Transitional Disk
Eine Transitional Disk (deutsch Übersetzung: Übergangsscheibe) ist eine protoplanetare Scheibe um ein junges stellares Objekt mit einem staubfreien inneren Loch oder einer Lücke im Abstand von einigen Astronomischen Einheiten; in ihrem Außenbereich, entsprechend einem Radius von mehr als 10 AE, ist die Scheibe noch gas- und staubreich. Transitional Disks werden von einigen Autoren auch als Transition Disks, weak disks (schwache Scheiben), anemic disks (blasse Scheiben) oder weak excess disks bezeichnet.<ref>S. Bruderer: Survival of molecular gas in cavities of transition disks (I. CO). In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arxiv:1308.2966v1.</ref> Sie stellen ungefähr 15 Prozent der Population der protoplanetaren Scheiben.<ref>Andrea Isella, Laura M. Pe'rez, John M. Carpenter, Luca Ricci, Sean Andrews, Katherine Rosenfeld: An azimuthal asymmetry in the LkHa 330 disk. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arxiv:1307.5848v1.</ref>
Eine oder mehrere Lücken in protoplanetaren Scheiben sowie Übergangsscheiben, deren innerer Bereich fast komplett staubfrei ist, konnten beobachtet werden mit Hilfe von interferometrischen Beobachtungen in nahen Sternentstehungsgebieten wie dem Taurus-Auriga-Komplex. Eine Akkretion von Gas auf den jungen Stern kann in vielen Fällen noch nachgewiesen werden.<ref>Tobias W.A. Müller, Wilhelm Kley: Modelling Accretion in Transitional Disks. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arxiv:1310.4398v1.</ref>
Bei T-Tauri-Sternen[Bearbeiten]
Bei den T-Tauri-Sternen gibt es eine Gruppe mit einer abweichenden spektralen Energieverteilung: während die Mehrzahl einen ausgeprägten Infrarotexzess im gesamten Bereich der Infrarotstrahlung zeigt, kann bei einigen im Nahen Infrarot im Bereich von 5 bis 50 Mikrometer kein Exzess nachgewiesen werden; stattdessen wird hier eine Energieverteilung wie von den Photosphären älterer Sterne beobachtet. Bei längeren Wellenlängen ist auch hier wieder ein deutlicher Überschuss an infraroter Strahlung vorhanden. T-Tauri-Sterne mit Transitional Disks haben ein charakteristisches Alter von weniger als 10 Millionen Jahren.<ref>Aurora Sicilia-Aguilar, Jinyoung Serena Kim, Andrej Sobolev, Konstantin Getman, Thomas Henning, Min Fang: The low-mass stellar population in the young cluster Tr37: Disk evolution, accretion, and environment. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arxiv:1308.0114v1.</ref>
Bildungsmechanismen[Bearbeiten]
Als Mechanismen für die Auflösung der inneren Teile einer protoplanetaren Scheibe werden diskutiert:<ref>Jack Dobinson, Zoë M. Leinhardt, Sarah E. Dodson-Robinson, Nick A. Teanby: Hiding in the Shadows: Searching for Planets in Pre--transitional and Transitional Disks. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arxiv:1309.6480v2.</ref>
- Photoevaporation durch die UV-Strahlung des jungen Sterns
- das Wachstum der Staubteilchen durch Koagulation
- dynamische Effekte durch stellare oder planetare Begleiter
- Formation und Migration von Gasplaneten.
Beispiele[Bearbeiten]
Transitional Disks sind nachgewiesen worden um
- LkCa 15 mit dem Planeten LkCa 15b
- DM Tau
- GM Aur
- UX Tau A.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />