziliaren Liturgie durch Traditionis custodes und die Erlaubnis für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare durch Fiducia supplicans“ hervor.<ref>Felix Neumann: Traditionalistischer Orden bricht mit „moderner Kirche“. In: katholisch.de. 20. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref><ref>Michael Mary u. a.: An Open Letter to the Catholic Bishops, Priests, Religious and Faithful. In: papastronsay.blogspot.com. 16. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zum Teil wurde dieser offene Brief „als schismatischer Akt“ gewertet.<ref name="fxn20251023" /> Bischof Hugh Gilbert OSB verurteilte das Verhalten des Ordens und leitete ein kanonisches Verfahren gegen den Orden ein.<ref>Bishop of Aberdeen condemns Transalpine Redemptorists’ open letter as ‘incompatible with Church unity’. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Bischof: Kanonisches Verfahren gegen Transalpine Redemptoristen läuft. In: katholisch.de. 22. Mai 2026, abgerufen am 27. Mai 2026.</ref>
Nachdem der Obere der Niederlassung in Christchurch, Pater Michael Mary, am 10. April 2026 die Einberufung eines Konzils ohne Papst angekündigt hatte,<ref>Chris Tobin: Expelled Christchurch Catholic order joins global push against church reforms. In: The Timaru Herald. 10. April 2026, abgerufen am 4. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Felix Neumann: Traditionalistischer Orden bricht mit „moderner Kirche“. In: katholisch.de. 15. April 2026, abgerufen am 4. Mai 2026.</ref> erklärte die Kongregation am 2. Mai 2026, dass sie die Päpste seit Paul VI. nicht mehr anerkenne.<ref>The Dogma to Steer by. (PDF; 811 kB) Letter and Declaration of the Congregation of the Sons of the Most Holy Redeemer Transalpine Redemptorists. In: papastronsay.com. 2. Mai 2026, abgerufen am 4. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Felix Neumann: Transalpine Redemptoristen erkennen Päpste seit Paul VI. nicht mehr an. In: katholisch.de. 3. Mai 2026, abgerufen am 4. Mai 2026.</ref> Daraufhin wurde ein kanonisches Strafverfahren gegen den Oberen der Transalpinen Redemptoristen, Pater Michael Mary, eingeleitet. Im Juni 2026 wurde er wegen Schismas exkommuniziert.<ref>Oberer der „Transalpinen Redemptoristen“ wegen Schismas exkommuniziert. In: katholisch.de. 26. Juli 2026, abgerufen am 26. Juli 2026.</ref>
Am 25. Juli 2026 wurde Pater Michael Mary zum Bischof geweiht. Die Weihe spendete der Kanadier Pierre Roy, Kokonsekratoren waren Fernando Altamira und Rodrigo Henrique Ribeiro da Silva.<ref>Oberer der „Transalpinen Redemptoristen“ unerlaubt zum Bischof geweiht. In: katholisch.de. 25. Juli 2026, abgerufen am 26. Juli 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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